Medal of Honor: Vanguard

1172 0 0 24. September 2008
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Zugegebenermaßen: Der zweite Weltkrieg als Szenerie für einen Ego-Shooter ist mehr als nur einmal herangezogen worden und dementsprechend “verbraucht”. Unsere Kollegen der Fachpresse haben dem Shooter “Medal of Honor – Vanguard” aus dem Hause Electronic Arts ein eher mittelmässiges Zeugnis abgegeben. Ob wir uns anschließen müssen oder neue Wege beschreiten? Lest selbst:

Garanten des Sieges

Die Kriegsszenerie zu “Medal of Honor: Vanguard” aus dem Hause Electronic Arts wird mit einem lauten Glockenschlag eröffnet. Das anschließende kurze Intro kann sich wahrlich sehen lassen und erzeugt die passende Atmosphäre für die kommenden Schlachten auf den Kriegsschauplätzen Europas. Angefangen bei dem Blick aus dem Flugzeug in die Sprungzone, während die Luft vom gegnerischen Flakfeuer in dunkle Wolken gehüllt wird bis hin zu den Mann-gegen-Mann Duellen in den Schützengräben. Verbrauchtes Szenario hin oder her, aber man muss es auch erstmal so inszenieren können und das ist den Jungs der Entwicklungsabteilung bei EA beim Intro auf jeden Fall mal einwandfrei gelungen.

Aber wir wollten uns ja keinen Film ansehen, sondern selbst aufs Schlachtfeld, also legen wir uns erstmal das obligatorische Spielerprofil an und schlüpft in die Rolle von Frank Keegan, Fallschirmjäger. Deine Heimat ist die 82. Luftlandedivision und sobald du bei einer der 4 zur Auswahl stehenden Singleplayer-Missionen mit deinem Fallschirm gelandet bist übernimmt der Spieler die Kontrolle. Die Missionen führen im Verlauf des Spiels nach Italien, in die Normandie, in die Niederlande und natürlich auch nach Deutschland. Die Hintergrundstory zur 82. Luftlandedivision wird in ansehnlichen Videos nähergebracht. Ärmel hochgekrempelt Soldat! Jetzt führt kein Weg mehr zurück…

Die ersten am Boden…

Hat man festen Boden unter den Füßen fühlt man sich verflixt schnell zu Hause. An die Steuerung mit dem Gamepad muss man sich als geübter Ego-Shooter-Veteran am PC erst gewöhnen, aber nach etwa 30 Minuten hat man die intuitive Bedienung raus und kann sich mit voller Aufmerksamkeit nur noch den Nazis widmen. So schlägt man sich mit seiner Thompson und einigen Hangranaten durch die Häusergassen in Sizilien und wenn die Munition mal knapp wird kann man auch die Waffen der Gegner aufsammeln und weiterfighten. Zudem vertraut “Medal of Honor – Vanguard” nach wie vor auf die Prinzipien der Selbstheilung, so daß man gut beraten ist eine Auszeit in einem abgelegenen Teil des Kampfgebiets zu nehmen, wenn man zu sehr unter Druck geraten ist. Der Rest erledigt sich dann wie von Zauberhand…

Viele Elemente erinnern teilweise an “Call of Duty” – herannahende Granaten werden als Symbol in der Bildschirmmitte angezeigt und detoniert mal eine in unmittelbarer Nähe sinkt nicht nur der Gesundheitsbalken, sondern auch die Wahrnehmung ist eingeschränkt – Das Bild erscheint leicht verschwommen und in Rot getaucht.

Spielerisch macht “Medal of Honor – Vanguard” unglaublich viel Laune, was nicht nur an der gelungenen technischen Umsetzung liegt (dazu gleich mehr), sondern auch am Spielverhalten selbst. Zwar führt meist nur ein einziger Weg zum Sieg, deswegen wäre es etwas vermessen die Schublade “Taktik Shooter” zu öffnen, dennoch beherrscht der Shooter alles was man sich so wünscht: Knien, Liegen, Kimme und Korn-Modus, Granaten, diverse Waffen, Kameraden, die einem wirklich helfen, Gegner, die sich nicht vollends blind vor die Flinte werfen. Alles in allem baut “Medal of Honor – Vanguard” eine wirklich dichte Atmosphäre auf und lädt dazu ein darin zu versinken…

Grafik und Sound

Grafisch kann sich “Medal of Honor – Vanguard” wirklich sehen lassen. Schon der Landeanflug mit dem Fallschirm jagt einem die Schauer über den Rücken und die anschließenden Häuserkämpfe werden ebenfalls blendend in Szene gesetzt. Allein die Nachtkämpfe in Sizilien mit den hellerleuchteten Gassen durch die Mündungsfeuer von Freund und Feind versetzen mich in Entzücken. Auch die Animationen der Kameraden und der Nazis sowie deren Erscheinungsbild sind für PS2-Verhältnisse sehr gut gelungen…

Der orchestrale Soundtrack ist filmreif und kann sofort für die nächste Hollywoodproduktion verwendet werden. Und zu guter Letzt sind die Soundeffekte wirklich ein Sahnehäubchen geworden. Pfeifende Kugeln, Kameraden, die in den Nachthimmel rufen und viele, viele weitere Effekte runden den tollen Eindruck ab.

Fazit

"Medal of Honor - Vanguard" ist ein astreiner Vertreter seiner Art und gehört dabei sicherlich noch zu den besten. Dies liegt vor allem an der Atmosphäre des Spiels, denn das Szenario ist zugegebenermaßen schon recht oft angegangen worden, aber dennoch haben es die Entwickler hinbekommen noch einen draufzusetzen. Kurzum: Es gibt den Cookie in Silber und das völlig zu recht!
Grafik
80%
Sound
95%
Gameplay
90%
Steuerung
77%

Gesamtwertung

85%

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