Ghost Squad

2657 0 2 24. September 2008
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Titel:Ghost Squad
EAN:5060138434394
System:Nintendo Wii
USK:Freigegeben ab 18 Jahren
Label:"Sega of America, Inc."
Release:2008-01-25

In einer Spielhalle sind Lightgun-Automaten ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Sie erfreuen den meist männlichen Spieler mit hirnloser Balleraction. Wäre das nicht eine schicke Feierabendbeschäftigung? SEGA portierte kürzlich den Arcadehit Ghost Squad auf Nintendos Wii und verwandelt unsere Wohnzimmer in moderne Schießbuden. Mit einer “richtigen” Knarre bewaffnet, ballert sich der Spieler als Mitglied einer Spezialeinheit durch die fulminanten Levels und spart dank der Wii-Version sogar ein kleines Vermögen. Ob die Umsetzung sich ganz gut anstellt oder besser in der Spielhalle geblieben wäre, erfahrt ihr hier im Testbericht.

Wieder mal der Präsident…

Ghost Squad ist ein typischer Railway-Shooter. Das bedeutet, dass der Spieler die Charaktere auf dem Bildschirm nicht selbst steuert, sondern wie auf Eisenbahnschienen durchs Level gefahren wird. Man kann sich somit ganz gemütlich aufs Schießen konzentrieren. Ghost Squad heißt schnelle Action – die lächerliche Story bildet lediglich den Rahmen für hoch bewaffnete Terroristen, riesige Hubschrauber und gefährliche Granaten. Meistens geht?s bei Ghost Squad um die Rettung des US-Präsidenten aus den Klauen irgendwelcher Schurken. Geiseln sollten nach Möglichkeit ebenso verschont bleiben.

Insgesamt gibt es drei Mission mit einer Dauer von jeweils 15 bis 30 Minuten. Auf den ersten Blick scheint das inakzeptabel wenig zu sein, doch ganz so schlimm ist es nicht. Im Verlauf des Spiels erhält der Spieler immer wieder die Möglichkeit, zwischen mehreren Abzweigungen und Taktiken zu wählen. So gelangt man innerhalb einer Mission zu den unterschiedlichsten Räumen. Die zu treffenden Entscheidungen reichen von “linke oder rechte Tür?” bis hin zu “Bombe entschärfen oder Geiseln befreien?”. Hin und wieder erreichen wir dabei Stellen, an denen das Spielprinzip kurzzeitig verändert wird und wir kurzerhand zum Scharfschützen werden oder in vernebelten Räumen alles über eine Wärmebildkamera wahrnehmen. Damit eine Mission als komplett gilt, muss man sie mehrmals Spielen und alle Teilbereiche erfolgreich abschließen. Am Ende jeder Mission erscheint eine Tafel mit den möglichen Abzweigungen im Level, um nicht den Überblick zu verlieren. Zusätzlich kann man jedes Level in insgesamt 16 Schwierigkeitsstufen spielen. Nicht nur die Anzahl und das Aussehen der Gegner verändern sich da, es tauchen auch immer wieder Überraschungen und neue Taktik-Weichen auf, die in den anderen Stufen nicht präsentiert wurden.

Eine Spielhalle? Hier?

SEGA hat noch ein paar Party- und Vier-Spieler-Extras eingebaut, mit denen die Polizeieinheiten zum Beispiel mit Wasserpistolen ihren Pflichten nachgehen und Bikini-Models als Terroristen die ernste Lage dekorieren. Bei einem Arcade-Shooter darf eine Highscore-Liste natürlich nicht fehlen. Über das Internet können Spieler ihre Punktzahlen hochladen und mit anderen Spielern weltweit vergleichen. Ein nettes Feature. Der Langzeitspaß soll darüber hinaus durch neue Waffen und Kostüme aufrecht gehalten werden. Der Umfang des Kernspiels ist und bleibt mit drei Missionen ungeachtet aller Variationen viel zu gering. Dieser Kritikpunkt wird durch den hohen Preis des Spiels massiv erschwert. Ghost Squad ist (mit aktuellem Wechselkurs) in den USA für rund 20 Euro zu haben und kostet mit etwa 50 Euro hier folglich locker das Doppelte?

Das originale Ghost Squad erschien im Jahre 2004. Grafisch hat sich in der Videospielindustrie seitdem einiges getan. Das merkt man Ghost Squad ganz besonders an. Die damals schicke Grafik muss sich heute den Vorwurf schlechter Qualität gefallen lassen. Sie wurden nicht überarbeitet. Die Gegneranimationen hat man schnell alle gesehen, die Texturen sind unklar und Blut gibt es schon gar nicht (obwohl ein großer 18er-Sticker die Packung verziert). Auch hier kommt das Preis-Leistungs-Argument zum Tragen, schließlich will SEGA eine leicht überarbeitete Konserve als Vollpreis-Spiel verkaufen.

Fazit

Die Wurzeln von Ghost Squad liegen in der Spielhalle. Das ist Segen und Fluch zugleich, denn während man einerseits mit schneller Action bedient wird und das gewisse Lightgun-Flair tatsächlich aufkommt, hat man dagegen den Umfang des Spiels sehr schnell gesehen und wird sich möglicherweise an der verstaubten Grafik stören. Somit bleibt Ghost Squad hauptsächlich etwas für Genre-Fans und Freunde der schnellen Unterhaltung. Für die wird der Automaten-Klassiker dann aber auch ein kleiner Hit im Regal sein.
Grafik
66%
Sound
68%
Gameplay
79%
Steuerung
79%

Gesamtwertung

73%

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