Demon Stone

1338 0 1 24. September 2008
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Wenn Du AD&D hörst und weißt, dass R.A. Salvatore, einer der bekanntesten Autoren von AD&D Schmökern, die Hintergrundstory zu einem Spiel geschrieben hat, woran denkst Du dann ? Genau, an Rollenspielklassiker wie Icewind Dale oder Baldurs Gate. In “Demon Stone” von Atari jedoch wird der Spieler andere Wege gehen müssen, denn hier handelt es sich wider Erwarten um ein reinrassiges 3D-Hack&Slay. Rondomedia bringt das Game nun zum Freundschaftspreis neu auf den Markt, Grund genug für uns nochmals ein Auge auf “Demon Stone” zu werfen.

Wo geht’s hier nach Faerûn ?

Der Entwickler Stormfront hat bereits mit anderen Titeln auf sich aufmerksam gemacht, zum Beispiel auch mit “Herr der Ringe – Die zwei Türme”. Und wer dieses kennt, der bekommt auch einen ziemlich guten Einblick wo es bei “Demon Stone” abgeht. Die Hintergrundstory ist ebenfalls schnell zusammengefasst: Im Faerûn, einem abgelegenem Reich der Vergessenen Welten, bekriegen sich zwei mächtige Herrscher, die sich beide die Weltherrschaft unter den Nagel reißen wollen nachdem sie aus dem “Dämonenstein” ausgebrochen waren, in den sie schon einmal verbannt wurden. Es ist nun die Aufgabe von Rannek dem Krieger, Illius dem Hexenmeister und Zhai der Schurkin dieses Unheil von der Welt abzuwenden.

Im Spiel übernimmst du dann auch sogleich die Kontrolle über eben diese drei Spielcharaktere, wobei du jederzeit in die Haut einer dieser Figuren schlüpfen kannst. Das ist strategisch natürlich von außerordentlicher Bedeutung, da du je nach Spielsituation die besonderen Fähigkeiten der drei Kameraden ausnützen kannst. Der PC übernimmt derweil die Rolle der beiden anderen Mitstreiter.

Die meiste Zeit wird man sich wohl in der Haut von Rannek, dem Krieger, befinden, weil das Spielprinzips des Hack&Slay dieses erfordert, denn oftmals sind die Gegnerscharen überwältigend groß und mit Rannek hat man die besten Chancen, da heil wieder rauszukommen. Zhai, die Diebin dürfte sich als besonders nützlich bei den eingestreuten Geschicklichkeitsaufgaben erwiesen, weil sie die einzigste ist, die springen und somit Abgründe überwinden kann.

Illius der Magier hält nun wirklich nicht viel aus im Kampf Mann gegen Mann, weswegen man ihn am ehesten beschützen muss, wenn der Gegner mal wieder zu Nahe herankommt. Dafür kann Illius Bomben legen und auch sonst ein reichhaltiges, magisches Feuerwerk über den Gegner prasseln lassen. Zu Beginn des Spiels besitzt jede Figur nur rudimentäre Fähigkeiten, aber mit steigender Spieldauer verfeinern sie ihre Techniken und erlernen auch neue Fähigkeiten. So kann man nach jedem erfolgreichen Level seine Erfahrungspunkte und sein Gold in neue Fähigkeiten oder in neue und bessere Ausrüstungsgegenstände stecken. Des Weiteren bietet sich zwischen den Levels auch die Möglichkeit zum Abspeichern des Spiels.

Der Kopf muss ab…

Im Spiel selbst geht dann auch wirklich der Punk ab: Überall gibt es Schlachten zu verfolgen, hunderte von Orks und Trollen bekämpfen sich zeitgleich gegenseitig und links und rechts vom Spieler stürzen Gebäude ein. Man hat aber verständlicherweise nur wenig Zeit sich in Ruhe umzusehen, denn die Gegnerscharen lassen einem keine Pause und wollen alle niedergemacht werden. Mit verschiedenen Kombos und Superangriffen, die man im Lauf der Spiels hinzubekommt geht das dann auch recht gut von der Hand und die Überzahl auf der Gegnerseite wirkt nicht mehr ganz so bedrohlich.

Die Rollenspielelemente zwischen den Levels runden dann das Spielgeschehen etwas ab, denn rund 3/4 der Zeit muss man kämpfen und den Rest der zeit nutzt man dann eben um seine Figuren etwas “aufzumotzen”. Die Rätsel wie Schalter umlegen und ähnliches sind zwar nicht häufig nehmen aber doch eine gewisse Zeit in Anspruch, weil sie recht knifflig sind. Oftmals hilft hier etwas das Gehirn einzuschalten und strategisch vorzugehen. Bei Endgegnern hilft der Teamangriff enorm weiter.

Grafik und Sound

Grafisch gesehen ist “Demon Stone” ein echter Augenschmaus. Sowohl die Darstellung der Figuren, wie auch die Umsetzung der Bauten und das Leveldesign sind nahezu perfekt gelungen. Opulente Schlachten im Hintergrund vermitteln eine tolle Atmosphäre und die Special Effekts wie Feuer und Explosionen machen das Spielen wirklich “heiß”. Besonders hervorzuheben bleibt dann noch die Gegnervielfalt, denn da haben sich die Entwickler wirklich nicht lumpen lassen und neben Orks und Trollen auch alles im Angebot was die Tier- und Fantasywelt so hergibt: Schlangen, Spinnen, Drachen, etc. Die kinoreifen Zwischensequenzen runden den tollen grafischen Gesamteindruck ab. Vereinzelte Schwächen bei der Darstellung von Pflanzen und gelegentlich zu dunkle Ecken wären das einzigste was einem auffallen könnte, wenn man wirklich nach Fehlern sucht, aber das wars dann auch schon.

Auch soundtechnisch kann “Demon Stone” absolut überzeugen. Angefangen bei der perfekt abgestimmten Musik bis hin zu den gigantischen Soundeffekten hat man eigentlich alles richtig gemacht. Auch die überzeugende deutsche Sprachausgabe ist eindringlich zu loben, denn man hat offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut dem Spiel ordentliche Synchronsprecher zu spendieren, die, wie man hören kann, ihr Hand…öhm…Mundwerk beherrschen…

Fazit

Machen wir es kurz: "Demon Stone" gehört in fast jedes Spieleregal. Das Spiel richtet sich dabei nicht nur an Fans eines ordentlichen Hack&Slays, sondern dürfte mit seinen Rollenspielelementen auch die Fans anderer Genres ansprechen. Rätsel lockern zudem das Gameplay etwas auf. Das einzigste Manko ist der fehlende Mehrspielermodus, auch kann man sich die drei Spielfiguren nicht mit 2 realen Freunden am PC teilen. Wesentlich mehr kann man an "Demon Stone" aber nun wirklich nicht aussetzen - und das spricht für sich. Unbedingt antesten und dann schnell zum Softwaredealer um die Ecke.
Grafik
93%
Sound
95%
Gameplay
88%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

90%

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