In 80 Tagen um die Welt

1142 0 0 24. September 2008
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2005 ist bekanntlich das Jules Verne Jahr, denn der berühmte französische Schriftsteller wäre am 24. März diesen Jahres 100 Jahre alt geworden. Grund genug an den visionären Schreiber solcher Werke wie “20000 Meilen unter dem Meer”, “Fünf Wochen im Ballon” oder “Von der Erde zum Mond” zu erinnern. Einer der meist beachteten Romane dürfte “In 80 Tagen um die Welt” sein, der mittlerweile schon mehrmals verfilmt worden ist, zuletzt auch in einer Hollywood Produktion mit Jacky Chan. Auf dem PC gabs davon zu wenig, also hat sich dtp glücklicherweise ein Herz genommen und ein passendes Adventure rund um die Geschichte der Erdumrundung gestrickt.

Eine Weltreise, die ist lustig

Auf einer Weltreise trifft man als Abneteurer so manche skurrile Gestalt und erlebt viele witzige Situationen – also ideale Voraussetzungen für ein Adventure. Gleich zu Beginn schlüpft man in die Haut von “Oliver”, einem jungen und ziemlich draufgängerischen Engländer und gleichzeitig dem schwarzen Schaft der Familie Lavisheart. Der einzige der ihn zu verstehen scheint ist sein Onkel Matthew, der sich allerdings in einer misslichen Lage befindet: Mit einer Wette bei der es um viel Geld und um die Aberkennung des Ingenieurtitels des Onkels geht, hat er zugesagt die Erde in nur 80 Tagen umrunden zu können. Heute ein Klacks, 1899 ein schier unlösbares Unterfangen. Aber es geht um den Ruf des Onkels und so ist es eine Ehrensache für den Spieler diese Aufgabe anzunehmen.

Als Beweis der Erdumrundung sind von bestimmten Stationen der Reise gewisse “Souvernirs” mitzubringen. Von Kairo über Bombay, Yokohama und San Francisco, da steht einem also einiges bevor.

Klassisches Adventure ?

…nicht ganz. “In 80 Tagen um die Welt” kommt als überaus schickes 3D-Adventure daher, welches sich aus allen Blickwinkeln betrachten läßt, also dem Spieler durchaus mehr Freiheiten gewährt, als zum Beispiel das ebenfalls dieser Tage erschienene “Ankh”. Abgesehen von der Darstellung und der Steuerung, einer Mischung aus Tastatur und Maus, wie man sie eher von Shootern gewohnt ist, bietet das Spiel durchaus gewohnte und bewährte Rätselkost. Im Wesentlichen bedeutet dies: “Gehe von A nach B” und “Kombiniere Gegenstand X mit Gegenstand Y”.

Wem das allein noch zu einfach ist, darf sich auch unter realistischen Bedingungen durchkämpfen und sich bewußt einem gewissen Zeitdruck aussetzen. 80 Tage sind keine Ewigkeit und so läßt sich im Spiel ein Energiezustand einstellen, auf den man besser achten sollte. Wenn unser Held nämlich müde ist, dann ist er müde und wird sich an Ort und Stelle schlafen legen, was nicht nur wenig erholsam ist, sondern das Spiel auch vorzeitig beenden kann, wenn auch das letzte Sandkorn durch die Uhr gefallen ist. Im einfachsten Modus spielt man allerdings ohne dieses Zeitlimit, welches ich ohnehin nur erfahrenen Adventure-Gurus ans Herz legen kann, da das eine oder andere Rästel einfach seine Zeit braucht.

Grafik und Sound

Wie bereits erwähnt ist die Grafik bei “In 80 Tagen um die Welt” ein echter Hingucker. Die visuelle Darstellung der Figuren und Landschaften bzw. Objekte ist überaus gelungen und macht bei einem Abenteuer dieser Art einfach Spaß. So gibt es eben noch mehr zu entdecken und zu bestaunen auf der Reise. Erstaunt sein muss man allerdings auch über ein paar Ärgernisse, die sich eingeschlichen haben. Vereinzelte Clippingfehler mag man ja auch Patch-gewohnter Spieler ja noch hinnehmen, aber die auffällig langen Ladezeiten zwischen den Levels sind schon nahezu unverschämt. Ein Fest für alle, die zwischendurch gerne mal einen Kaffee trinken.

Bei der Vertonung hat man sich auch merklich Mühe gegeben. Zu jeder Location gibt es einen eigenen Soundtrack, der genauso abwechslungsreich ist, wie die Umgebung selbst. Auch bei der Besetzung der Synchronsprecher wurde nicht gespart und so konnte man die deutschen Stimmen von Tobey Maguire und Matt Dillon für das Spiel verpflichten. Daumen hoch für so viel Einsatz.

Reiseende

Der Sound brillant, Steuerung okay, Grafik genial und dennoch verpatzt. “In 80 Tagen um die Welt” brilliert mit vielen Features, die jedes Adventurerherz höher schlagen lassen – und doch hat man einiges verpaßt. Eine Qualitätskontrolle, die genauso gut wie die Grafik gewesen wäre, hätte das Spiel zurückgestellt, einen Release um weitere Monate verschoben, denn es ist einfach noch nicht reif für die Regale.

Der im letzten Moment verschobene Release um 30 Tage hat eventuell schon geholfen und war sicher nötig, aber dennoch ist es einfach ärgerlich auf Patches für diverse Bugs angewiesen zu sein. dtp reagierte prompt, indem sie nur kurz nach dem Release einen ersten Patch veröffentlichte. Aber ob dies der richtige Weg ist ?

Fazit

"In 80 Tagen um die Welt" hat das Zeug zu einem wirklich guten Vertreter seiner Zunft zu werden. Allerdings bedarf es dazu noch des einen oder anderen Patches, weswegen ich jedem nur anraten kann die aktuellen Demoversionen anzutesten. Spielerisch gibt es am Game kaum etwas auszusetzen - technisch leider schon. So gibts eben nur eine bedingt Kaufempfehlung in der Hoffnung, das was nicht ist, noch werden kann...
Grafik
72%
Sound
84%
Gameplay
75%
Steuerung
76%

Gesamtwertung

77%

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