Die Sims 2 – Gestrandet

5923 0 2 24. September 2008
Gefällt mir!

Titel:Die Sims 2: Gestrandet
EAN:5030932058744
System:PlayStation2
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Electronic Arts GmbH
Release:2007-10-25

Oooohh…mein Schädel brummt. Sand zwischen den Zähnen. Was ist eigentlich passiert? Wo bin ich? Ich weiss, dass mein Name Mike ist und ich bin Mechaniker von Beruf. Das letzte an das ich mich erinnern kann? Ich machte gerade eine Bootsfahrt mit Judie, Malcolm und ein paar anderen Freunden, aber dann zog eine Schlechtwetterfront auf und irgendwie…unser Schiff muss gekentert sein. Jetzt bin ich hier auf dieser Insel gestrandet und sollte irgendwie hier weg. Und wo sind die anderen eigentlich?

Die Sims 2 – Gestrandet

Einer langen Hintergrundgeschichte bedarf es für “Die Sims 2 – Gestrandet” aus dem Hause Elctronic Arts nicht. Nach einer gemütlichen Bootsfahrt ist man gemeinsam gekentert und nun auf sich allein gestellt. Zunächst kann man zu Spielbeginn seine Crew festlegen und dabei nicht nur Aussehen, Form und Gestalt seiner Sims definieren sondern auch innere Werte wie die Persönlichkeit, Sternzeichen, etc. Dieser Teil geht sehr ins Detail und so kann man der Geschäftsführerin neben Armreifen und Gürtel beispielsweise auch eine Sonnenbrille verpassen und sich so (auf Wunsch) sehr ausgiebig mit den Äußerlichkeiten der Sims beschäftigen. Wem das alles zuviel ist, der kann natürlich auch den Zufallsgenerator bemühen und die Crewmember von der KI erzeugen lassen. Kleiner Tip: Vergebt den Mitgliedern eindeutige Namen, diese lassen sich im Nachhinein nicht mehr ändern und spielen immer wieder mal eine wichtige Rolle.

Aber am Ufer angekommen ist man zunächst mal allein. Von den anderen keine Spur. Die Lage ist ernst, also versuchen wir das Beste daraus zu machen. Im Logbuch, einer Sammlung mit Zielen für deinen Sim, heisst es im Kapitel 1: “Überleben sichern”. Dazu gehört das Errichten einer Feuerstelle, Nahrungsbeschaffung und das Fangen eines Fisches. Zum Glück liegt am Ufer etwas Treibholz herum – daraus lässt sich im Nu ein zünftiges Feuer erzeugen. Und Essen findet sich eigentlich überall, aber zunächst muss man die Pflanzen und Bäume identifizieren. Auf Geheiß des Users probiert unser Sim also, was das ist was da auf den Bäumen und Sträuchern wächst. So kommen wir zu Kokosnüssen, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Mangos, Kartoffeln, Sojabohnen und vielen anderen Gemüse und Obstsorten. Die Liste ist extrem lang und auch nach Stunden findet man immer wieder neue Sorten, die man später verkochen kann.

Natürlich hat unser Sim auch Bedürfnisse, die nach und nach freigeschalten werden. Mal hat er Hunger, dann ist er müde oder muss auf die Toilette. Besonders zu Beginn muss man sich als Spieler tatsächlich um jedes Bedürfnis kümmern, aber hat man erstmal das eine oder andere Crewmitglied gefunden und sich mit ihm angefreundet, bildet sich ein Stamm und dann agieren die Sims nahezu selbstständig. Spätestens jetzt kann man zwischen den Sims hin und herwechseln und wenn der eine eben schlafen will geht man mit einem anderen den wichtigen Dingen des Insellebens nach.

Lost?

Aber wie fängt man nun den Fisch? Hier kommen die Baupläne ins Spiel. Hat man erstmal eine Werkbank erbaut kann man sich eine ganze Reihe an Werkzeugen vom Speer bis zum Regenschirm basteln und damit neue Aufgaben lösen. Mit etwas Geduld und Geschick fängt man so mit dem Speer seinen ersten Fisch, später benutzt man die Angel, letztlich dann eine Fischfalle für den Fischfang. Außerdem lassen sich Seile, Ranken und auch Kleidung herstellen, sofern man die nötigen Rohstoffe besitzt.

Im weiteren Spielverlauf kann man dann bedeutend größere Objekte bauen, angefangen bei einem richtigen Bett, welches die anfängliche Schlafmatte ersetzt bis hin zum Mehrfamilien-Hartholz-Wohnkomplex. Auch hier haben die Entwickler jede Menge Fantasie bewiesen und sich zahlreiche unterschiedliche Objekte einfallen lassen, die einem angehenden Robinson Crusoe die Freudentränen in die Augen treiben. Besonders auf der dritten Insel gegen Ende des Spiels jedoch wird die Beschaffung von Rohstoffen etwas schwierig bzw. nervend, einfach weil man beispielsweise recht viel Sisal benötigt um die Seile herzustellen die man für die im Logbuch geforderten Bauten braucht. Dass Sisal auf der Insel knapp ist lässt sich mit Hilfe der Karte (eine Art Teleportation) noch gut verschmerzen, aber an der Werkbank dann 30 bis 40 Seile in Einzelarbeit herzustellen ist nervtötend. Hier hätte es nichts geschadet, wenn man eine Art Dauerauftrag vergeben könnte.

Sehr schön gelungen ist dafür wiederum die Steuerung. Mit den linken Analogstick bewegt man seinen Sim, mit Rechts schwenkt man die Ansicht. Die Schultertasten halten die Zeitfunktionen (Vorspulen und Pause) parat, von denen man eigentlich permanent Gebrauch macht. Mit den Aktionstasten wiederum kann man das Werkzeug herausholen, Aktionen ausführen und abbrechen. Die Starttaste wiederum beinhaltet alle Baupläne, Ziele, Eigenschaften und Optionen des laufenden Spiels. Kurzum: Nach höchstens 5 Minuten fühlt man sich auf der Insel zu Hause.

Grafik und Sound

Grafisch macht “Die Sims 2 – Gestrandet” einen ausgewachsenen Eindruck und nutzt die Möglichkeiten der PS2 ordentlich aus. Besonders gut gelungen sind die Animationen der Protagonisten, wenn sich unser Sim zum Beispiel ärgert, weil die Musik zu laut ist und er nicht schlafen kann. Auch beim Fischfang verschwindet der Schwarm Sardinen, wenn man sich zu tolpatschig anstellt. Der dauernde Wechsel von Tag und Nacht inklusive wunderschöner Sonnenaufgänge gehört natürlich mit dazu. Weniger schön sind hingegen die langen Ladezeiten die bei jedem Schauplatzwechsel auftreten und einfach einen Tick zu lange dauern. Das nervt mit der Zeit.

Die Hintergrundmusik passt sich mit ihren Buschtrommeln und Kalypso-Klängen sehr schön ins Spielgeschehen und macht Laune auf Badeurlaub. Auch die Soundeffekte im Spiel sind sehr gelungen und die Fantasiesprache der Sims versteht zwar keiner, aber man weiss doch was bei dem Gebrabbel gemeint ist.

Fazit

"Die Sims 2 - Gestrandet" ist für mich als erklärten "Lost"-Fan natürlich genau das Richtige. Einsam und verlassen auf einer einsamen Insel schlage ich mich durch das Unterholz, sammle Beeren und Hölzer und errichte mein eigenes kleines "Ferienparadies". Das Spiel ist enorm kurzweilig mit einer guten Prise Surchtpotential, einzig die langen Ladezeiten und teilweise nervende Wiederholungen von kleineren Aufgaben stören das Gesamtbild. Im Großen und Ganzen jedoch ein Topspiel, welches Lust auf mehr macht...
Grafik
84%
Sound
89%
Gameplay
96%
Steuerung
93%

Gesamtwertung

90%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.