Spieletest: Medieval Games (Wii)

1803 0 0 23. Januar 2010
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Titel:Medieval Games
EAN:0093155122741
System:Nintendo Wii
USK:Freigegeben ab 6 Jahren
Label:NAMCO BANDAI Partners
Release:2009-11-20

Das Mittelalter, also ungefähr 500 bis 1500 nach Christus, war sicherlich eine rauhe Zeit. Nicht nur weil man sein “Geschäft” praktisch auf der Strasse verrichten musste, sondern auch weil es vieles in jenen Tagen einfach nicht gab. Kein fliessendes Wasser, keine Elektrizität, also auch keine Wii. “Wii schade”. Was es dafür ab definitiv gab waren Ritterspiele, die nicht nur den ansässigen König und dessen Gefolgschaft, sondern auch das niedere Volk amüsieren sollte. In den Zeiten des Friedens wurden vielerorts Ritterturniere veranstaltet. Nach festgelegten Regeln mussten hier nun die Ritter gegeneinander antreten und sich in verschiedenen Disziplinen messen. NAMCO BANDAI hat sich dieses Themas angenommen und präsentiert uns mit “Medieval Games” ein Partygame der besonderen Art. Und das auf der Wii. “Wii schön”…

Für Freiheit und Ehre…

Nach der obligatorischen Anlage eines Spielerprofils haben wir zunächst die Wahl, ob wir ein Turnier, ein freies Spiel oder den Geschichtsmodus angehen wollen. Dabei lässt sich jeder dieser Spielmodi lediglich zu viert spielen, wobei die KI die Rolle der fehlenden Kontrahenten einnehmen kann. Das Turnier bietet drei zufällige Minispiele, die man natürlich für sich entscheiden sollte. Im freien Spiel kann man wie der Name schon sagt, freigeschaltete Minigames jederzeit direkt anwählen und losspielen. 30 einzigartige Medieval-Minispiele wie Schwertkampf, Lanzenstechen, Bogenschießen und Katapultschießen erwarten die Hobby-Ritter hierbei und sollen für jede Menge Spielspass und Unterhaltung sorgen.

Herzstück des Spiels ist der Geschichtsmodus, bei dem man auf einem virtuellen Spielbrett spielt und hier auch die noch unzugänglichen Minispiele freischalten kann. Es gibt hierbei drei Geschichten, die es zu spielen gibt und ein kleines Einführungsvideo bringt den Spielern den Hintergrund der Story näher. Es geht dabei stets darum die meisten Münzen zu sammeln und so den Wettbewerb für sich zu entscheiden. Dabei wirft man einen Würfel, macht seine Züge auf einem Spielbrett, landet auf Aktionsfeldern hinter denen sich meist Minispiele verbergen und versucht diese nun für sich zu entscheiden. Dabei spielt man das Minigame dann nicht alleine, sondern mit oder gegen die anderen 3 Spieler. Zu Beginn ist dies noch etwas verwirrend, doch wer mehr als nur ein kurzes Zwischenspiel sucht, der wird hier fündig.

Ein Blick unter den Sattel!

Schauen wir uns einige mal genauer an: Beim “Royal Race Day” geht es darum ein Pferderennen in 2D für sich zu entscheiden. Die Gäule reiten hierbei von links nach rechts über den Bildschirm, mit A springt man über gelegentlich auftauchende Hürden, mit B duckt man sich unter Hindernissen hinweg und ein kraftvoller Schwung mit der Remote nach unten ergibt einen kleinen Peitschenhieb und damit ein schnelleres, tierisches Vehikel. Ein recht einfaches Spiel, welches jeder nach wenigen Anläufen perfekt beherrscht, was aber insbesondere in größerer Runde viel Spass machen kann (weil ein einheitliches Niveau herrscht).

Beim “Catapult Barrage” geht es wiederum darum mit seinem Katapult herannahende Feind abzuballern, beim “Fruit Shoot” muss man Obst mit Pfeil und Bogen erwischen, beim “Roxal Chickenfight” soll man auf den Schultern eines Mitspielers balancieren und das gegnerische Duett von einer Brücke herunterschlagen. Viele dieser Minigames sind von Anfang für das freie Spiel freigegeben und können direkt angespielt werden. Die Steuerung ist dabei durchwegs sehr gut gelungen, auch wenn man zu Beginn etwas überfordert sein dürfte. Da sich jedes Spiel anders spielt braucht man schon etwas Übung, um bei den einzelnen Disziplinen glänzen zu können. Mit ein, zwei Vorab-Versuchen sollte es allerdings kein größeres Problem sein zumindest ordentliche Leistungen hinzukriegen.

Blick durch das Visier und Minnegesang!

Optisch macht “Medieval Games” auf der Wii einen soliden Eindruck, wenngleich wir uns etwas mehr Detailverliebtheit gewünscht hätten. Zuviel Pixel, Kanten, Ecken für eine Wii und ein modernes Spiel. Dafür kommt das Spiel sehr bunt und absolut kindgerecht rüber, was es zu einem gelungenen Spass für die ganze Familie macht (siehe dazu aber nachfolgenden Absatz zum Thema “Lokalisierung”). Die Animationen sind allesamt comicartig und somit auch wenig realistisch, wobei wir uns auch hier gut hätten vorstellen können, dass es entweder realistischer wirken müsste oder aber noch verrückter. So aber wirkt es irgendwie “gewollt und nicht gekonnt”. Insbesondere die Zwischensequenzen sind nicht gerade der große Wurf geworden. Etwas mehr Mut zu Unkonventionellem hätte dem Titel sicherlich eher auf die Sprünge geholfen.

Die Hintergrundmusik passt mit ihren mittelalterlichen Klängen und Fanfaren gut zum Spielprinzip und wird Fans der Ritterzeit sicherlich ansprechen. Größtes Manko: Die Lokalisierung. Warum? Weil es keine deutschen Synchronsprecher gibt, sondern stattdessen der gesprochene englische Text mit deutschen Untertiteln präsentiert wird. Das ist aber in unseren Augen ein direkter Widerspruch zum Thema “kindgerechte Unterhaltung”, denn wenn man schon ein gewaltfreies Spiel für die ganze Familie auf den Markt bringt, dann müsste es doch auch machbar sein, die wenigen Textpassagen auch ins deutsche zu portieren. Schade, hier wurden wieder einige Punkte verschenkt…

Fazit

An sich ist die Idee zu "Medieval Games" nicht schlecht - eine Minigame-Sammlung rund um Ritterspiele und das Mittelalter? Finden wir gut. Es hapert einfach ein wenig an der Umsetzung. Die Optik ist eher marode, die fehlende deutsche Lokalisierung ein Witz. Das nervt insbesondere die junge Kundschaft auf Hüfthöhe.
Grafik
50%
Sound
58%
Gameplay
65%
Steuerung
80%

Gesamtwertung

62%

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