Eragon

1251 0 0 24. September 2008
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Ein Buch, ein Film, ein Spiel. Das ist sozusagen der Standardablauf in der Trilogie des maximierten Erfolges. Man nehme ein erfolgreiches Buch das sich auf dem Markt mehr als bewährt hat, schreibe daraus ein Drehbuch, verfilme das Ganze mit ebenso vielversprechendem Erfolg und dann hat man etwas das sich lizensiert in garantiert einen Erfolg auf dem elektronischen Entertainmentmarkt ummünzen lässt. Natürlich vorasugesetzt es wurde einigermassen sachgerecht und liebevoll umgesetzt. Vivendi Games erfreut die Fantasy Fans seit kurzem mit der Umsetzung des Debutbestsellers “Eragon”.

Klassische Geschichte

Man nehme: Ein geheimnisvolles Ort/Stadt/Land/Welt in der ein(e) böse(r) Graf/Prinz/König herrscht und mittels Unterdrückung/Gewalt/Furcht jegliche Freude der Bewohner verhindert. Dazu greife man sich eine(n) Held(in) nebst möglichen Begleitern die vor allem eins verbindet nämlich der Wunsch diesem Zustand ein Ende zu bereiten, und fertig ist das Grundgerüst. Eragon folgt diesem handelsüblichen Schema bis aufs kleinste Detail und stellt dem Spieler den Bösewicht Galbatorix, das Land Alagaesia, den Helden Eragon und seine Begleiter den Drachen Saphira und Brom vor. Ziel des Spiels ist natürlich der endgültige Sieg des Helden Eragon über den Schurken Galbatorix. Soweit so gut.

Einstieg und Entwicklung

Das Spiel ist, wie viele lizensierte Titel einfach gestrickt und gradlinieg aufgebaut. Da man nahezu zwangsweise den Vorgaben der Lizenz folgen muss, bleibt hier meist auch nicht viel Spielraum. Zu Beginn erhält man daher ein kurze aber praxisgerechte Einführung in die Spielweise und die Hintergrundgeschichte und dann geht’s los. Galbatorix war nämlich, wie alle anderen Schurken auch, so schlau es nicht sofort zum Finalkampf kommen zu lassen, sondern erstmal den Gegnern genug Freiraum zu lassen um sich mental und psychisch auf ihn vorzubereiten. Das bedeutet im Klartext dass man eigentlich einfach nur alles aus dem Weg räumt was sich irgendwie bewegt und besiegen läßt.

Zu diesem Zweck hat Eragon die Standardwaffen jeglicher Fantasygeschichte parat, Schwert und Bogen. Der Umgang mit ihnen ist ebenso einfach wie effektiv und dürfte auch Gelegenheitsspielern keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Das ganze Spiel ist eher einsteigerfreundlich gehalten denn grosse Spieltiefe kommt eigentlich nicht auf, die Story verläuft geradlinig und die Gegnerscharen glänzen auch weder durch Vielfältigkeit noch durch ein Übermaß an Abwechslung. Dies wird spätestens nach 2-3 Stunden Spiel leider überdeutlich während am Anfang der Spielpass durchaus hoch ist.

Levelbasiert oder doch Story ?

Obwohl in Missionen unterteilt, verliert sich im Laufe des Spiels doch ab und an der Überblick wie weit man nun eigentlich ist, bzw. was man gerade tun sollte. Da stellt sich dann die Frage ob hier verschiedene Leute für das Design verantwortlich waren. Aber auch dies stört den Ablauf eher weniger, da auch durch die Begleiter Eragons einiges an Abwechslung ins Spiel kommt. Wenn man mit Schwert oder Bogen mal nicht weiterkommen sollte, hilft auch ein Blick ins Reich der Magie, denn was wäre ein Fantasyspiel ohne Magie ?

Herumliegende Gegenstände, sowie die Kulissen dienen des öfteren dem Kampf und sollten mit Bedacht eingebracht werden. Nett ist es auf jeden Fall wenn man sich auf den Rücken des Drachens (der Drachin ?) schwingt und fliegend seine Gegner zu vernichten sucht. Wäre nun die Geschichte wenigstens ab und zu ein wenig tiefergehend erzählt oder in den Zwischensequenzen etwas aufwendiger gestaltet so könnte man sich daran erfreuen, hier aber zählt eher der Anspruch, schnell ins nächste Level zu gelangen.

Technisch kein Meisterwerk

Die Grafik ist sicherlich kein Meilenstein allerdings ausreichend für das Spiel. Gleiches gilt für die Sounduntermalung. Die Steuerung hingegen stellt sich doch manches mal als Pferdefuss dar. Allein durch die fixe, nicht beinflussbare Kamerasteuerung, geht an vielen Stellen die Übersichtlichkeit verloren. Auch ist so manches virtuelle Leben ausgehaucht wenn mehr als 2 Gegner gleichzeitig auftauchen, also quasi dauernd, wenn man nicht gewisse Buttonorgien beherrscht die eigentlich als ausgestorben galten. Hat man sich erstmal an all das gewöhnt geht jedoch das Spiel wieder einigermassen leicht von der Hand, so dass hier kein fortwährender Frust aufgebaut werden sollte.

Fazit

Ein Spiel zum Film zum Buch. Wie oft hatten wir dieses schon und wie oft ist das Spiel am Anspruch gescheitert. Nicht so Eragon. Altbackene Kost, verpackt in ein grundsolides Spiel mit wenig Tiefgang, wenig Abwechslung, wenig Anspruch und technische Standards, aber absolut spielbar und entsprechenden Spielspass vermittelnd. Für anspruchsvolle RPGler oder Rätseladventurefreunde eher nicht geeignet, stellt Eragon ein durchaus respektables Stück Fantasyspiel dar, das den Einsteiger ins Genre oder den Liebhaber hübscher Geschichten durchaus zu fesseln vermag. Hier gibt es wenige Höhen aber auch nur vergleichsweise sehr wenige Tiefen, oder anders gesagt, wenig Schatten aber auch nur wenig helles Licht. Für Freunde der Eragon Geschichte empfiehlt sich allerdings nach wie vor das Buch oder der Film, denn die Geschichte kommt hier eindeutig zu kurz.
Grafik
70%
Sound
68%
Gameplay
74%
Steuerung
64%

Gesamtwertung

70%

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