Spieletest: Lips – I love the 80s (Xbox 360)

2976 0 0 29. März 2010
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Titel:Lips: I love the 80s
EAN:0885370139969
System:Xbox 360
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Microsoft
Release:2010-03-29

Weg mit schlecht interpretierten Pop-Klassikern aus TV-Casting Shows, wo jeder, der einen Refrain vor dem Badezimmerspiegel halbwegs fehlerfrei nachstammeln kann glaubt, das Zeug zum Star zu haben. Hier kommen die Originale, Musik aus einer Zeit, wo Songs noch zu unterscheiden waren und Music Television mehr bedeutete als sinnfreie Soaps aus Kalifornien und Videoclips das Experimentierfeld junger Bands und Regisseure waren und sich nicht auf wippende Ärsche und Titten vor gepimpten Luxuskarren beschränkten, vor denen „voll krasse“ Rapper mit 30kg Goldketten behängt irgendwas von „Ghetto“ reimen.

Lips – I love the 80s

“I love the 80s” ist kein Add-on, sondern eigenständiges Programm, das mit neuer, graphischer Oberfläche aufwartet und, mehr oder weniger sinnvoll, aber nett gemacht, die persönlichen Xbox Live Avatare einbindet. Unterstützt werden nicht nur die Wireless Microphone von Microsoft, sondern auch handelsübliche USB Geräte. 40 Songs stehen zum Abrocken und Mitgröhlen bereit, der Zeit entsprechend eher UK orientiert, aber so bekannt und unterlegt mit den Original-Videos, um Schwung in jede Ü30 Party zu bekommen

Der Apfelkorn kreist zu Songs wie „Kids in America“ von Kim Wilde, „Our House“ von Madness, „The Look of Love“ von ABC, Blue Monday von New Order (leider ohne Video), „Rio“ von Duran Duran, „Roxanne“ von The Police, aber auch eher unerwartetem wie „Whip it“ der genialen Devo und „Super Freak“ von Rick James. Klar, wer sich auskennt vermisst so einiges, aber zusätzlicher Content darf bestimmt in Zukunft (kostenpflichtig) downgeloaded werden. Das „Apps“ Prinzip funktioniert ja auch bei Guitar Hero und Konsorten bestens.

Wie von den Vorgängern bekannt dürfen auch hier die Mics zwecks zusätzlicher Sound-Effekte geschüttelt werden, auch das Belohnungs-Prinzip für glänzende Leistungen ist unverändert. Der in den Songs auftauchende Avatar erhält spezielle Accessories freigeschaltet, je besser man an der Originalmelodie klebt und Bonuspunkte gibt’s für das Nachstellen der Dance- Bewegungen des virtuellen Alter-Egos.

Überhaupt schafft es Microsoft ganz gut, genervt vom Erfolg der Zappel-Konsole Wii, über die bewegungsempfindlichen Mikrophone die Wartezeit zum Project Natal zu überbrücken. Das Gerät soll möglichst oft interagierend bewegt werden, um mehr Punkte zu holen.

Mehr Musik: kein Problem! Wer schon ein Lips hatte, kann die dort vorhandenen Songs im neuen Look-and-feel nachträllern, aber auch der Import der persönlichen Musiksammlung ist möglich. „Freestyle“ heißt die Funktion und holt das Material von allen USB-Geräten, MP3 Playern, Handys, über LAN / WLAN von PC oder CD.

Klar, Original-Videos und Songtexte gibt’s nicht, dafür bastelt das Programm (und der Prozessor der Xbox) eigenständig sehr ansehnliche, sich verändernde Videos. Die reagieren denn auch auf was? Genau, Bewegungen. Coole Sache!

Hier die Diskographie: Lips_80_Songliste

Fazit

Frankie Goes To Hollywood says: Relax (natürlich auch dabei) und lass Deinen Avatar tanzen. Eine runde Sache mit erhöhtem Spaß-Faktor! Wer auf die Musik der 80er Jahre steht, hat hier sein „Sing“-Game gefunden, klug durchdacht, und, was in diesem Genre möglich ist, nahezu perfekt!
Grafik
90%
Sound
95%
Gameplay
92%
Steuerung
95%

Gesamtwertung

93%

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