Die Geheimnisse der Spiderwicks

2810 0 2 24. September 2008
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Titel:Die Geheimnisse der Spiderwicks
EAN:3348542217225
System:PlayStation2
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Activision Blizzard Deutschland
Release:2008-03-07

Als im Jahre 2003 der erste Band der Spiderwick-Geheimnisse erschien, hätte sich wohl niemand träumen lassen, dass sich daraus eine ganze Reihe an Büchern, ein Kinofilm und der damit verbundene Sprung auf alle derzeit aktuellen Konsolen entwickeln würde. Doch leider ist es meistens so, dass das “Spiel zum Film” schlecht gelungen ist und nur das Merchandise weiter ausreizen soll. Ob das bei der PlayStation 2 Umsetzung genauso ist, oder sich der Kampf gegen Oger und Kobolde zu einer epischen Geschichte mausert, wird nun im Folgenden näher beleuchtet.

“Wage es nicht, dieses Buch zu lesen!”

Die Story ist relativ schnell erzählt: Nach der Trennung ihrer Eltern ziehen die Zwillinge Jared und Simon mit ihrer 13 jährigen großen Schwester Malory und ihrer Mutter in das leer stehende Haus ihrer Großtante Lucinda. Hier hält sich die Freude zunächst in Grenzen, da das Haus nicht gerade im besten Zustand ist und vor allem von jeglicher Zivilisation abgeschottet zu sein scheint. Zunächst geschehen seltsame Dinge, die jedoch alle auf Jared geschoben werden, der jedoch unschuldig ist. Also sucht der beschuldigte selbst nach einer Lösung und findet bald die versteckte Bibliothek von Arthur Spiderwick, einem Verwandten ihrer Großtante und das Buch “Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum”. Obwohl dort klar die Warnung “Wage es nicht, dieses Buch zu lesen !” prangert, entschließt sich der Junge doch für eine Öffnung des Buches – und betritt damit eine Welt, deren Existenz seit langem verborgen geblieben war.

Zunächst trifft er “nur” auf Thimbletack, das Wichtelmännchen, das im Hause wohnt und dessen Gemüht man zunächst mit Honig besänftigt werden muss, da ihr die Mauer, die den Speiselift verschlossen hat, zerstört habt. Das dies seine Wohnung war, konntet ihr zwar nicht wissen, doch trotzdem liegt es nun an euch, einen adäquaten Ersatz zu finden. Dafür bietet sich eines der Vogelhäuschen an, die im Garten herumstehen. Wenn ihr das getan habt, weiht euch Thimbletack auch in das Geheimnis des Buches ein: Wer das Buch beherrscht, der herrscht auch über die gesamte Fantasywelt und damit über Feen, Elfen und alle fantastischen Wesen. Da dies auch ein böser Oger weiß, entführt dieser Simon und von hier an beginnt das eigentliche Abenteuer erst richtig.

“Schlagen, Kloppen und Prügeln”

Anders lässt sich das Kampfsystem eigentlich nicht beschreiben. Mit dem “X”-Knopf schlagt ihr zu, mit dem Vierecksknopf könnt ihr einem Schlag ausweichen. Mehr gibt es eigentlich nicht zu tun. Ihr prügelt euch mit diesen beiden Knöpfen durch das gesamte Spiel und schlagt euch dabei mit Goblins, Ogern und anderen, fiesen Geschöpfen, die ihr dank Thimbletacks Steinring nun sehen könnt – denn für das normale, menschliche Auge sind diese Wesen unsichtbar. Zwar gibt es sogenannte “Kombo-Angriffe”, die jedoch einfach durch mehrmaliges Drücken der “X”-Taste ausgelöst werden. Auch etwas nervend ist die Tatsache, dass man den Gegner im normalen Kampf nicht anvisieren kann. Dazu müsst ihr schon zu zum Beispiel Jareds Steinschleuder wechseln und auf Distanz kämpfen – was jedoch nicht unbedingt zu empfehlen ist. Vor allem dann nicht, wenn ihr gegen mehr als einen Gegner antreten müsst, was meistens der Fall ist. Auch könnt ihr zwar im Laufe des Spiels auch Simon steuern, der mit einer selbstgebastelten Tomatensoßenspritzpistole kämpft, sowie Malory, die mit einem Degen bewaffnet Goblins verprügelt. Ihr dürft sogar manchmal auf Thimbletack zurückgreifen und mit dem Wichtelmännchen durch die Wände des Hauses streifen, Kakerlaken erledigen und verborgene Gegenstände suchen. Doch auch das bietet der Spieltiefe keinen wirklichen Unterschied.

Die Geister des Waldes

Die Waldgeister bieten eine positiv zu erwähnende Bereicherung des Kampfsystem: Ihr könnt die herumfliegenden Waldgeister einfangen und dann ihre spezielle Fähigkeit gegen eure Gegner einsetzen. Zuvor müsst ihr sie jedoch, sobald ihr sie mit eurem Netz gefangen habt, erst mal nachzeichnen, bevor ihr sie benutzen könnt. Dies hört sich jedoch schwieriger an, als es ist: Ihr müsst einfach mit einem Kursor in einer bestimmten Zeit über die Buchseite fahren und damit den gefangen Elfen freilegen. Nervend sind hier jedoch zwei Sachen: erstens die Tatsache, dass das Spiel weiterläuft und ihr ziemlich oft, während des Zeichnens, von euren Gegnern attackiert werdet, und zweitens, dass ihr auch im späteren Spiel bei jedem der kleinen Geister zeichnen müsst – spätestens wenn ihr einen Waldgeist zum 100. mal zeichnet, kommt ein wenig Frust auf.

Tragen könnt ihr bis zu drei Waldgeister. Dabei ist zu überlegen, was ihr haben wollt: ein großes Repertoire and Geistern oder eine verstärkte Wirkung. Denn wenn ihr mehr als einen von einer Sorte bei euch tragt, verstärkt sich die Wirkung. So bekommt ihr einmal mehr Gesundheit, ihr macht mehr Schaden oder könnt eure Gegner verwirren. Doch das ist nur ein kleines “Schmankerl” und nicht wirklich spielentscheidend.

Wer suchet, der findet.

Eine ebenfalls mitunter sehr lästige Angelegenheit ist der Adventure-Teil des Spiels, bei dem ihr von Zimmer zu Zimmer lauft und Gegenstände sucht. Denn da ihr kein Inventar besitzt, könnt ihr nicht einfach alle Gegenstände einsammeln, die ihr findet (und das sind wirklich reichlich), sondern ihr müsst warten, bis der passende Quest kommt und erst dann dürft ihr durch das gesamte Haus laufen um die überall verteilten Gegenstände zu finden. Auch sehr schade ist, dass sich das Spiel im Prinzip nur auf die Kämpfe und das Sachen-Suchen verlässt. Rätsel gibt es nur sehr selten und wenn, dann bestehen die darin, einen alternativen Weg zu laufen und dann einen Baumstamm umzuschubsen, damit man wieder den Hauptweg nehmen kann oder – wie könnte es anders sein – Gegenstände zu suchen und zu kombinieren. Vor allem erfahrene Spieler und Langzeitzocker werden relativ schnell die Nase voll haben, da der Frustfaktor auf Grund der immer gleichen Räume, die man besuchen muss, um die Gegenstände, die man vorher nicht nehmen durfte, zu finden, sehr schnell ansteigt und eigentlich nicht abzubauen ist.

Das Handbuch ist auch ein sehr zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es sehr schön, dass man es jederzeit aufrufen kann und dort die Optionen (und den Schwierigkeitsgrad) ändern kann, man seine Fähigkeiten und die, der bereits entdeckten Fabelwesen einsehen kann und außerdem sehr detaillierte Informationen über die derzeitigen Missionen finden kann – bis hin zur Tatsache, dass quasi gesagt wird, wo man alles findet. Und genau das ist auch der Nachteil des Spiels: Wenn man weiß, wo man jeden Gegenstand findet und wie man jedes Rätsel lösen muss, dann fehlt einfach der Spielspaß. Natürlich kann man auch das Handbuch einfach geschlossen lassen und es auf eigene Faust versuchen. Doch trotzdem besteht die Möglichkeit, jederzeit überall alles wissen zu können.

Grafik und Sound

Grafisch gesehen bietet das Spiel einige gute Vorzüge: Die Charaktere sind sehr gut zu erkennen. Auch die Umgebung bietet großen Realismus – vor allem das Haus ist dem Film-Haus zum verwechseln ähnlich. Wie es sich für ein Spiel zum Film gehört, werden die Zwischenszenen durch Filmszenen bereichert. Jedoch ist die Schrift in den Gesprächen recht klein geraten und auch der Ladebildschirm zwischen den einzelnen Arealen, der aus fallenden Blättern besteht, ist etwas unschön geraten. Trotzdem schafft es die Grafik den Geist der “Spiderwick-Geheimnisse” einzufangen.

Der Sound ist ebenfalls sehr lobenswert zu erwähnen. Wie ein Filmsoundtrack wird hier von spannenden Melodien zu unheimlich und zu märchenhaft umgeschaltet und somit ein breites Spektrum an Emotionen ausgedrückt. Die Atmosphäre wird sehr schön untermalt und selbst das Vogelgezwitscher wirkt täuschend echt.

Fazit

Das Spiel ist auf jeden Fall stark am Film angelehnt und somit Pflichtkauf für Fans des Films und der Bücher. Aber auch für Gelegenheitsspieler und Neueinsteiger des Genres ist es zumindest lohnenswert mal einen Blick zu riskieren. Die Atmosphäre wird wirklich eins zu eins übertragen und es gibt viele märchenhafte Passagen, die schön anzusehen und zu spielen sind. Für "Profi-Spieler" und alteingesessene Genreliebhaber wird sich jedoch ziemlich schnell Langeweile und Frust einstellen. Doch wenn man trotzdem möchte, kann man hier in die Welt der Elfen und Kobolde eintauchen und wirklich an einem teilhaben : dem "Geheimnis der Spiderwicks"
Grafik
87%
Sound
93%
Gameplay
67%
Steuerung
51%

Gesamtwertung

67%

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