Dont get Angry 2

1077 0 0 24. September 2008
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Kein Kind und auch kein Erwachsener kennt es nicht – “Mensch ärgere dich nicht”, das wohl bekannteste Brettspiel neben Monopoly, welches in fast jedem gut sortierten Haushalt mindestens einmal vorkommt. Angeblich 60 Millionen Exemplare des Spiels “Mensch-ärgere-Dich-nicht!” wurden seit seinem Erscheinen zu Beginn unseres Jahrhunderts verkauft. Nun könnte man meinen, dass die Spielidee unter Umständen mittlerweile einfach abgenutzt ist, aber tatsächlich erfreut sich das Spiel auch heute noch glänzender Absatzzahlen. Grund genug für die Spielehersteller X-Pressive, Comport Interactive und Vertriebspartner Rondomedia sich mit “Don’t get Angry 2” nochmals dieser Idee anzunehmen.

Die Würfel sind gefallen…

Die Regeln des Spiels dürften jedem bekannt sein. Wer als Erster seine vier Figuren ins Ziel gebracht hat, hat gewonnen. Wer nun aber eine knochentrockene 1 zu 1 Umsetzung des Brettspiels erwartet, wird angenehm überrascht sein, denn “Don’t get Angry 2” entwickelt sich schnell zum Gassenhauer. Nach einem kurzen aber durchaus stimmungsvollen Intro können wir unser Spiel starten. Wahlweise steht uns hierfür der Singleplayermodus gegen bis zu 3 Computergegner oder auch ein Multiplayermodus gegen Spieler aus dem Internet zur Auswahl. Über 20 verschiedene Spielfelder in 4 Layouts zwischen klassisch und rund können dabei selektiert werden. Für zusätzliche Abwechslung sorgen 3 Hintergrundmotive. So kann man seine Partie beispielsweise auch in einem Sandkasten spielen. Man sieht: Alles ist möglich.

Dies gilt auch für die Erscheinung der Spielfiguren. Neben der klassischen Kegelform kann man nämlich auch Gladiatoren, Terminatoren, Biker, ältere Omis und allerhand andere Gestalten für sich ins Spiel schicken. Diese putzigen Kameraden sind allesamt äußerst amüsant anzusehen, allerdings sind sie auch ziemlich frech und haben permanent etwas zu sagen. Wenn du mal nicht schnell genug würfelst reichen die Beschimpfungen von “Langweiler!” über “Mach mal hin!” bis zu “Ich will Weihnachten wieder zu Hause sein!”.

Explosive Action mit Überraschungseffekt

Mit so Sprüchen wie “Hat jemand Döner mit Knoblauch bestellt ?” kündigen sie hingegen an, dass ein Upgrade vom Himmel fällt. Diese Kisten beinhalten nämlich ein Powerup, welches gut, aber auch schlecht sein kann – genau weiß man es zunächst nicht, denn erst das “Karma Glücksrad” entscheidet welches Upgrade überhaupt zum Einsatz kommt. Im Kreis aufgereiht sind so prominente Spezial-Effekte wie “Selbstmörder-Sprengstoffgürtel”, “Blähungen des Todes” oder ein Teleport. Während die genannten noch positiv sind, gibt es auch negative Upgrades: Eine Runde aussetzen, “Käfig des Wahnsinns” und ähnliche Dinge können einem dann kurz vor dem Ziel den Verstand rauben. Im Optionsmenü kann man einstellen wie häufig der Nachschub an Kisten vom Himmel fällt. Je mehr Kisten, das ist gewiss, umso länger dauert eine Partie.

Das Spiel selbst präsentiert sich in einem schicken 3D-Gewand, welches durch lustige Animation zu überzeugen weiß. Wenn eine Figur eine andere aus dem Spiel kickt, schwenkt die Kamera in bester “Matrix”-Manier um die beiden Kontrahenten, während der Angreifer wie ein Gewitter über den armen Teufel hereinbricht. Auch die Animationen bei der Bestellung eines Luftangriffs sind einfach köstlich.

Die Sounduntermalung zum Spiel kann ebenfalls überzeugen. Besonderes Highlight sind natürlich die ewig quasselnden Figuren, denen es an Sprüchen nicht mangelt. Klar wiederholt sich irgendwann alles einmal, aber bis dahin muss man doch die eine oder andere Lachträne verdrücken. Zu jedem Charakter wie Biker oder Gladiator gibt es zudem noch charakteristische Sounds und das Spielgeschehen als solches wird ebenfalls durch nette Soundeffekte begleitet. Die Hintergrundmusik, die sich nur im Menü breitmacht, ist dementsprechend unterhaltsam ausgefallen und passt zur Atmosphäre des Spiels.

Die Steuerung erfolgt nahezu ausschließlich per Maus und ist absolut einwandfrei. Langes Büffeln im Handbuch oder qualvolle Minuten in den Menüs des Spiels sind also nicht angesagt.

Fazit

Nicht wegen des unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses sondern auch wegen eines rundum gelungenen Spiels gibts für "Don't get Angry 2" satte 80 Punkte. Natürlich ist das Spiel technisch nicht mit aktuellen Ego-Shootern vergleichbar, aber gemessen an dem, was man erreichen wollte, nämlich eine gelungene Brettspielumsetzung eines Spieles welches ohnehin schon jeder kennt, muss man den Entwickler neidlos Respekt anerkennen. Da hat man sich echt Mühe gegeben und ein überraschend gutes und lustiges Spiel auf die Beine gestellt. Mit Sicherheit eine der besten Brettspielumsetzungen der letzten Jahre.
Grafik
75%
Sound
76%
Gameplay
81%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

80%

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