Desert Law

1276 0 0 24. September 2008
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Eine atomare Katastrophe von globalen Ausmaßen hat die Menschheit fast ihre Existenz gekostet. In dieser unwirtlichen Zukunft zählt nur das Recht des Stärkeren und das Wort Gnade hat keinerlei Bedeutung mehr. So steht es auf der Packung von “Desert Law” dem neuen Echtzeit-Strategie-Spiel aus dem Hause “The Games Company” zu lesen. Klingt nach einer Herausforderung, die wir uns nicht entgehen lassen wollen, oder ?

Mad Brad

Man fühlt sich an die postapokalyptische Stimmung von “Mad Max” erinnert, wenn man in “Desert Law” eintaucht. Die Welt liegt in Schutt und Asche, die Rohstoffe sind knapp und ein Leben ist in dieser Wüste, beherrscht von Gangs und Warlords nur wenig wert. In diese feindliche Umgebung taucht der Spieler als sein Alter Ego “Brad” ein. Brad ist ein Nomade, der von Ort zu Ort vagabundiert um hier und da einen kleinen Job anzunehmen oder sich der holden Weiblichkeit hinzugeben. Als seine Freundin entführt und der Vater im Camp ermordet werden gehen bei Brad alle Sicherungskasten aus und einzig Rache wird seinen Durst stillen können. Zum Glück muss er sich nicht allein auf die Suche nach den Enführern und Mördern machen, denn einige harte Jungs stehen ihm zur Seite und begleiten ihn durch den Wüstenstaub.

Wie in einem Rollenspiel können die “gloreichen Sieben” (ja, Brad wird von sechs weiteren Recken begleitet) Punkte sammeln und sich so in diversen Fähigkeiten allmählich upleveln. Das macht zwar Spaß, allerdings muss man auf seine Jungs als Spieler auch höllisch aufpassen, denn wenn einer stirbt gilt die Mission als verloren. So kämpft man sich durch immerhin 30 Missionen, wobei man erwarten darf, den Abspann zu sehen, denn die gegnerische Intellgenz hält sich doch sehr in Grenzen bzw. die eigenen Truppen sind einfach drückend überlegen. Wer also einen Strategietitel sucht bei dem man mal wieder was für sein Selbstbewußtsein tun kann, der ist hier schonmal richtig.

Die Story klingt nicht gerade nach einem Innovationspreis, das wäre aber noch zu verkraften gewesen, würde die Geschichte zumindest ansehnlich erzählt. Leider wird die Story aber zwischen den gewonnenen Mission lediglich durch einige Comicstreifen weitererzählt, was der Stimmung doch sehr abträglich ist. Das kämpferische Gameplay ist dafür umso unterhaltsamer, weil immerhin mehr als 50 Fahrzeuge mit schwerer Bewaffnung auf dem Screen herumflitzen und das Spiel doch mitunter sehr schnell werden lassen. Glücklicherweise muss man sich zumindest nicht in eine komplexe neuartige Steuerung einlernen, sondern bekommt hier reinste Strategie-Kost geboten: Wer vergleichbare Titel schonmal gespielt hat wird auch mit “Desert Law” sicher keinerlei Probleme haben.

Grafik und Sound

Beginnen wir zunächst mit dem Lob: Der Sound. Hier gibts nämlich eigentlich nicht viel zu beanstanden. Sowohl die Ingame-Soundeffekte, wie auch die Hintergrundmusik passen prima zum Spiel und stimmen den Spieler atmosphärisch gut auf das Abenteuer auf dem Bildschirm ein. Die Synchronsprecher machen ebenfalls eine solide Arbeit, allerdings gibt es den einen oder anderen Patzer, wo man schon denkt “Hoppla, das paßt aber mal nicht hierher”. Unterm Strich dennoch eine gute Soundkulisse.

Die Grafik ist sicherlich auch “gut”, allerdings ist die Präsentation durchaus zumindest “angestaubt”. Zwar hebt sich das Spiel dank seines Settings in der postapokalyptischen Welt deutlich von der Masse ab, dennoch kann der Titel einfach nicht schritthalten mit den Grafik-Orgien anderer Hersteller. Versöhnend wirkt da der niedrig gehaltene Preis, der wiederum ein gutes Preis-Leistungsverhältnis herstellt, denn ansonsten wäre die Grafik kaum zu verschmerzen gewesen.

Schmerzen bereit uns hingegen der fehlende Multiplayermodus. Das wäre schon eine gelungene Erweiterung gewesen, die dem Titel sicherlich den Sprung über die 70er Marke verholfen hätte, aber so mangelt es insbesondere auch wegen des starken Übergewichts der eigenen Truppen einfach an Langzeitmotivation.

Fazit

"Desert Law" ist ein solider Strategie-Rollenspiel-Mix, der insbesondere Neulingen des Genres sicher gefallen dürfte, sofern sie auf das postapokalyptische Setting stehen. Sand ins Getriebe bringt lediglich der fehlende Multiplayermodus und die etwas angestaubte Grafik, was die Wertung für das Spiel kurz vor der 70 zum Stehen bringt.
Grafik
61%
Sound
72%
Gameplay
76%
Steuerung
77%

Gesamtwertung

69%

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