Spieletest: Mata Hari

5683 0 1 3. März 2009
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Die exotische Tänzerin und zwielichtige Spionin Margaretha Geertruida Zelle, besser bekannt unter dem Namen “Mata Hari”, ist für ein Adventure natürlich prädestiniert. Eine exotische Nackttänzerin und zugleich Spionin für den deutschen Geheimdienst – das bietet ja schon von Grund auf jede Menge Gesprächsstoff. Entwickler Cranberry Production hat sich bei dem gleichnamigen Spiel der auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte angenommen, doch in der Fachpresse war das Echo eher “geteilt”. Die Reviews zum Spiel schwanken zwischen “mittelmässig” und “geht so”, wir wollten es aber selbst herausfinden und haben uns in den Bann der schönen “Mata Hari” ziehen lassen…

Beautiful & Dangerous!

Im Game hat man die Gelegenheit die Lebensgeschichte der Doppelagentin in der Zeit von 1905 bis 1914 nachzuspielen, auch wenn die verschiedenen Spionageeinsätze sich dabei nicht wirklich strikt an die tatsächlichen Fakten zu halten scheint. Weil aber nach der Hinrichtung der schönen Agentin im Jahre 1917 ohnehin viele Mythen und Halbwahrheiten um die gefährliche Schönheit kreisen, ist geschichtliche Genauigkeit etwas zuviel verlangt. Das Spiel beginnt dafür wahrheitsgemäß in Paris im Jahre 1905, wo der Spieler in der Haut von “Mata Hari” bemüht ist neue Kontakte zu knüpfen um die aufreizenden Tanzdarbietungen einem größeren Publikum vorstellen zu können. Aber der Zahn der Zeit nagt auch an der schönsten Frau und so wird schon zu Beginn des Games klar, dass wir nicht ewig als Nackttänzerin aktiv sein können. Was letztlich auch tatsächlich dazu führte, dass Mata Hari zur Agentin wurde…

Als freizügige Schönheit hat sie sich schließlich bereits einen Namen in den Kreisen der mächtigen Männer gemacht und soll von nun an die Waffen der Frauen einsetzen, um Zutritt zu den Schlafzimmern der Entscheider und Mogule zu bekommen. Bettgeflüster inklusive. Während wir uns zu Spielbeginn erstmal mit der Steuerung aus der Third Person-Perspektive vertraut machen können, fällt einem zunächst auf, dass ein Tutorial zu fehlen scheint. Dieses vermisst man aber nur kurz, denn plötzlich befinden wir uns schon mitten im Spiel und müssen versuchen den Spionage-Rekrutierer Oscar Samsonet von unseren Fähigkeiten zu überzeugen. Neben einigen Tanzeinlagen gibt es fortan schnell erste Rätsel zu lösen.

Die Rätselkost ist allerdings extrem einfach. Das Prinzip “Verwende Gegenstand A mit Gegenstand B” ist teilweise so offensichtlich, dass man das Spiel praktisch mit verbundenen Augen spielen kann. Alles was man zur Lösung eines Rätsel braucht findet sich meist im selben Raum, die Objekte sind rar und die Kombinationsmöglichkeiten sehr beschränkt. Was den Experten langweilen mag, könnte aber insbesondere für Neueinsteiger ins Genre durchaus bekömmliche Kost sein, denn der Frustfaktor ist dementsprechend gering. Leider bleibt das Niveau der Rätsel weitestgehend gleich, ein Ansteigen des Schwierigkeitsgrades ist kaum festzustellen. Die Geschichte wirkt an manchen Stellen zudem recht konstruiert. Gefallen hat uns dafür die Möglichkeit zum Einsatz verschiedener Verführungstechniken – das gibts auch nicht jeden Tag in einem Adventure.

Grafik und Sound

Wie auch “Mata Hari” selbst eine Schönheit war, so kann auch das Spiel mit Schönheit glänzen. Eine Reise um die halbe Welt wurde im Spiel sehr schön und detailverliebt in Szene gesetzt, was insbesondere für die Locations und die vielen Hintergrundanimationen gilt. Dies kann dem Spiel eine gute Atmosphäre verleihen. Auch die Charakteranimationen können überzeugen, wenn auch sie nicht ganz mit dem hochklassigen “Durmrum” mithalten können.

Ebenfalls gut gelungen ist der Soundtrack. Die Hintergrundmusik passt sich den Lokationen und der Zeit des Geschehens an und wechselt dementsprechend häufig. Und auch die Synchronsprecher haben hier ganze Arbeit geleistet, denn die Stimmen passen perfekt zu den Protagonisten und sind nicht minder gut an die Lippenbewegungen der Akteure angepasst.

Fazit

Mata Hari ist ein Adventure der einfachen Art und ist somit vor allem Genreneulingen zu empfehlen. Technisch ist dem Spiel nichts anzulasten, sowohl optisch wie auch soundtechnisch weiß das Spiel zu gefallen und zu überzeugen. Einzig die einfache Rätselkost und die etwas konstruiert wirkende Story schrecken etwas ab.
Grafik
81%
Sound
83%
Gameplay
68%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

77%

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