Der Bauernhof (DS)

4114 0 0 29. Dezember 2009
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Titel:Der Bauernhof
EAN:4041417500062
System:Nintendo DS
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:astragon
Release:2009-12-14

Dass ein Leben auf dem Bauernhof auch die Kasse von Computerspiele-Abteilungen in Warenhäusern klingeln lassen kann hat uns dieses Jahr unter anderem der “Landwirtschaftssimulator 2009” bewiesen, der sogar noch Monate nach dem eigentlichen Release für kräftig Umsatz sorgte. Das mag sich nun auch Astragon gedacht haben und die Jungs und Mädels bringen nun mit “Der Bauernhof” eine “Sau- und Saatgut-Simulation” für die Nintendo DS auf den Markt…

Mit Kühen auf Achse?

Egal, ob in Bus oder Bahn – ab sofort kann jeder Spieler nach Belieben seinen Bauernhof betreiben und versuchen seine Landwirtschaft nach und nach zu einem florierenden Unternehmen auszubauen. Nach der Anlage eines Spielerprofils darf man sich dann auch auf seinem Bauernhof tummeln und zunächst mal in verschiedenen kleinen Tutorials ein Beet anpflanzen, die Kühe versorgen und melken und sich liebevoll um den Ententeich kümmern. Leider wird man dann aber schon nach nur wenigen Spielminuten feststellen, dass nicht jede Perle die man einer Sau vorwirft auch wirklich eine Perle ist.

Beispiel: Wir sollen unser Beet anlegen. Dazu gehen wir zunächst ins Beet und pflügen es um, was nur wenige Minuten dauert. Dann in den Schuppen, Saatgut holen. Für jedes Beet einmal diese Aktion. Danach für jedes Beet einmal die Gieskasse am Brunnen füllen und jedes Beet einzeln bewässern. Anschließend für jedes Beet den Dünger aus dem Schuppen holen, einzeln düngen, etc. Man merkt es schon: Jeder noch so kleine Handgriff muss unzählige Male gemacht werden, auch wenn es noch so unsinnig erscheint. Man legt doch nicht die Schaufel aus der Hand, wenn man sein Beet umpflügt, sondern pflügt zunächst alle Beete um. Nicht so in dem Spiel “Der Bauernhof”. Hier muss man für vier Beete, vier mal die Schaufel aus dem Schuppen holen. Grrr…

Oink, Oink!

Ähnlich laufen auch alle anderen Aktionen ab, wobei man dem Spiel zumindest attestieren kann, dass es recht detailgetreu an die Aufgaben rangeht. Am Beispiel Kühemelken: Mit dem Touchpen zum Kuhgehege gehen, die Kuh anwählen. Das Tier ist durstig, hungrig und verdreckt, was auf dem oberen Bildschirm angezeigt wird. Also muss man ins Lagerhaus im Nordwesten, dort zwei Eimer ins Inventar holen, zum Ententeich gehen, die Eimer mit Wasser füllen, zurück zum Kuhgehege. Dort den Eimer Wasser über die Kuh leeren (Wasser zum Trinken geben). Dann den leeren Eimer auf die Kuh ziehen um mit dem Melken zu starten, was dann vollautomatisch abläuft. Die Milch und alle anderen Erzeugnisse können dann zum Schuppen gebracht, dort gelagert und in der Stadt verkauft werden.

Dünn, wirklich dünn. Das Gameplay macht eigentlich gar keinen Spass, ganz zu Schweigen von der Steuerung, die sich zusätzlich reichlich hakelig gibt. Mal bleibt unser Bauer an einem Gehege hängen, mal steht er unmittelbar auf der Wegmarkierung zu der er soll und nichts passiert. Ärgerliche kleine Fehler, die aber aufgrund der ständig zu wiederholenden Aktionen den Unmut weiter steigern.

Auch optisch kann das Spiel verpasste Chancen nicht wieder gutmachen. Die pixelige Grafik und die kleinen, teilweise schwer zu erkennenden Objekte machen aus dem Schuppen eine Ratestunde: “Was brauche ich jetzt und was könnte das hier sein?”. Auch die Bewegungen und Animationen im Spiel wirken wenig realistisch und sind nicht gerade mit Liebe zum Detail realisiert worden. Da helfen auch die insgesamt guten Soundeffekte nicht weiter, die für eine ordentliche Soundwertung verantwortlich sind.

Fazit

Da lachen ja die Hühner. Wenn dies das Leben auf einem Bauernhof wäre, würde sich keine Zuschauerin für "Bauer sucht Frau" bewerben. Wenig Spielspass, wenig Innovation.
Grafik
33%
Sound
77%
Gameplay
20%
Steuerung
35%

Gesamtwertung

39%

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