Die große Abenteuer Box

1287 0 1 24. September 2008
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Eine Adventure-Compilation mit insgesamt 6 Titeln zu rezensieren ist gar nicht so einfach. Aber wer kann schon ernsthaft bei der “großen Abenteuer-Box” aus dem Hause DTP nein sagen ? Für schlappe 30 Euro erwarten den Spieler vom Roadmovie bis hin zum Fantasy-Adventure eigentlich alles was das Herz eines echten Abenteurers höher schlagen lässt. Wollen wir also mal sehen, ob die Zusammenstellung gelungen ist und ob die einzelnen Games die Erwartungen erfüllen können…

Tony Tough and the Night of Roasted Moth

Tony Tough ist ja mittlerweile zu einer festen Größe im Adventure-Sektor geworden und auch nach einigen Verschiebungen dürfen wir uns wohl noch dieses Jahr auf eine Fortsetzung seiner Abenteuer freuen. Das vorliegende Abenteuer jedoch, liegt schon eine Weile zurück und macht somit verständlicherweise auch einen etwas angestaubten Eindruck. So kann die Grafik mit aktuellen Titeln zwar nicht mehr mithalten, was aber wichtiger ist: Mit steigender Spieldauer entwickelt sich das Game zu einem Adventure mit sehr viel Charme und Witz und erinnert dabei auch an Klassiker der alten Schule.

Fazit: Alte Besen kehren prima. Fans des Genres sollten dem Spiel eine Chance geben.

Das Geheimnis der Druiden

In London verunsichert eine grausame Mordserie die Einwohner und du, Scotland Yard-Detektiv Brent Halligan, wirst beauftragt diesen Morden, die in irgendeiner Form mit Ritualmorden aus dem Druidenkult in Verbindung zu stehen scheinen, ein Ende zu setzen. Zusammen mit der Anthropologin Melanie Turner, in deren Haut man regelmäßig schlüpfen kann, sollst du nun das Rätsel lösen. Storytechnisch macht das Spiel wie man sieht einiges her und auch die Rätsel können überzeugen, auch wenn das eine oder andere etwas haarig ist.

Technisch gesehen ist auch dieses Spiel leider nicht ganz auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Die Grafiken sind recht niedrig aufgelöst und längere Ladephasen stören den Spielablauf empfindlich. Soundtechnisch ist das Spiel eigentlich gut gelungen, einzig die Gesprächsführung nervt manchmal ein wenig.

Fazit: Prima Story, gute Atmosphäre, leider technisch etwas veraltet und störrisch. Für Fans allerdings nach wie vor einen Hingucker wert.

The Westerner

Fenimore Fillmore ist ein ziemlich vertrottelter Cowboy, der sich bei einem zwischen einigen Bauern und dem fiesen Großgrundbesitzer Starek nebenbei in dessen Nichte Rhiannon verliebt und damit nimmt das Unglück natürlich seinen Lauf. Im Gegensatz zu den beiden bereits angesprochenen Spielen ist the Westerner etwas jünger und kommt technisch auch ausgereifter daher. Die comicartige Grafik und liebevoll in Szene gesetzte Zwischensequenzen können absolut überzeugen und machen das Spiel alsbald zu einem echten Highlight der Sammlung.

Kritik muss allerdings auch geübt werden: Die teilweise störrische und ungünstige Kameraführung ist mitunter lästig, manch ein Rätsel erscheint im Nachhinein mehr als nur unlogisch und mit dem Inventory kann man angesichts fehlender Beschreibungen auch nur selten etwas anfangen außer es blind zu kombinieren. Dennoch: Untern Strich ein gelungenes Adventure

Fazit: Ein Stern unter den Spielen dieser Sammlung.

Runaway

Hier nun der versprochene Roadmovie. Aber mal im Ernst: Wer würde die hübsche Stripperin Gina nicht mitnehmen, als sie mir, Brian Basco, gerade vors Auto sprang. Natürlich bringen die Frauen viel Ärger mit sich, ich hätte es wissen müssen. In der Folge wurden wir nur noch quer durch die Vereinigten Staaten gejagt, von Schauplatz zu Schauplatz, von der Mafia, den Indianern und von was weiß ich noch wem.

Klingt prima, oder ? Die Rahmenhandlung zu “Runaway” bietet natürlich eine ausgezeichnete Grundlage für dieses kinoreife Roadmovie, welches von den Pendulo-Studios filmreif in Szene gesetzt wurde. Grafisch bewegt sich auch dieses Spiel wieder auf ganz hohem Niveau und auch die musikalische Untermalung und Soundeffekte können sich hören lassen. Wie üblich kommen einem manche Rätsel auch hier etwas “spanisch” soll heißen “unlogisch” vor, aber mit etwas Geduld, viel Grips und einer Tasse Tee gehtÂ’s dann doch.

Fazit: Spätestens jetzt hat sich die Investition in die Sammlung bezahlt gemacht, denn Runaway bietet stundenlange Unterhaltung auf höchstem Adventure-Niveau.

Das Geheimnis der Mumie

Lord Montcalfe ist verschwunden und so wird niemand geringerer als Sherlock Holmes gerufen um die Spur aufzunehmen. Das Haus des Lords entpuppt sich hierbei als Privatmuseum für ägyptische Kunst, das nur so mit Fallen und Rätseln gespickt ist. Leider machen diese Rätsel nicht so sehr viel Freude, nicht weil sie langweilig oder abstrus wären, sondern vielmehr weil das Spiel unter einigen technischen Mängeln leidet. Weder Grafik noch die Sounds können wirklich überzeugen, so dass eigentlich im ganzen Spiel keine echte Krimi-Atmosphäre aufkommt.

Fazit: “Das Geheimnis der Mumie” darf ruhig ungelüftet bleiben. Leider nur Mittelmaß.

Gilbert Goodmate und der Pilz von Phungoria

Die Story von “Gilbert Goodmate und der Pilz von Phungoria” lässt sich ohne die Einnahme von Pilzen eigentlich nicht nachvollziehen. Gilbert Goodmate soll nämlich das Rätsel um das Verschwinden eines Pilzes aus der Stadt Phungoria aufklären. Der Pilz hat natürlich eine gewisse Bedeutung, ist er doch dafür verantwortlich, dass ein böser und zugleich mächtiger Zauberer damit verbannt werden konnte und jetzt wo der Pilz weg ist, könnte der fiese Magier ja wiederkommen.

Nun, genug der Pilze. Technisch gesehen ist “Gilbert Goodmate und der Pilz von Phungoria” etwas altbacken. Nicht schlecht, ganz bestimmt nicht, nur merkt man einfach wie der Zahl der Zeit an dem Game nagt. Das betrifft dann natürlich neben der Grafik auch die Sprachausgabe und die Sounds, aber das tut dem Spiel als solchen keinen Abbruch.

Fazit: “Gilbert Goodmate und der Pilz von Phungoria” ist ein gelungene Zugabe zu einer bereits guten Sammlung.

Fazit

Mal im Ernst: Sechs Adventures, davon mindestens zwei erstklassig, der Rest gut nur technisch angestaubt und das alles zum Preis von einem ? Am Preis-Leistungsverhältnis von "Die große Abenteuer Box" gibt es definitiv nichts auszusetzen. Natürlich sind die Spiele nicht allesamt Perlen der Adventuregeschichten, aber die Collection als Ganzes und einige Spiele, wie oben beschrieben auch für sich, rechtfertigt den Kauf. Wer keines der Spiele besitzt kann bedenkenlos zugreifen.
Grafik
60%
Sound
62%
Gameplay
75%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

75%

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