Genji – Days of the Blade

1050 0 1 24. September 2008
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In “Hagakure” auch als Ehrenkodex der Samurai bekannt gibt es eine Stelle, die dem Hauptprotagonisten von “Genji: Days of the Blade” gefallen dürfte: “Stell dir jeden Morgen aufs neue vor, dass du bereits tot bist. Halte dich jeden Morgen, wenn dein Geist friedvoll ist, ohne Unterlass für tot, denke über verschiedene Arten des Todes nach, stelle dir deine letzten Augenblicke vor, wie du von Pfeilen, Kugeln und Schwertern in Einzelteile zerfetzt wirst, von einer Woge weggespült wirst, in ein rasendes Feuer springst, von einem Blitz erschlagen wirst, in einem großen Erdbeben untergehst, von einer schwindelerregenden Klippe stürzst, an einer tödlichen Krankheit leidest oder plötzlich tot umfällst.”.

Das Leben als Samurai

Diese markigen Worte waren Pflichtlektüre für jeden Samurai und Genkuro Yoshitsune (1159 – 1189) Japans berühmtester Kriegsherr und Samurai-Befehlshaber war einer von Ihnen. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eben dieses Feldherrn und setzt damit die Geschichte aus dem ersten Teil fort. Drei entscheidende Schlachten erwarten den kühnen Spieler und neben dem Kriegermönch Benkei, den man vielleicht schon aus Teil 1 kennt gesellen sich zwei weitere Krieger zu dem Duo: Shizuka und Buzon. Unnötig zu erwähnen, dass jeder Charakter seine eigenen Stärken und Schwächen hat, die es entsprechend zu nutzen oder zu umgehen heißt.

Nun muss man mit diesem Quartett durch ein recht lineares Spielgeschehen steuern und immer wieder die herannahenden Horden von Gegnern niedermetzeln. In dem Fantasy-Spektakel hinterlassen die dahingerafften Gegner dann rote Kristalle, die wiederum die eigene Schlagkraft und Defensivstärke steigern. Durch die Metzelei füllt man nach und nach seine “Kamui-Leiste” auf, die dann mit einem Tastendruck aktiviert werden kann und den Spieler und dessen Gegner dann in eine Art Trance oder Parallelbewußtsein versetzen. Hier läuft alles in Zeitlupe ab und man kann den Angriffen der Gegner noch eleganter ausweichen und den nächsten Angriff noch tödlicher platzieren. Dieser Modus ist sicherlich ein Highlight des Spiels…

Etwas Abwechslung bitte…

Um für etwas Abwechslung zu sorgen muss der Spieler hin und wieder kleinere Sonderaufgaben lösen. Dazu zählt beispielsweise die Suche nach Schlüsseln oder anderen Gegenständen, die ein Weiterkommen ermöglichen. Etwas hinderlich ist speziell hier, die nicht gerade günstige Kameraführung. Nicht nur werden Objekte und Gegner manachmal ungünstige verdeckt, sondern auch plötzliche Positionswechsel führen dazu, dass man sich mitten im Kampf plötzlich neu orientieren muss, was zwangsläufig dazu führt, dass man einige Sekunden aus dem Tritt kommt. Das gibt Punktabzug…

Die Schwierigkeit ist sicherlich nicht gerade als einfach zu bezeichnen, sondern bewegt sich vielmehr im gehobenen Niveau. Häufiges Abspeichern wird hier zur Pflicht, denn wenn einer der bis zu vier Charaktere stirbt, ist das Spiel vorbei. Leider fehlt es gelegentlich an einer ordentlichen Missionsbeschreibung, so daß man sich mitunter schonmal verloren vorkommt.

Grafik und Sound

Vor allem die Bewegungsabläufe der Charaktere können sich sehen lassen. Das schwungvolle Hinabfallen des Schwertes oder der geschmeidige Sprung des Protagonisten können sich genauso sehen lassen, wie der Detailgrad der Spielfigur. Einzig die Locations können da vor allem atmosphärisch manchmal nicht ganz mithalten, aber nichtsdestotrotz bewegt sich das Spiel grafisch im oberen Drittel.

Der Soundtrack macht atmosphärisch zudem wieder einiges gut, gelingt es ihm doch die japanisch angehauchte Atmosphäre gut einzufangen. Flöten- und Trommelklänge schaffen einen guten Teppcih für die kommende Action. Diese wiederum wird von sehr gelungenen Soundeffekten untermalt und die Charaktere sprechen auch laut und deutlich, wenn auch nur Japanisch und Englisch. Deutsche Untertitel machen das Spiel aber auch hierzulande verstädnlich.

Fazit

"Genji: Days of the Blade" ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Teils, jedoch nicht ganz ohne Macke: Die Kameraführung, die wirklich stark vom restlichen Niveau des Spiels abfällt und einiges an Spielspaß kostet. Technisch gibt es ansonsten kaum etwas auszusetzen und auch atmosphärisch ist man gut bedient. Wer also "Hagakure" unter dem Kopfkissen liegen hat sollte schleunigst zugreifen - und alles Freunde von ordentlicher Hack&Slay-Action sollten auf jeden Fall ein Auge drauf werfen...
Grafik
79%
Sound
81%
Gameplay
75%
Steuerung
68%

Gesamtwertung

77%

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