Katamari Forever

1617 0 1 1. Dezember 2009
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Dass die Japaner einen ausgefalleneren Geschmack, was die neuen Medien betrifft wissen wir schon länger. Man denke an ihre überzogenen Gameshows in denen es nicht bunt genug zu gehen kann. Bisher blieb, abgesehen von einigen Ausnahmen, die Spieleindustrie davon größtenteils verschont. Doch die Katamari-Reihe war schon immer eine angenehme Ausnahme und auch die Fortsetzung, die eigentlich mehr eine Sammlung aller Teile  ist, geht es auf der PlayStation 3 ab sofort deutlich bunter zu.

Rollspaß in abgefahrenen Welten

Der Prinz muss mal wieder die Weltordnung gerade biegen, denn sein alter Herr, der King of all Cosmos, hat das Bewusstsein verloren. Das wäre nicht passiert, hätte er nicht einen Sprung vorführen wollen, der geradewegs in einen riesigen Kometen führte. Der Kosmos ist im Aufruhr, doch glücklicherweise beschließt der Rat einen schnell zusammengeschusterten Roboter-König als Vertretung einzusetzen. Soweit so gut, doch leider fehlt dem stählernen Giganten noch eine Energiequelle – und da kommen wir ins Spiel. Als Prinz rollen wir eine Kugel vor uns her, die Gegenstände aufnehmen kann bzw. die Gegenstände bleiben an der Kugel hängen, wodurch diese immer größer und größer wird. In der ersten Mission, die auch als Tutorial fungiert, lernen wir die schnell zu erlernenden Bewegungsabläufe und schon kann es losgehen.

Soweit zur Story, doch wie funktioniert das Spiel eigentlich? Wie rollen wir uns durch die Levels und vor allem machen diese Spaß? Eins können wir vorweg nehmen: Katamari Forever ist wirklich gelungen und macht wirklich Spaß. Das Prinzip mit seiner Kugel durch alle möglichen Zimmer, Städte, Welten und Universen zu rollen macht auch auf Dauer Laune und ist durch die schönen und meist auch abgefahrenen Levels eine wirkliche Abwechslung zum typischen Weltenretter Alltag. Einmal rollen wir mit unserer Kugel durch ein Zimmer um den Müll zu entsorgen, dann rollen wir durch einen Supermarkt um möglichst viele Kalorien einzusammeln und ein anderes Male durchflitzen wir ganze Landstriche auf der Suche nach einem möglichst großen Bär oder einer Kuh.

Wie abgefahren kann ein Spiel sein?

Klingt doch alles soweit gut, doch auch leider hat auch Katamari Forever seine Schwächen, denn Katamari Forever bietet zwar die besten Levels aller Katamari-Spiele, aber letztlich dürften diese für Kenner der Reihe bereits bekannt sein und somit nicht mehr einen großen Anreiz bieten. Außerdem kommt es immer wieder zu Problemen mit der Kamera, die manchmal etwas unvorteilhaft justiert ist und somit nicht das Geschehen zeigt. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man von einem Abhang fällt und anschließend alles wieder “hochrollen” muss. Auch der fehlende Onlinemodus ist ein großes Manko, vor allem in der heutigen, immer vernetzten Zeit. Wir hätten es uns gut vorstellen können mit Freunden online die Levels zu durchrollen und aller Hand Schabernack zu treiben.

Doch wurmt uns das nicht weiter, denn Katamari Forever ist ein wirklich gutes Spiel. Das süchtig machende Rollen macht immer Spaß und fesselt an den Bildschirm. Wer erwartet, dass das Spielprinzip auf Dauer öde und eintönig wird irrt, denn immer wieder gibt es witzige Ideen, die das Spiel auflockern und das Licht auf andere Aspekte lenken wie z.B. das geniale Leveldesign oder die witzigen Charaketere. Doch nicht nur die Charaktere sind sehr schön gestaltet, auch die Zwischensequenzen strotzen nur so von Humor und Liebe zum Detail. Insgesamt also ein wirklich sehr lustiges und abgefahrenes Spiel.

Grafik und Sound

Leider dringt Katamari Forever mit seiner veralteten Grafik nicht in neue grafische Höhen ein. Der Comic-Look ist zwar ganz nett anzusehen, aber auf dem heutigen Stand der Technik ist er nun wirklich nicht. Einen großen Wermutstropfen stellt dies jedoch nicht dar, denn die Grafik ist dem Spielprinzip angemessen und die liebevoll gestalteten Levels, die nur so von Ideen strotzen, machen auch mit der angestaubten Grafik immer noch Spaß. Auch die schönen Menüs müssen hervorgehoben werden, da diese stimmig ins Spiel integriert sind. Alles in allem also eine solide visuelle Darstellung, die uns Katamari Forever hier auftischt.

Über den Sound von Katamari Forever lässt sich auch nicht viel Bösartiges sagen. Die Soundeffekte passen gut zum Spielgeschehen und die Musik, die von verschiedenen japanischen Interpreten zum Spiel beigesteuert wird, ist ebenfalls je nach Level mal mehr bzw. weniger gut. Trotzdem bleibt sich Katamari Forever seiner japanischen Herkunft treu und bietet, wann immer es geht, japanische Soundtracks an, die glücklicherweise aber auch in Englisch ab und zu gesungen werden.

Fazit

Obwohl Katamari Forever einen ungewohnten Weg geht und vielen vielleicht sogar etwas abgedreht vorkommen dürfte, gehört es doch zu der gehobenen Klasse der Spiele. Das Spiel macht durch das simple wie auch süchtig machende Spielprinzip, sowie die lustigen Charaktere auch auf Dauer Laune.
Grafik
80%
Sound
83%
Gameplay
85%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

83%

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