Spieletest: Grand Theft Auto 4 (PS4)

2580 0 2 13. Dezember 2014
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Titel:Grand Theft Auto V - [PlayStation 4]
EAN:5026555417013
System:PlayStation 4
Label:Rockstar Games

„Grand Theft Auto 5“ (PS3/XBox360 2013/ PS4/XboxOne 2014), oder wie es von den Fans liebevoll genannt wird „GTAV“ gehört zu einer der wohl umstrittensten Spielserien, die jemals unsere Freizeitgestaltung geprägt hat. Während man in den meisten Games die Welt in, mehr oder minder epischen Kämpfen rettet, oder zumindest die Wahl hat dies zu tun, setzt GTA seit jeher auf die Rolle des „Bad Guys“ oder, wie die Literaturwissenschaftler wohl eher sagen würden, „Anti-Helden“. Diesen rote Faden behält sich die Serie seit dem ersten GTA von 1997 vor und war „damals“ (vor immerhin sage und schreibe 17 Jahren! Viele GTA – Fans sind nicht einmal so alt.) schon prekär. Auch, wenn heutzutage die Weltgemeinschaft etwas abgestumpfter, oder sagen wir toleranter gegenüber Gewalt und Sex in Spielen und Filmen geworden ist, so gibt es nach wie vor bei jedem Release von GTA und einer Hand voll anderer Spiele Diskussionen über deren Limitierung und „wie weit es noch gehen darf“. Gerade die GTA – Reihe schafft es immer wieder die Diskussion anzuregen und die Menschen zu zwingen sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und dies ist – unparteiisch ob Gewalt in Spielen gut oder schlecht ist – sehr, sehr gut und nötig. Also sollte man das Spiel, wenn man nicht schon ein Fan ist, nicht von Haus aus verteufeln und verbieten, oder, was in den Augen von Fans noch viel schlimmer ist: Es zum Ponyhof zensieren.

Übersicht

„GTA V“ (PS4 2014) ist der Reboot des fünften Teils der „Grand Theft Auto“ Reihe, welcher im September 2013 erstmals über die angeschlossenen Projektionsflächen der Playstation 3 und Xbox 360 flimmerte. Nach mehr als einem Jahr Wartezeit, können nun auch die Next-Gen Konsolen mit einem der angesagten Top Titeln aufwarten, was in Augen vieler PS4 Halter mehr als nötig war. Inwieweit und ob die Reboot-Version grafisch oder technisch besser ist als der Erstrelease, sei hier bei uns erst mal außen vor. Wir wollen uns mit den Augen eines GTA – Neulings nur mit dem Spiel „GTA V“ (PS4 2014) auseinander setzen und ihn nicht in den Kontext seiner Vorgänger oder Spin-Offs stellen.

Los Santos im Griff des Verbrechens

„GTA V“ (PS4 2014) spielt in der fiktiven Stadt Los Santos, welche aus jeder Pore nach Los Angeles riecht: Eine ehemals prosperierende Stadt, mit Vierteln voller Super-Mega-Ultra Reicher und Vierteln voller gegenteilig vergüteter Menschen, eine mehr oder weniger brummende Filmwirtschaft mit einer entsprechenden Stars – und Sternchen Population und eine wachsende, gewaltbereite Masse an groß- und kleinkalibrigen Verbrechern, zu denen sich unsere 3 Titel „Helden“ zählen. Da ist zum einen Franklin, ein muskulös aufgepumpter junger Afro-Amerikaner, der nach dem großen Geld, Luxus, Autos und Frauen mit gewissen Reizen träumt und hierfür mit kleineren Gaunereien (u.A. Autodiebstahl, Hausfriedensbruch, Waffenbesitz, Körperverletzung, Bandenkriminalität, Totschlag, Hehlerei) seine Fähigkeiten schärft. Im Grunde ist er kein schlechter Kerl, der in vielen Situationen weiß, welche Grenzen er gerade im Begriff ist zu brechen, doch er ist sich auch keiner kitschig – romantischen Klischee-Ausrede zu schade, um dies dann zu rechtfertigen. Bei einem „Rückhol-Job“ bricht er in das Anwesen des zweiten „Helden“ ein: Michael, der selbst ein ehemaligen Großverbrecher im Ruhestand ist. Auf einem Auszug seines Strafregisters findet man schweren Bankraub, Besitz schwerer Waffen, Mord, Raubmord, Totschlag, Drogenbesitz und Drogenhandel. Kein Wunder also, dass sich Franklin zu ihm als Mentor hingezogen fühlt und lernen will, wie man zu einem der ganz großen Nummern wird. Der Dritte im Bunde ist der psychotische, drogensüchtige Gewaltverbrecher Trevor, ein ehemaliger Kollege Michaels. Als dieser in der Stadt auftaucht, um den örtlichen Drogenhandel zu übernehmen, geraten die Dinge aus den Fugen und die Drei werden gezwungen zusammen zu arbeiten, was eine filmreife Geschichte um Gewalt, Träume, Freundschaft und noch mehr Gewalt nach sich zieht, welche in drei möglichen, epischen Enden mündet.

Ein Rollenspiel…?

Die drei Protagonisten des Spiels könnten unterschiedlicher nicht sein. Durch ihre individuelle Vergangenheit haben sie nicht nur eigene Missionen zu erfüllen, sondern auch spezielle Fähigkeiten und Parameter. So kann Franklin, bedingt durch seinen Job als „Auto-Rückholer“ besser Autofahren, Michael ist ein exzellenter Schütze und Trevor…nun gut… der kann überdurchschnittlich gut ausrasten. Auch wenn die Fans der Reihe dies wohl weder lesen, noch hören oder wahr haben wollen: Das Spiel ist in den Aspekten ein wirklich intensiv durchdachtes Rollenspiel. Zudem haben die Charaktere nicht nur eine dicht gesponnene Vergangenheit, mit eigenen Motiven und Antrieben, sondern gehen an mehr oder minder gleiche Aufgaben unterschiedlich ran. Dies bedingt sich nicht nur aus ihrem Charakter, sondern primär aus ihren Parametern für Fahren, Ausdauer, Schießen, Kämpfen und so weiter. Während also Michael die Dinge gerne mit einer Pistole löst, stürzt sich Trevor wild ins Getümmel und Franklin fühlt sich am wohlsten hinter dem Steuer eines PS- Monsters in Glanzlackoptik. Ein weiterer RPG – Aspekt des Spiels ist das Skillen der Fähigkeiten: Während die meisten Semi – Shooter gänzlich auf Punkte oder der gleichen verzichten und die Kampfkraft ihrer Figur durch die Ausrüstung definieren lässt, verbessern sich die Werte der GTA Antihelden durch das Spiel selbst; soll heißen: weil Michael schon recht alt ist und dementsprechend wenig Ausdauer hat, kann man ihn trainieren, indem man um den Block joggt, Tennis spielt oder anderweitig seine Muskeln stählt. Dies geschieht quasi nahtlos und fügt sich rund in das Spiel ein. Zwar kann man hier bemängeln, dass es so länger dauert, als wenn man einfach Ausdauer per Punktesystem „kauft“, doch wirkt die „GTA V“ (PS4 2014) Version des Skillens natürlich und plausibel. In den Augen eines altgedienten Rollenspieles sogar plausibler und besser als in vielen echten RPGs.

Big, Bigger Los Santos

Die Welt von „GTA V“ (PS4 2014) ist enorm groß. Also wirklich „enorm“. Also sehr, sehr, sehr viel enorm Mega groß. So groß, dass man selbst mit einem angemieteten Zeppelin die wirkliche Reichweite nicht sehen kann. Beim Spielen denkt man oft: „Ja ok, dann mach ich mich mal mit meinem frisch geklauten Porsche auf den Weg zum Ende der Map, um abzuschätzen, wie groß das Ganze denn ist.“ Und man fährt, und fährt, und fährt, und fährt… Bis zum Ozean.
„Okay“, denkt man sich dann. „Vielleicht einfach Pech, dass ich gerade diese Richtung gewählt habe.“ Man schaut sich die Karte genauer an und wählt sich eine geradezu prädestinierte Abgrenzung aus: Den Rand der Map. Man steig also wieder in ein fremdes Fahrzeug, fährt ein, zwei Runden bis der Alarm aus ist und die sowieso relativ entspannten Passanten Ruhe geben und fährt los. Und fährt…und fährt…und…fährt…und… Erreicht man dann den designierten Fleck ist man geradezu geschockt: KEINE unsichtbare Wand! Nein vielmehr ist es so, dass am Rand der Map dann halt ein Berg im Weg steht oder sich die Straßen einfach wegbiegen und wieder in die Stadt führen. Selbst mit bekannten Open-World Spielen wie „Infamous Second Sons“ (PS4) oder „The Amazing Spiderman“ (PS 4) ist die schiere Größe nicht zu vergleichen. Zugegeben schrumpft bei solchen Actionspielen die Welt aufgrund der Superfähigkeiten der Helden große Distanzen schnell zurücklegen zu können, doch selbst wenn man das ausklammert ist Los Santos wirklich bemerkenswert groß. Und nicht nur das: Sie lebt!
Während man sich gerade in Superheldenspielen oftmals auf ein Dach stellt und hier und da ein Auto fahren, einen Passanten gehen oder auch mal einen Hund das Bein heben sieht, sieht man in Los Santos eine lebende, pulsierende, aktiv-dynamische Welt mit einer fast unbegrenzten Anzahl an NPCs, die alle ihren eigenen Geschäften nachgehen. Da steht eine Gruppe Jugendlicher an der Ecke und unterhält sich, bis ein willkürlich anmutender Passant kommt und pöbelt. Es entspricht ein Streit der mal abebbt, mal von Polizisten abgebrochen wird oder auch mal, wenn nichts geschieht, in einer Schießerei endet und das ohne, dass der Spieler auch nur irgendwas getan hat.
Respekt!

Die Schattenseiten

Der aufmerksame Leser wird inzwischen gemerkt haben: „Oh hey, es wurde bisher noch nichts über die verrufene Gewaltverherrlichung und Heroisierung von Verbrechern gesagt“. Ja: „GTA V“ (PS4 2014) lässt den Spieler Klauen, Morden, Amok laufen und so weiter. Und ja: Vor allem in den Zwischensequenzen wird das alles zum einen von Franklin entschuldigt und zum andren von vor allem Trevor verherrlicht. Im Spiel kann man Drogen nehmen, Morden, Foltern und nach belieben all das tun, was man im echten Leben nicht tun darf und nicht tun sollte. Dies kann bei manchen wenigen Spielern vielleicht dazu führen, dass die eigene Gewaltbereitschaft sinkt und der Konsum von Drogen verharmlost wird, aber – und dieses ABER sollte nicht zu klein geschrieben sein – es fordert nicht dazu auf, dies alles zu tun. Zwar hat man in gewissen Story – Punkten keine Wahl, zum Beispiel, ob man eine Schießerei eingeht, oder ob man jemanden erschießt oder nicht, aber man wird nie (wie in manchen anderen umstrittenen Spielen) gezwungen Unschuldigen zu Schaden. Wenn man gut zielt und nicht mit dem Sturmgewehr drauf los schießt trifft man keine Passanten, wenn man sich bemüht einigermaßen sicher zu fahren, tötet man Niemanden mit seinem Wagen, wenn man sich durch manche Zurufe von NPCs nicht reizen lässt, wird man auch nicht mit der Schrotflinte hinter dem Hetzer her jagen. Das Spiel spiegelt einen Ausschnitt der Gesellschaft wieder, der in vielen Punkten überspitzt wird und dadurch auch deren Schattenseiten heroisiert und deren Taten rechtfertigt, das stimmt, doch wirklich aktiv „böse Dinge Unschuldigen antun“ muss man in dem Spiel nicht. Und wer nun mit dem Finger hebt und sagt „Ja, aber es ist doch egal ob Unschuldig oder ein Bandenmitglied. Gewalt bleibt Gewalt“, der muss sich dann aber auch gegen so Spiele wie „Skyrim“ (PC, Konsolen), „Kingdom Hearts“ (div. Platformen) oder „Super Mario“ (div. Platformen) vorgehen, weil: Gewalt ist ja Gewalt, egal ob gegen Menschen, Drachen, Schatten oder kleine Pilzköpfe. In Spielen wird und muss es immer eine gewisse Form der Gewalt geben, damit eben die andere, viel größere Masse an Gamern einen Antrieb hat Punkte zu sammeln oder Level abzuschließen. Ob diese Gegner dann mit Gummibällen beworfen, einem Schlüssen verdroschen oder eben einem Gewehr erschossen werden, ist eine Form der Künstlerischen Freiheit, die sich der Entwickler des Spieles nehmen können muss, darf, sollte, immer schon genommen hat und nehmen wird. Wie bei jeder Kunst durch die Gesamtheit aller Kunstwerke die jemals erschaffen wurden gilt auch bei Spielen: Über Kunst lässt sich immer gut streiten.

Gameplay

„GTA V“ (PS4 2014) steuert sich prinzipiell immer gleich: Mit den Steuersticks wird die Richtung vorgegeben, mit wiederholtem X Tastenanschlag gerannt und gezielt, geschossen und der gleichen wird mit den Schultertasten des Controllers. Hier lässt sich Rockstar Games auf keine außergewöhnlichen Experimente ein. Meistens funktioniert das alles auch ziemlich gut und an die Trägheit der Kommandoeingabe, die dem Spiel viel Realismus verleiht, gewöhnt man sich auch schnell. Zudem lassen sich im Einstellungsbereich viele Faktoren wie Geschwindigkeit der Schwenkbewegungen, Zielgenauigkeit und deren Unterstützung durch das System den eigenen Vorlieben anpassen, was vor allem für ungeübte Schützen eine große Hilfe ist. Zudem lässt dich die Position der Kamera mehrfach umstellen: Schulter, Links-Oben und Ego – Perspektive, je nach Geschmack und auch flüssig während dem Spielen. Dies ermöglicht es schnell der Situation angemessen reagieren zu können.
In Fahrzeugen wendet sich das Blatt etwas. Zwar hängt die Präzision der Lenkbewegungen von der „Fahren“ Fähigkeit der Figur ab, doch die Trägheit der Umsetzung der Befehle, die im normalen Spiel mit der Figur noch für einen Funfaktor sorgte, verschafft im Inneren eines Gefährt Frust. Bei niedrigen Geschwindigkeiten lässt sich das Auto kaum wenden (wiederum auch abhängig vom Typ des Wagens) und bei hohen Geschwindigkeiten reicht meistens nur eine kleine Zuckung des Daumens, ausgelöst durch vielleicht den eigenen Pulsschlag des Spielers, um in einen anderen Wagen zu rasen, oder über eine Brücke zu schießen. Es ist zwar sehr realistisch, doch gerade bei Verfolgungsjagden in denen es auf Präzision ankommt (und von solchen Missionen gibt es viele) wird man da gerne zur Weißglut gebracht.
Gut wiederum ist, dass jedes Fahrzeug durchdacht ist und seine eigenen Stärken und Schwächen hat: Ein Motorrad ist super schnell, sollte aber tunlichst nicht mit irgendetwas kollidieren. Ein Lastwagen kann quasi alles und jeden rammen, dafür fehlt es an Wendigkeit und Geschwindigkeit. Sportwagen sind schnell und wenig, aber enorm schwer zu kontrollieren. Dieser detailverliebte Realismus geht sogar so weit, dass manche Wägen eher hinten und manche eher vorne ausbrechen, was in der Realität für Vorder- bzw. Hinterantrieb spräche.
Alles in allem ist das Gameplay Anfangs sehr klobig, doch fügt man sich in die Gesamtdynamik der Welt ein ist sie plausibel, detailliert und durchdacht.

Technische Aspekte

Grafisch wird man zunächst etwas enttäuscht. Gerade auf einer Playstation 4, die ja als „Next Generation“ Konsole bezeichnet wird, erwartet man ultra-auflösenden Realismus bis in die kleinste Pore der Figur. Zwar schaffen bisher nur wenige PS4 Spiele diese Erwartung zu erfüllen, doch es gibt sie definitiv. Leider gehört „GTA V“ (PS4 2014) nicht wirklich dazu. Bzw. nur halb: Die Grafik der Figuren würde selbst in Playstation 3 Zeiten als veraltet gelten. In den Zwischensequenzen wirken sie kantig und mit relativ wenig Tiefe. Die Mundbewegungen beim Sprechen und die Gestik und Mimik wirkt mechanisch und nicht wirklich überzeugend. Da gibt es, zum Beispiel mit „Beyond two Souls“ (PS3) definitiv bessere Spiele.
Aber: Die In-Game Grafik macht die veraltete Cut-Scene Grafik wieder wett: Die Figuren sind rund, haben räumliche Tiefe und verhalten sich, außer beim Rausfliegen aus dem Auto, realistisch. Die Gebäudetexturen spiegeln, werfen Schatten und verändern sich dynamisch ihrer Umwelt entsprechend. Genauso die bombastisch designten Autos: Hochglanzoptik wirkt wie aus dem Deluxe-Magazin und die Schrammen, Beulen und der Totalschaden wirken plausibel und durchdacht, auch wenn es ab und an nicht realistisch ist, dass, wenn man frontal in ein Haus rast, der Wagen noch fahrbar und der Fahrer noch lebendig ist.
Grafisch spielt also „GTA V“ (PS4 2014) in der In-Game Optik schon in der Liga der „besseren“ Playstation 4 Spiele, jedoch sind die Cut Scenes dahingehend etwas enttäuschend.
Der Sound ist eine Klasse für sich. Wenn man bei Spielen mit eingebauten Radio Funktionen diese dann auch als Hintergrundmusik laufen lassen will, hört man speziell für das Spiel produzierte Titel von unbekannten Bands und Künstlern, denen es meistens an Qualität und Überzeugung fehlt. Doch in „GTA V“( PS4 2014) dröhnt aus dem Radio schon mal ein moderner Rockhit oder auch smoother Rapsong von SnoopDog. Reale Musik in einem Spiel – genial!
Die Soundeffekte sind gut und natürlich in die Umgebung eingebaut. Da knallt es, wenn das Auto irgendwo rein fährt und da hört man die Sirenen der Polizei näher kommen, wenn man mit dem Gewehr Zielübungen macht. Überzeugend.
Die Synchronisation ist edler Champagner und Brackwasser zugleich: Sie ist detailliert, sehr gut umgesetzt, den Szenen entsprechend logisch und durch und durch filmreif! Da gibt es kein Wort oder Ton, der deplatziert wirkt und es kommen Sarkasmus und Wortwitz perfekt rüber! Wenn man es denn versteht… Der Realismus geht so weit, dass, vor allem Franklin mit seinen Bekannten so einen strengen Straßenslang spricht, dass man ihn kaum als Nicht-Amerikaner versteht. Das Englisch wird zerkaut und mit sinnentleerten Zwischenwörtern geflutet, dass Franklin und sein Kumpel Lemar sich gefühlte 2 Stunden unterhalten und man 2% versteht. Ganz zu schweigen davon, dass das „N-Wort“ alle 0,486 Minuten zu hören ist. Das gleiche, jedoch aus anderen Gründen, gilt für Trevor und seine psychotischen Ausbrüche: An Realismus kaum zu toppen, versucht man verkrampft zu verstehen, was genau er denn da so flucht. Ohne nennenswerten Erfolg.
Für Amerikaner vielleicht kein Manko, doch für Europäer definitiv einer. Der Untertitel hilft im Grunde nicht wirklich viel, da die Figuren schneller sprechen, als man es lesen kann.

Fazit

„GTA V“ (PS4 2014) ist ein gutes Spiel. Daran lässt sich nicht wirklich etwas wegätzen.
Die Story der drei Figuren Franklin, Michael und Trevor ist fundiert, tiefgründig und sehr gut erzählt. Die Gewalt des Spieles begründet sich hierbei nicht auf ihrer Verherrlichung, sondern auf das Leben der Drei, welches nun mal durchzogen von Gewalt ist. Man kann die Geschichten eines Junkies, eines pensionierten Bankräubers und eines Kleinganoven nicht erzählen, ohne Schusswaffen und Schießereien.
Die Optik des Spieles entspräche einer Schulnote 1- , da es im Grunde nur kleine Abzüge in der B-Note der Cut-scenes und des Realismus der Autounfälle gibt. Der Sound ist durchweg gelungen und lässt kein wirkliches Manko zu.
Das Gameplay ist schlüssig, realistisch und, wenn auch gewöhnungsbedürftig, sehr gut umgesetzt.
Die großen Diamanten, die das Spiel auf der Krone trägt, sind zum einen die Synchronisation, die zwar schwer zu verstehen aber detailverliebt umgesetzt ist und zum anderen die dynamische, riesengroße Welt von Los Santos und Umgebung, die man am liebsten entspannt auf einem Motorrad mit einem Countrysong im Ohr befahren möchte.

Weg von „Gewaltverherrlichung“ oder „Verrohung der Spieler“, vergesst „sinnloses Gangster-Proll-Gehabe“ oder „Retorten-Game, welches sowieso immer gleich ist“. Vergesst das alles ruhig.
„Grand Theft Auto 5“ (PS4 2014) ist ein gelungenes Spiel mit einer tiefgründigen Story und detailverliebtem Look und Sound, welches sowohl technisch, wie emotional den Zahn der Zeit der heutigen Welt trifft.

Fazit

Von wegen "hirnlose Gewaltverherrlichung" - Ein tiefes, stimmiges Spiel mit überzeugender Optik, perfekter Synchro und enormer Spielwelt!
Grafik
94%
Sound
98%
Gameplay
94%
Steuerung
86%

Gesamtwertung

95%

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