Nail’d (PS3)

3472 0 3 13. Februar 2011
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Nail’d, das Rennspiel von Techland und Deep Silver für PC, XBOX 360 und PlayStation 3, will anders sein. Schon mit seiner satirischen Werbekampagne zur fiktionalen White Knuckle Cream, einem Produkt gegen spielmüde Fingerknöchel, konnte es Aufmerksamkeit erregen. Nun beweist der Test, dass sich ein zweiter Blick durchaus lohnt, gestresste Knöchel hin oder her.

Nail’d

Als Rennfahrer oder Rennfahrerin begibt man sich auf Quad und Motorrad ins Gelände. Dabei sind eben nicht nur Geschlecht und Kleidung des Avatars frei zu bestimmen – Karosserie, Auspuff, Motor, Lenker, Stoßdämpfer, Räder und Lackierung der eigenen Fahrzeuge sind personalisierbar.

Das einzige, was danach noch dem eigenen Gefährt die Show stiehlt, sind die Strecken selbst. Wenn nicht gerade Wasserspritzer und Dreck von der Fahrbahn den heimischen Bildschirm bedecken, darf man 14 bezaubernde und unverwechselbare Strecken bestaunen. Inspirationen dafür sind Arizona, der US-Nationalpark Yosemite, Griechenland und die Anden. Dabei lebt Nail’d vor allem von seinen sprichwörtlich atemberaubenden Sprüngen – offen stehende Münder sind schon beim ersten Anspielen garantiert.

Da die Steuerung simpler und intuitiver nicht sein könnte, kommt von Anfang an nichts zwischen Spieler und Spielspaß. Gleichzeitig bietet die Möglichkeit, das eigene Fahrzeug nach vorn oder hinten zu neigen, überraschenden Tiefgang wenn es darum geht, möglichst weit zu springen oder mit weichen Landungen zusätzliches Nitro zu verdienen.

Vor allem hat man dabei die Hintergrundmusik in den Ohren, mit welcher die Hersteller stolz werben. Dieser Rock betont gekonnt die Geschwindigkeit des Spiels und kommt einem schon nach kurzer Zeit bekannt vor. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, schließlich passt er ausgezeichnet zum rasanten Spielgefühl und entwickelt auch bald Ohrwurmpotenzial. Und theoretisch kann man jederzeit während des Rennens auch Titel überspringen – allerdings findet man dazu keine Zeit mehr, sobald man die Startlinie erst ein Mal hinter sich gelassen hat.

Die Führung der ausladenden Strecken wird durch auffallend viele große weiße Pfeile auf roten Schildern erleichtert. So übertrieben das klingen mag: Kein Pfeil ist in Nail’d zu viel gesetzt. Man hat jeden einzelnen bitter nötig, um in Sekundenschnelle zwischen alternativen Wegen zu wählen und allgemein auf der Strecke zu bleiben. Gerade diese verzweigten Wege machen Nail’d aber auch lohnenswert – jeder mutige Fahrer, der sich durch einen Schwenk im rechten Augenblick vom Pulk seiner Mitstreiter absetzt, wird durch noch extremere Wege und halsbrecherischere Sprünge belohnt. Am meisten Spaß hat man ohnehin, wenn der Pfeil vor einem anzeigt, man solle beispielsweise durch den Rumpf eines abgestürzten Flugzeugs fahren und man selbst braust über dessen Decke hinweg. Hier verschreibt sich Nail’d ganz dem Spaß eines jeden Spielers und nicht einer rigorosen Ideallinie und macht damit alles richtig.

Abgerundet wird das Spiel durch die Möglichkeiten, in Zeitangriffen gegen die Geister der Entwickler (oder die eigenen) anzutreten oder ganz eigene Streckenkonfigurationen für sich und Freunde zu kreieren – dabei geht es wahlweise um die besten Plätze, Rundenzeiten oder geglückte Boost-Tricks.

Fazit

Wenn du wieder durch das Ziel fährst und noch immer auf deinem Fahrzeug sitzt, weißt du erst, dass du in Nail’d alles richtig gemacht hast. Bis dahin ist dieses Rennspiel eine lohnende Achterbahnfahrt für alle Nerven. Mit durchschnittlich fünf Minuten pro Rennen kann man so auch in nur kurzen Auszeiten ordentlich Adrenalin tanken.
Grafik
90%
Sound
80%
Gameplay
85%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

86%

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