Drakengard 2

1185 0 0 24. September 2008
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Der erste Teil von Drakengard wurde von der Presse nicht gerade in den höchsten Tönen gelobt. Die damaligen Aussagen reichen von “enttäuschend” bis hin zu “schlicht schlecht”. Umso bemerkenswerter ist es, dass Ubisoft und Square Enix mit “Drakengard 2” tatsächlich einen Nachfolger präsentieren. Aus den Fehlern der Vergangenheit muss man lernen. Wollen wir mal sehen, ob dies im Falle von “Drakengard 2” geklappt hat.

What has happened ?

Die Handlung von “Drakengard 2” ist etwa 18 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils angesiedelt. Du schlüpfst in die Rolle des jungen Nowe, der gerade seine Abschlussprüfung zum Ritter des Siegelordens absolviert. Nachdem er jedoch einen Auftrag bekommt einige Aufständische in einem Armenviertel niederzumetzeln beginnt er an seinem Orden zu zweifeln und ergreift Partei für die Gegenseite. Wie von Square Enix gewohnt wird die Hintergrundgeschichte lang und breit erzählt und mit zahlreichen aufwendig gestalteten Animationen und Sequenzen kinoreif in Szene gesetzt.

Im Tutorialmodus lernt der Spieler zunächst einige grundlegende Schwertkampftechniken, das Öffnen von Türen und vergleichbare Basics. Auch die ersten Kämpfe gegen einige Gegnerscharen sind nur ein Vorgeschmack auf die Horden, die einem noch bevorstehen. Besonderes Highlight dieser ersten frühen Phase des Spiels ist sicherlich der erste Einsatz auf dem Rücken des Drachens Legna, der unseren Helden aufzog und mit dem es jetzt gegen allerhand Riesenfledermäuse und weitere Feinde aus der Luft.

Das Tutorial insgesamt ist ganz gut gemacht, auch wenn die ersten Hindernisparcours etwas nerven, weil die Steuerung wirklich bis ins kleinste Detail erklärt wird. Für den späteren Spielverlauf ist dies allerdings nicht von Nachteil und das Tutorial steht bei uns allen wohl nur einmal auf dem Programm. Von daher, gehtÂ’s irgendwann mittenrein ins Getümmel…

Chaos, aber lustig

Im Wesentlichen bekommt der Spieler im weiteren Spielverlauf ein waschechtes Hack&Slay-Spiel mit einigen Drachenflugeinlagen zur Auflockerung geboten. Und so spielt es sich dann auch: Inmitten einer übermächtigen Gegneranzahl bahnt man sich seinen Weg und metzelt einfach jedes weiche Ziel nieder, welches auf dem Bildschirm erscheint. Glücklicherweise sind die Gegner selten dämlich, so dass man den Nachteil der Unterzahl durch einige kleinere taktische Moves locker ausgleichen kann. Wer Spiele wie “Dynasty Warriors” kennt, der weiß welche Sorte Spiel wir hier vor uns haben.

In den Bodenmissionen ist man meist auf sich allein gestellt und muss mit Schwert und Magie zurechtkommen. In den Lufteinsätzen hingegen kann man auf dem Rücken des Drachens Legna platznehmen und das Unheil aus der Luft über die Gegner hereinbringen. Die Bewegungsfreiheit ist hier natürlich enorm – Ausweichmanöver, Angriffe auf mehrere Ziele gleichzeitig, Beschleunigen und Bremsen. Alles wird möglich, wobei das Flugverhalten ein bisschen an Drakan erinnert.

Grafik und Sound

Die Grafik von “Drakengard 2” kann nur bedingt überzeugen. Die Landschaften wirken eher detailarm. So findet man in der Welt von D2 keine Siedlung, nicht mal ein Haus wieder. Stattdessen verbringt man die meiste Zeit entweder in Berglandschaften oder eben in der Luft. Auch die Darstellung der Spielfiguren ist bestenfalls leicht überdurchschnittlich, dafür muss man auf der Gegenseite erwähnen, dass bei den Massenschlachten keine grafischen Fehler oder Ruckler entstehen und trotz der zahlreichen Objekte die Ladezeiten erfreulich kurz gehalten sind.

Die Sprachausgabe kommt auf Englisch daher, dafür wurde zumindest an deutsche Untertitel gedacht. Die sonstige Sounduntermalung darf man durchaus als gelungen bezeichnen auch wenn die stellenweise seltsame Musik nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.

Fazit

Unterm Strich hat sich Drakengard 2 im Vergleich zum Vorgänger spürbar verbessert und unterstreicht damit die richtige Entscheidung ein Sequel zum häufig gescholtenen Vorgänger zu schaffen. Ubisoft präsentiert uns mit Drakengard 2 ein launiges Hack&Slay für angehende Metzger. Frei von Makeln ist das Spiel dennoch nicht: Weder Grafik noch Sound können voll überzeugen und auch der fehlende Mehrspielermodus dürfte dem einen oder anderen sauer aufstoßen. Unterm Strich: Chaos, aber lustig.
Grafik
66%
Sound
71%
Gameplay
80%
Steuerung
83%

Gesamtwertung

78%

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