Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia

1218 0 0 24. September 2008
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Das Fantasy-Epos ‘Die Chroniken von Narnia’ fand nach dem gleichnamigen Kinoerfolg zunächst nur den Weg auf die Playstation 2 und später dann auch auf den PC. Freunde der Xbox mussten sich eine ganze Weile gedulden, aber damit ist jetzt Schluss. “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia” von Traveller´s Tales ist nun auch unter der Flagge des Publishers Buena Vista für die Xbox verfügbar. Ob sich die Anschaffung und eine Reise ins Reich von Narnia lohnt zeigt unser Spieletest…

Aus dem 2. Weltkrieg in den Kaninchenbau

Die Kinder Peter, Anna, Edmund und Lucy Pevensie wurden von ihren Eltern aufs Land geschickt, da das Leben in London durch die Bombenangriffe der Nazis viel zu gefährlich geworden ist. Während sie nun unter den Fittichen eines älteren Professors leben entdecken die Geschwister beim Versteckspielen einen Wandschrank der sich als Portal in das Reich von Narnia erweist. Dort herrscht seit 100 Jahren Winter und verschneite Wälder und Berge prägen die Landschaft. Seit die böse Weiße Hexe das Land mit einem Fluch belegt hat stocken die Jahreszeiten, die Tiere können sprechen und seltsame Fabelwesen haben die Wunderszenerie unter ihre Gewalt gebracht. Einer Prophezeiung zufolge sind die Kinder die “Auserwählten”, die dem Land die Freiheit zurückbringen und dem rechtmäßigen Herrscher, dem Löwen Aslan, wieder auf seinen Thron helfen können. Die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Nach den ersten Introsequenzen und dem Tutorial im Haus des Professors offenbart sich angekommen in Narnia der wahre Charakter des Spiels. Horden von Goblins, Wölfen, Zwergen und anderem Ungemach stürzen sich auf unsere Helden und in bester Hack & Slay-Manier ist es nun des Spielers Aufgabe die heranstürmenden Gegner niederzuschlagen. Dieser Teil des Spiels erinnert stark an andere Titel wie “Demon Stone” oder “Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs”, muss aber nicht hinter diesen zurückstehen. Mit zahlreichen Combos und Special Moves, die man sich dazukaufen kann, wenn man im Spiel ein wenig nach den in der Landschaft verteilte Münzen Ausschau hält, entwickelt mit der Zeit auch der Charakter der Spielfigur.

Auflockernde Elemente

Damit aus dem Spiel kein reines Haudrauf-Spiel wurde haben die Entwickler auch noch Rollenspielelemente, Geschicklichkeitsprüfungen und kleinere Rätsel eingebaut. Rollenspielähnlich ist beispielsweise, dass man zwischen den fünf Charakteren hin und her wechseln kann, um sich deren spezielle Fähigkeiten im Spiel zu Nutze zu machen. Peter, der Anführer der Truppe, ist beispielsweise ein hervorragender Kämpfer und sicherlich für den Nahkampf die erste Wahl. Anna hingegen ist die einzigste im Bunde, die mit Bogen und Wurfwaffen umgehen kann, zudem erlangt sie im Verlauf des Spiels die magische Fähigkeit mit ihrer Panflöte Gegner einzuschläfern. So besitzen auch die anderen Figuren spezielle Skills, die man mit zunehmender Spieldauer weiterentwickeln kann und je nach Kampfsituation oder Rätselaufgabe geschickt einsetzen sollte.

Wo wir gerade bei den Rätselaufgaben sind: Die als Auflockerung gedachten Denkaufgaben regen den Geist mitunter mehr an, als hinnehmbar ist. Zwar sind eine Reihe der Rätsel und Geschicklichkeitsaufgaben wirklich eine gute Abwechslung, mangels Hinweisen oder Hilfestellungen wird das eine oder andere Rätsel aber schnell zum Frustfaktor, wenn man das Gelände zum x-ten Mal nach einem übersehenen Hinweis durchkämmt. Auch die Geschicklichkeitsaufgaben sind mal gut zu bewältigen, mal reichlich knifflig. Besonders unerfahrene Spieler dürften bei den Intermezzos das eine oder andere Ärgernis erleben. Das heißt er: Durchhalten, nicht ärgern und nochmal probieren.

Kinoreif !

Das besondere Highlight an “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia” ist sicherlich die grafische Präsentation. Sämtliche Spielfiguren und Außenareale sind mit einer großen Liebe zum Detail dargestellt worden und bringen die Augen eines jeden Konsolenbesitzers zum Leuchten. Besonderes Highlight sind hierbei sicherlich die zahlreichen grandiosen Zwischensequenzen, die mitunter von den Original-Filmaufnahmen nahtlos in die Ingame-Grafik übergehen. Nachdem die Kamera dynamisch ihren Standort wechselt aber leider nicht von Hand nachzujustieren ist, bringt das zwar oftmals echtes Kinofeeling mit sich, aber stellenweise leidet das Gameplay daran, dass man das Geschehen nicht von anderer Stelle beäugen kann.

Soundtechnisch ist vor allem die Sprachausgabe hervorzuheben, für die man die Original-Sprecher des Films gewinnen konnte, was dem Spiel noch mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Der orchestrale Soundtrack wie auch die Soundeffekte im Spiel passen ausgezeichnet zur Atmosphäre des Spiels und runden den guten Gesamteindruck ab.

Fazit

"Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" ist ein überaus sehenswertes Hack&Slay, welches sich im Genre qualitativ wohl im oberen Drittel bewegen dürfte. Die kinoreife Präsentation ist erstklassig, lediglich die nicht freie Kamera und die oftmals zu knackigen Rätsel schmälern die Wertung ein wenig. Unter Strich jedoch kann man jedem Fan des Genres das Spiel nur ans Herz legen, Neulinge sollten Geduld und Fans von Narnia dürfen gänzlich bedenkenlos zugreifen.
Grafik
85%
Sound
87%
Gameplay
79%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

79%

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