James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau

1149 0 0 24. September 2008
Gefällt mir!

“Das Spiel ist aus, Mr. Bond”. “Nein, ganz im Gegenteil”. Solch coole Sprüche können nur von einem kommen: 007 , dem britischen Agenten mit seiner Vorliebe für gerührten Martini. Desweiteren ist auch keine Frau vor ihm sicher und ganz offensichtlich auch nicht der Spielemarkt, denn mit “Liebesgrüße aus Moskau” bringt uns Electronic Arts ein Bond-Abenteuer aus dem Jahre 1963 wieder frisch auf den Tisch. Öfter mal was neues sagen wir und schauen uns das Game in Ruhe mal an…

Mütterchen Russland

Wer an James Bond denkt, wird dies unmittelbar mit spannenden Abenteuern, wilden Schießereien und natürlich schönen Frauen in Verbindung bringen. Und schon die erste Mission im Spiel zeigt wie man diesem Anspruch gerecht wird: Die Präsidententochter wurde entführt und es ist Bonds Aufgabe sie aus den Klauen der Entführer zu befreien. Einen Großteil dieser Mission erledigt man zu Fuss, aus der Third-Person-Perspektive, bei der man dem Helden von hinten über die Schulter sieht und den Schurken den Garaus zu machen versucht.

Hilfreich dabei ist das halbautomatische Zielsuchsystem mit dem man die Gegner per Knopfdruck (L1-Taste) automatisch anvisieren und dann erledigen kann. Klingt fast zu einfach, bringt aber dennoch eine ganz gehörige Portion Spass. Die wilden Schießereien hätten wir also und wenn man dann mit dem Jet-Pack (!), einer Art Raketen-Antrieb auf dem Rücken, die Präsidententochter aus den Fängen der bösen Buben befreit hat, weiß man auch wie hübsch die Töchter anderer Väter sind und was bondtypische Abenteuer mit sich bringen.

Diese erste Mission ist auch ein Sinnbild für den weiteren Verlauf des Spiels. Größtenteils zu Fuss kämpft man sich von Schauplatz zu Schauplatz und hechtet über hüfthohe Hecken, erklimmt Mauern und macht den Bösewichten das Leben schwer so gut es geht. Besondere Highlights sind aber die Sondermissionen. Neben den Jet-Packs, gibts da auch Verfolgungsjagden zu Wasser auf Motorbooten oder Pursuits mit dem Auto und zwar ganz stilecht mit einem Aston Martin.

Wie im Kino…

Das besondere an “James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau” ist sicherlich neben der Original-Lizenz die cineastische Umsetzung des Films in Pixel. Grafisch ist das Spiel sensationell in Szene gesetzt, insbesondere die Spielfigur selbst, denn man steuert niemand geringeren als Sean Connery durch die einzelnen Level und der sieht auf der PS2 genauso gut aus wie vom DVD-Player. Das haben die Entwickler wirklich toll in Szene gesetzt. So werden alle Zwischensequenzen zu einem echten Highlight und es kommt schnell echtes Kinofeeling auf, weil man ja wissen möchte wie es weitergeht. Und genau dies macht dann auch die hohe Langzeitmotivation aus, die das Spiel mit sich bringt, weil man als Spieler ja selbst Handanlegen muss, um zu erfahren wie die Story ausgeht.

Bei den Schauplätzen hat man sich nichts 1:1 an den Film gehalten, aber das bringt nur noch mehr Abwechslung. So glänzt das Spiel mit einigen neuen Szenerien, wenn auch das Spielgeschehen in seinem Ablauf dadurch dennoch starr bleibt. Man muss eben eine Reihe von Missionen in einer vordefinierten Reihenfolge erfüllen bevor man den Abspann sehen kann. Dennoch hält das Spiel an vielen Stellen, auch für Kenner des Films, eine ganze Reihe an unerwarteten Überaschungen und Wendungen bereit.

An der Sounduntermalung gibt es nichts auszusetzen. Geräusche und Musik sind perfekt in Szene gesetzt und fügen sich wunderbar ins Spiel ein. Die Hintergrundmusik ist bondtypisch sehr orchestral, sorgt aber für die notwendige Spannung und Atmosphäre, die ein solches Lizenzspektakel benötigt. Das Spiel ist desweiteren komplett in deutsch gehalte, das betrifft nicht nur die Sprachausgabe und die Menüs, sondern “natürlich” auch das in Papierform beigefügte mehrseitige Handbuch. So selbstverständlich ist das heute nämlich auch nicht mehr…

Geschüttelt oder gerührt ?

Wer ein Multitap sein eigen nennt und wenn die Kumpel daran denken ihre Joypads mitzubringen sind Spiele mit bis zu 4 Spielern möglich. Ziel der MP-Missionen ist es stets die anderen möglichst schnell aus dem Weg zu räumen. Als Schauplätze dienen die im Spiel freigespielten Level, so daß man sich auch eine kleine Verfolgungsjagd leisten kann. Spielerisch macht das eine Menge Freude und wer schon bei den SP-Missionen seinen Spaß hatte, wird auch Freude am “flotten Vierer” finden. Viel weltbewegend Neues bietet der Multiplayer-Modus nicht gerade, aber alle, die das Spiel schon durchgespielt haben, werden noch einige Stunden mehr Spielspaß dazu bekommen.

Fazit

Filmumsetzungen sind oftmals gescheitert, weil es sehr schwierig ist die Atmosphäre und die Emotionen eines Films mit interaktiven Elementen zu verbinden ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Electronic Arts hat allerdings bewiesen, dass es durchaus möglich ist. "James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau" ist mit Sicherheit eine der besten Filmumsetzungen überhaupt und glänzt neben der Grafik und den spielerischen Eigenschaften vor allem von seiner cineastischen Präsentation. Ein tolles Spiel, ab damit unter den Weihnachtsbaum.
Grafik
92%
Sound
91%
Gameplay
90%
Steuerung
86%

Gesamtwertung

90%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.