Spieletest: Ghost Pirates of Vooju Island (PC)

2078 0 1 16. Januar 2010
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Titel:Ghost Pirates of Vooju Island
EAN:4017244024279
System:Windows Vista
USK:Freigegeben ab 6 Jahren
Label:dtp Entertainment AG
Release:2009-11-06

Papa Doc, Jane Starling und Blue Belly haben ein Riesenproblem. Schließlich wird man nicht alle Tage von einer Vooju-Zauberin verflucht und in Geister verwandelt. Zugegeben, es hat Vorteile sein Leben losgelöst von seinem Körper zu leben, immerhin braucht man keine Türen mehr, Wände sind auch bedeutungslos. Dennoch wollen die drei natürlich schnellstmöglich wieder in ihre Körper zurück und zu allem Überfluss will sich der finstere Pirat Green Beard zum König der Piraten krönen lassen. Das müssen wir verhinden. Harr-harr!

Ghost Pirates of Vooju Island

Bill Tiller ist in der Spieleszene kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der langjährige Entwickler für Lucas Arts zeichnet sich mitverantwortlich für “Monkey Island 3 + 4” und war auch maßgeblich an der Entwicklung von “Indiana Jones und der Turm von Babel” beteiligt. Nach seinem Fortgang hat Tiller in Eigenregie weitergemacht und brachte mit “A Vampyre Story” einen respektablen Titel auf den Markt. Mit “Ghost Pirates of Vooju Island” wagt er nun einen Schritt “zurück in die Vergangenheit”, denn die Parallelen zu “Monkey Island” sind an vielen Stellen doch sehr deutlich. Mit viel Witz und Charme haben Tiller und seinen Mannen versucht ein ähnliches Piratenmärchen zu erzählen, nur eben mit etwas mehr Zeitgeist und eben aktueller Technik…

As Spieler kann man sich im Game zunächst frei entscheiden, als welche Figur man spielen möchte und darf auch stetig zwischen den Protagonisten wechseln:

Papa Doc ist der Vooju-Magier im Team und beherrscht ein wenig die Vooju Zauberkraft. Er war einst Lehrling der bösen Zauberin Mama Malidei, der ehemaligen Beschützerin von Vooju Island. Er ist ein sehr ernsthafter Zeitgenosse und überaus verantwortungsbewusst. Allerdings ist er ab und zu auch etwas zerstreut und verwechselt ganz gerne mal die Namen von seinen Mitstreitern Blue Belly und Jane Starling, ist aber auch immer wieder mal für einen guten Witz zu haben.
Jane Starling ist Piraten-Kapitänin und weiß mit ihrem „Sexappeal“ den Männern die Sinne zu verdrehen. Doch Vorsicht, sie ist nicht nur äußerst schön, sondern auch sehr impulsiv und verdammt clever. Sie hatte einst eine Liaison mit dem Piraten König Flint, dem „Erol Flynn“ unter den Piraten, und ist nach ihrer Trennung auch noch ein wenig verliebt in ihn, was sie in manchen Situationen entsprechend eifersüchtig erscheinen lässt.
Blue Belly ist Koch und isst leidenschaftlich gerne, was man seiner Figur auch durchaus ansieht. Sein richtiger Name ist Ham Rackham, dessen er sich allerdings etwas schämt und er sich deshalb den Spitznamen „Blue Belly“ zugelegt hat. Er ist sehr freundlich anderen Menschen gegenüber und zudem äußerst pflichtbewusst.

Da hol mich doch der Hai!

Das Wechseln zwischen den Charakteren ist zwar wie gesagt möglich, doch ein echtes Zusammenspiel entsteht dadurch leider nicht. Echte Team-Rätsel gibt es also nicht, dafür ist die Rätselkost traditionell. Die mittelschweren Rätsel im klassischen Adventure-Stil sind kurzweilig und unterhaltsam, auch wenn man nie genug Informationen hat, um die meisten Rätsel ganz allein zu lösen. Man benötigt oftmals mehrere Anläufe und Wechsel der Figuren, um genügend Infos zu sammeln. Beispielsweise kann man zu den gefundenen Gegenständen auch seine beiden Begleiter befragen, um mehr über die Objekte zu erfahren, was mitunter recht wichtig sein kann, weil sich so versteckte Tipps finden lassen. Das ist auch bitter nötig, weil das Spiel selbst leider keine Hilfe anbietet. Das dürfte insbesondere Adventureneulinge etwas mürbe machen. So laufen viele Rätsel auf eines hinaus: Probieren, probieren, probieren. Try and Error!

Die Steuerung erfolgt komplett über die Maus, auch Genre-Rookies sollten damit wahrlich keine Probleme haben. Hat man dann einige Rätsel gelöst bekommt man als Belohnung den Fortgang der Geschichte in netten Videosequenzen präsentiert.

Grafik und Sound

Optisch präsentiert sich “Ghost Pirates of Vooju Island” auf hohem Niveau. Insbesondere die Charaktere wurden mit unglaublicher Detailverliebtheit realisiert und bieten mit ihren flotten Sprüchen und genialen Gesten und Gesichts-Reaktionen eine Menge Spass. Aber auch die Hintergründe und Locations sind glücklicherweise bestens gelungen und präsentieren sich dabei äußerst farbenfroh. Einzig die Animationen können mit diesem Gesamteindruck nicht ganz mithalten und fallen wegen Hölzernheit etwas ab.

Die musikalische Untermalung passt bestens zum Thema des Spiels und bietet viel Abwechslung, da sich die Musik desöfteren an die Location anpasst. Auch die Synchronisationssprecher leisteten formidable Arbeit und verleihen den Charakteren mit ihren Stimme eine Seele. Die Sprüche sind zwar nicht immer wirklich witzig, aber dennoch wissen die Dialoge zu gefallen.

Features:

  • Humorgeladene Story aus der Feder von Bill Tiller
  • Drei spielbare Hauptcharaktere
  • Bietet die Möglichkeit jederzeit zwischen den drei Protagonisten hin und her zu springen
  • Große Anzahl weiterer schaurig-lustiger Charaktere
  • Wechselspiel von Geister- und Menschengestalt
  • Benutze magische Geisterkräfte, um Rätsel zu lösen
  • Wunderschöne, handgezeichnete und detailreiche Spielwelt
  • Außergewöhnliche Vooju-Magie

Fazit

Fahrt die Planke aus - wir haben hier einen Leser der das Spiel noch nicht sein Eigen nennt. "Ghost Pirates of Vooju Island" bietet eine Menge Spielspass und Gags, die insbesondere Freunde von "Monkey Island" ansprechen dürften. An das große, geniale Vorbild konnte man vielleicht anknüpfen, für einen Silberaward reicht es aber dafür ganz bestimmt. Und jetzt: Zugreifen oder Kielholen...
Grafik
77%
Sound
85%
Gameplay
75%
Steuerung
83%

Gesamtwertung

80%

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