Dragon's Crown (PS Vita)

2654 0 0 19. Oktober 2013
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Schwerter, Pfeil und Bogen, sowie Magie sind bereits seit eh und je ein typisches Setting für viele Videospiele. Auch „Dragon’s Crown“ reiht sich in diese Games mit ein und versetzt den Spieler in eine wundervolle Fantasiewelt, die zwar irgendwie an das Mittelalter erinnert, das ganze jedoch mit magischen Fähigkeiten, Wesen und Abenteuern verbindet. Bei dem 2D-Beat’em’Up, dass zusätzlich noch auf Elemente von Rollenspielen und anderen Genres zurückgreift, müsst ihr die unterschiedlichsten Aufgaben erledigen, um nicht nur selbst immer stärker und gerissener zu werden, sondern auch um eurer Gilde zu helfen, fantastische Bedrohungen aus der Welt zu schaffen und letztendlich die Suche nach einem wertvollem und magischem Relikt aus längst vergangenen Zeiten erfolgreich zu beenden. Wir haben für euch getestet, ob das ganze auch noch Spaß macht oder ob sich der Titel im Einheitsbrei des Genres wiederfindet.

„Auf, auf, ins Abenteuer!“
Die Geschichte in „Dragon’s Crown“ spielt in einer fantastischen Welt, die nicht weiter namentlich definiert wird. Doch wir wissen, dass wir uns in dem großen und mächtigen Königreich von Hydeland befinden, das sich direkt neben gefährlichen Wäldern, trügerischen Katakomben und verwirrenden Labyrinthen befindet. Eure Hauptaufgabe ist recht einfach zu beschreiben: Findet das altertümliche Relikt aus längst vergessenen Tagen. Findet die Krone der Drachen (englisch: Dragon’s Crown). Doch Gerüchten zu folge ist diese nicht nur extrem gut bewacht, sondern wird auch von allerlei Fallen und ähnlichen Schwierigkeiten geschützt – und außerdem weiß niemand so genau, wo die Krone eigentlich ist. Schon gar nicht so ein Grünschnabel, wie ihr es seid, denn bisher besteht euer einziger Erfolg im Leben darin, dass ihr euch für eine Waffe entschieden habt und von nun an Abenteurer sein möchtet. Also beginnt ihr das Spiel auch damit, dass ihr euch für einen der sechs Charaktere entscheidet: Der Krieger ist zum Beispiel ein Experte im Kampf, der mit einem großen Schild und einer sehr soliden Rüstung gegen die Feinde zieht. Da man die Kampagne mit bis zu vier Spielern im Coop spielen kann, hilft sein großes Schild nicht nur ihm, sondern kann auch nahe Verbündete vor Angriffen beschützen. Außerdem besitzt er ein Kurzschwert, dass zwar eine kurze Reichweite hat, jedoch schnell zuschlagen kann und somit auch bewegliche Gegner trifft.

Der zweite Charakter ist eine Amazone, die mit Waffen hantiert, für die sie beide Hände braucht – wie zum Beispiel einen Speer. Dafür ist sie sehr spärlich bekleidet, was nicht nur die männlichen Spieler freuen dürfte, sondern auch dafür sorgt, dass sie sehr beweglich und schnell ist, im Gegenzug jedoch viel Schaden bei Treffern einsteckt. Die dritte spielbare Figur ist der Zauberer, der ebenfalls keine schützenden Kleidungsstücke trägt, dafür jedoch mit seinen Zaubern enormen Schaden austeilen kann und für jeden Kampf ein willkommener Gefährte ist. In die Reihe der schlecht geschützten Kämpfer gehört außerdem noch die Elfin, die sich mit Bogen und Armbrust gegen ganze Gegnerhorden zu wehren weiß und diese mit ihren Pfeilen und Bolzen niederstreckt. Auch sie ist sehr beweglich und nutzt hohe Sprünge, um den Angriffen ihrer Feinde auszuweichen. Die Support-Klasse im Spiel ist die Zauberin, die genau wie die anderen viel Schaden einsteckt, wenn sie von Angriffen getroffen wird, dafür jedoch die verschiedensten Zaubersprüche beherrscht, die zum Beispiel Skelette übernehmen, Essen zur Heilung herstellen oder feindliche Gegner kurzzeitig in Frösche verwandeln. Als letzten Charakter gibt es einen starken und zähen Zwerg, der in jeder Hand eine Waffe tragen kann und außerdem seine Gegner – egal wie schwer sie sind – durch die Luft wirft, wenn sie ihm die Möglichkeit dazu bieten.

„Nur zusammen sind wir stark!“
Außerdem trefft ihr auf verschiedene Charaktere, die vom Computer gesteuert werden, jedoch trotzdem euch in verschiedenen Weisen unterstützen. So gibt es eine gute Fee, die euch den Weg durch die Dungeons weist und auf verschiedene Sachen hinweist. Zusätzlich ist meistens „Rannie, The Rouge“ mit euch unterwegs, der sich zwar aus allen Kämpfen heraus hält, doch mit seinen diebischen Fähigkeiten für euch jede Truhe und jede Tür öffnen kann. Natürlich trefft ihr auch auf Menschen (und andere Wesen), bei denen ihr Quests bekommt, einkaufen könnt oder eure Fähigkeiten verbessern lasst. So beginnt eure Geschichte, nachdem ihr euch für einen Charakter entschieden habt, damit, dass ihr euch bei der Gilde vorstellt und dort aufgenommen werden wollt. Doch Samuel, der Anführer der Gilde, verlangt zunächst von euch, dass ihr eure Fähigkeiten unter Beweis stellt und schickt euch auf eine Mission, bei der ihr einem anderen Krieger helfen sollt. Von nun an kämpft ihr euch durch die Level und erledigt alles, was euch in den Weg kommt.

Dazu bewegt ihr euch immer von links nach rechts durch den Bildschirm, trefft auf Gegnerhorden, die unterschiedliche Attacken, Stärken und Schwächen haben und trefft am Ende eines jeden Levels auf den Endgegner, der nicht nur über sehr viele Lebenspunkte verfügt, sondern auch verschiedene Angriffsmuster besitzt, die ihr zunächst durchschauen solltet. Dann könnt ihr nämlich die Lücke abpassen, in der ihr gefahrlos angreifen könnt. Während die normalen Gegner eher langweilig sind und nur ab und an erfordern, dass ihr euch länger als ein paar Sekunden mit ihnen auseinander setzt, machen die Boss-Kämpfe wirklich Spaß und sind auch immer das Highlight eines jeden Levels. Zwischenzeitlich könnt ihr außerdem verschiedenste Waffen finden, die ihr einsammeln könnt und die das Button-Mashing, in das ihr oft genug verfallen werdet, ein wenig auflockern. Am Ende einer Spielstufe bekommt ihr Erfahrungspunkte und bekommt beim Level-Up nicht nur verbesserte Eigenschaften und mehr Lebenspunkte, sondern könnt auch nach und nach immer stärkere Fähigkeiten erlernen. Außerdem könnt ihr die gesammelten Waffen identifizieren lassen und entweder behalten oder verkaufen. Das so erbeutete Geld steckt ihr dann in noch bessere Waffen, Heiltränke und anderes magisches Zeug, dass euer Abenteuererleben verbessern soll.

Die guten und die schlechten Seiten
Was in „Dragon’s Crown“ gut herüber kommt, ist das gesamte Ambiente, denn die Level sind sehr schlicht designt und verzichten auf unnötige Dinge, wie zum Beispiel überall Kisten und Vasen, die zerstört werden können und dann ein bisschen Gold geben. Auch gibt es nicht ständig und überall unnötig viele Items, die man dann sowieso nicht benutzt, da sie zu schlecht sind. Stattdessen hat man sich auf das Wichtigste konzentriert und setzt die Kämpfe in den Fokus. Das funktioniert, wie bereits erwähnt, nur teilweise, denn die Zwischengegner sind oftmals zu schwach, um eine wirkliche Gefahr darzustellen, gerade, wenn man mit einer Gruppe im Coop-Modus unterwegs ist. Alleine kann man jedoch gerade mit einem fragileren Charakter auch hier auf Probleme stoßen. Ebenfalls erwähnenswert ist die grafische Leistung, die wirklich sehr solide ist: Alles sieht sehr gut aus, obwohl man natürlich merkt, dass es sich nicht um einen AAA-Titel handelt. Trotzdem gibt es einen gewissen Detailreichtum ohne überladen zu wirken und manchmal kann man sogar die Umgebung mit in die Kämpfe einbeziehen und zum Beispiel Säulen auf Gegner fallen lassen.

 

Fazit

Wer das Genre mag, der kann bei „Dragon's Crown“ absolut unbedenklich zuschlagen. Die Geschichte ist zwar etwas schwach, doch die Kämpfe machen durchaus Spaß und die sechs verschiedenen Charaktere sorgen dafür, dass man auch nach dem ersten Durchspielen noch etwas länger motiviert ist. Der Coop-Modus ist absolut genial und sollte bei wesentlich mehr Spielen dieser Art integriert werden. Wenn man also über die Schwächen hinwegsehen kann und Lust auf einige Spielstunden an mehr oder weniger sinnlosem Herumprügeln mit Freunden hat, dann kann man absolut mehr als nur ein Auge riskieren.
Grafik
83%
Sound
90%
Gameplay
78%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

86%

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