Ghost Recon Advanced Warfighter

2134 0 1 24. September 2008
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Tom Clancy dürfte Spielefans in der ganzen Welt nicht erst seit der Spieleserie rund um die Thriller bekannt sein. Nun machen sich wieder seine Ghosts auf für Recht und Ordnung in einer globalisierten Welt im Jahre 2013 zu sorgen. Dieser Sprung in die Zukunft führt fast zwangsläufig auch dazu, dass das Team rund um Captain Scott Mitchell besser ausgestattet ist denn je zuvor. Ob “Ghost Recon – Advanced Warfighter” aus dem Hause Ubisoft besser ist als jeder Teil zuvor, zeigt unser Spieletest.

Ghost Recon Advanced Warfighter. Kurz: GRAW

Nach der Installation wird es wohl zunächst das Beste sein, sich erstmal intensiv mit der Trainingsmission im Einzelspielermodus auseinanderzusetzen. Auch erfahrene Spieler dürften nämlich mit der komplexen Steuerung und den zahlreichen eingeblendeten Zusatzinformationen erstmal überfordert sein. Glücklicherweise erklärt diese erste Mission dem Spieler in Babysteps wie der Hase läuft. In der linken oberen Ecke beispielsweise finden wir das Cross-Com Videofenster, mit dem wir vorranging unsere Teamkollegen befehilgen können. Dazu wählt man ein Teammate aus und navigiert ihn dann mithilfe eines Fadenkreuzes an die Stelle, an die der Teamkamerad sich bewegen soll. Natürlich können wir auf die gleiche Art und Weise auch den Befehl zum Angriff geben oder unsere Truppe zum Position halten auffordern.

Rechts oben im Bildschirm finden wir den sogenannten Narcom-Screen. Diese ist im Wesentlichen sowas wie eine externe Quelle. Hier werden uns Livebilder aus dem Fernsehen zugespielt oder der Befehlsstand gezeigt. Weitere Infos findet man dann noch in den verbleibenden Ecken: Vom Gesundheitszustand über die Wahl der Waffe und Munition bis hin zum eigenen Herzschlag. Kurzum: Das HUD (Head-Up-Display) ist voller Informationen, die es erstmal zu verarbeiten gilt, hat man sich jedoch erstmal dran gewöhnt, dass von allen Seiten Infos auf einen zukommen, kommt man ganz gut damit klar.

The Future is Now !

Im Laufe der ersten Mission wird dein Team erstmal über Mexiko City aus einem Hubschrauber abspringen und versuchen die entstandenen Unruhen, verursacht durch die Rebellen, wieder in den Griff zu bekommen und was noch wichtiger ist: Wir brauchen die Nuklearcodes wieder, die sich in den Händen der Rebellen befinden und die damit die ganze Welt in ein neues Chaos stürzen könnten. Bereits im Flug über der Metropole bemerkt man den wohl größten Pluspunkt des Spiels: Eine perfekte Mischung aus zukunftsgerichtetem Realismus und einer packenden Atmosphäre. Einige hundert Meter über dem Erdboben öffnet sich mit einmal mein Fallschirm und ich lande auf einer Brücke. Meine Teamkameraden sind über das ganze Stadtgebiet verstreut und ich werde sie erstmal suchen müssen.

Während der Mission wird das Team immer wieder unter Beschuss geraten und so gilt es sich und seine Truppe taktisch einzustellen. Man kann seine Kameraden auf “Angriff” einstellen, wo sie auf alles schießen was sich bewegt. Dieser Modus ist zwar recht aggressiv, aber mitunter auch sehr riskant. Ein anderer Status wäre “defensiv”, wobei das Feuer erst eröffnet wird wenn der Teamleader oder zumindest einer der Teammates unter Beschuss steht.

Ein besonderes Gimmick im Spiel ist die Drone. Mithilfe dieser Drone kann der Spieler nämlich feindliches Gebiet erkunden ohne sich selbst und seine Truppe in die Schusslinie zu bewegen. Diese Aufklärungsdrone ist eine Art “fliegendes Auge” welche ich in bekanntermaßen belihaltige Gegenden surren lassen kann, um dort die Position von feindlichen Truppen auszukundschaften. Natürlich kann die Drone selbst auch ins Visier geraten, wenn sie entdeckt wurde, daher sollte man versuchen sich möglichst unauffällig zu bewegen und im Falle eine Falles das Fluggerät schleunigst zurückzubeordern.

Teamplay ist alles

Auch den Status der Kollegen im Team sollte man immer im Auge behalten. Wechselt dieser nämlich von grün über gelb zu rot sollte man ihm schnell befehlen in Deckung zu gehen. Kommt dieser Befehl nämlich zu spät müssen wir ihm wohl oder übel selbst zu Hilfe kommen und dabei unsere eigene Position verlassen. Anderenfalls riskieren wir, dass uns unser Kamerad verläßt und wir den Rest der Mission mit einem Mann weniger auskommen müssen, was die Aufgabe sicherlich nicht einfacher macht.

Teamplay dürfte auch dringend notwendig werden, denn unsere Feinde sind offensichtlich intelligent. Auf jeden Fall sind sie clever genug in Deckung zu gehen und nicht in mitten einer Strasse stehenzubleiben. In Sache KI hat der Entwickler wirklich eine tolle Leistung erbracht und hiermit einen der viel zu häufig vorkommenden Fehler in Spieler aller erdenklichen Genres ausgemerzt. Endlich geht auch der Gegner mal in Deckung. Prima.

Gameplay und Multiplayer

Am Gameplay selbst gibt es nur wenig auszusetzen. Die Singleplayermissionen sind spannend und auch vom Leveldesign her gut durchdacht. Auch wurde an alles gedacht: Man legt sich nicht einfach hin, sondern kann sich auch aus dem Spurt unter einer Staubwolke in den Schmutz fallen lassen und robbt dann äußerst realistisch animiert weiter durch denselbigen. Einzig mit der Schussgenauigkeit hapert es ein wenig. Das Fadenkreuz bewegt sich unentwegt in einer Art und Weise, die wenig realistisch erscheint und so macht es dann doch manchmal Schwierigkeiten aus großer Distanz einen Gegner erfolgreich aus Korn zu nehmen. Hier wird dem Spieler ein hohes Maß an Geduld und Übung abverlangt.

Neben dem Singleplayermodus gilt es auch die Multiplayermissionen hervorzuheben. Im Wesentlichen stehen uns hier drei Spielmodi zur Auswahl: Solo (jeder für sich), Team (ein Team gegen ein anderes) und Coop (Mensch vs. Maschine). Daneben gilt es dann noch die Spielvariante zu wählen, wovon es vier gibt: Gebiet einnehmen und halten (1), “Vernichtung”, also jeden und alles zu eliminieren, der nicht zum eigenen Team zählt (2), “Kampagne”, eigentlich eine Coop-Abwandlung (3) und das selbsterklärende “Missionsziel” (4).Im Multiplayermodus fehlen zwar plötzlich einige gewohnte Funktion, wie zum Beispiel das Um-die-Ecke-sehen, aber dafür ist die Steuerung nicht mehr ganz so überladen, was das Spiel insgesamt dann doch wieder einfacher macht.

Grafik und Sound

Die Grafik, sowohl die Figuren, die Umgebung als auch solche Sequenzen wie der Fallschirmsprung sind einmalig umgesetzt und in dieser Form auch noch nie zu sehen gewesen. Bei diesem Spiel explodiert alles mathematisch korrekt, es bewegt sich alles physikalisch korrekt und dementsprechend macht es korrekt viel Spaß, sich die Zeit mit dem Game um die Ohren zu hauen. Nach einer gewissen Gewöhnungszeit kommt man sich wirklich vor wie ein Teil der Handlung, wie ein Teil dessen was da auf dem Screen vor sich geht, also liebe Eltern: Nichts für schwache Nerven das Game, auch wenn es nicht sonderlich brutal ausfällt, wenn man mal von den üblichen moralischen Bedenken absieht. Grafisch jedoch hat man mit “Ghost Recon – Advanced Warfighter” sicherlich einen Meilenstein geschaffen.

Und auch musikalisch und soundtechnisch braucht man sich nit zu verstecken. Angefangen bei der professionellen Synchronisation, über die packende Musik aus der Feder von Tom Salta bis hin zu den Ingame-Soundeffekten hat man alles getan, um die Atmosphäre weiter auszubauen.

Fazit

Auch wenn es schonmal erwähnt wurde kommen wir nicht umhin es nochmals herauszustellen: Die Atmosphäre des Spiels kann man nur mit "mitreißend" beschreiben. Ein absolut packendes Spielerlebnis mit allem was man sich von einem tollen Taktikshooter erhoffen durfte. Die Hardwareanforderungen sind zwar üppig, wer mit diesen aber Schritt halten kann, sollte sich das Spiel zulegen, dann bekommt er auch zu sehen, was sein Rechner zu leisten im Stande ist. Kaufen, kaufen, kaufen.
Grafik
92%
Sound
90%
Gameplay
92%
Steuerung
88%

Gesamtwertung

91%

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