Def Jam Rapstar (PS3)

5443 0 2 19. Dezember 2010
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Titel:Def Jam Rapstar
EAN:4012927052433
System:PlayStation 3
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Konami Digital Entertainment GmbH
Release:2010-11-25

Yes, yes, yo! Viele von uns haben sehnsüchtig auf ein Karaoke-Spiel gehofft, das sich hauptsächlich ums Rappen dreht. In den wohl jedermann bekannten Spielen aus der SingStar-Reihe tauchen Hip Hop-Lieder nur ganz selten auf und die Bewertung der Rapkünste ist bei diesen Titeln meist nicht nachvollziehbar. Dabei animieren Künstler wie Eminem, 50 Cent und wie sie alle heißen mit ihren Reimen immer mehr Leute dazu, ihnen nachzueifern und selber ihr Glück in diesem Metier zu suchen und zu finden. Diejenigen, die es bisher noch nicht ganz geschafft haben aber auch die, die einfach nur Spaß am Reimen haben, ohne darauf zu hoffen, damit irgendwann mal weltberühmt zu sein, können ihr Talent nun endlich bei Def Jam Rapstar unter Beweis stellen.

Endlich? Nicht ganz, denn mit “Get on da Mic” kam bereits Ende 2004 ein Rap-Karaoke-Spiel auf den Markt, das zur damaligen Zeit schon richtig gut war, den Durchbruch aber nie schaffte und in der Versenkung verschwunden ist, obwohl es zahlreiche Fans der so genannten “Black Music”, insbesondere des HipHops gibt. Def Jam Rapstar dürfte da schon allein durch die Werbung von Kool Savas oder Azad eine bessere Ausgangsposition besitzen. Ist das Game gut genug, um die (Spiele-)Charts zu stürmen? Check it out!

Mic check 1, 2

Alle, die bereits SingStar-Mikrofone, egal ob kabellos oder nicht, besitzen, können aufatmen, denn diese sind mit Def Jam Rapstar einwandfrei kompatibel. Wer diese Mics nicht besitzt, kann nach entsprechenden Angaben auch Logitech-Mikros anschließen oder muss sich eben das entsprechende Bundle kaufen.

Let’s get it on to the early mornin’!

Habt ihr eure Mics angeschlossen, eure Kapuze über den Kopf gezogen, die Bling-Blings zurechtgerückt und die entsprechende Pose eingenommen, könnt ihr auch direkt loslegen. Ein Karriere-, Party- und Freestylemodus stehen euch zur Verfügung.

Im Karrieremodus geht es darum, durch erfolgreiches Meistern der Songs Mikrofone – null, wenn euer Auftritt “schrott” bzw. fünf, wenn er “megafett” war – zu sammeln und euch so in immer neuere Phasen mit immer neueren Titeln vorzukämpfen bis ihr euch zu guter Letzt Rapstar nennen könnt.

Daneben gilt es in den einzelnen Phasen auch Herausforderungen, wie das Erreichen einer Mindestpunktzahl für einen Song oder eine bestimmte Anzahl von fehlerfrei getroffenen Tönen hintereinander zu erzielen, um zum Beispiel neue Songs bzw. Effekte freizuschalten.

Im Partymodus könnt ihr euch Battles mit euren Freunden liefern oder auch ein Lied zusammen im Duett performen, wobei ihr die Möglichkeit habt, euch eine Playlist mit euren favourite Songs zu erstellen, die ihr dann nacheinander nachrappen könnt.

Im Freestylemodus ist der Name Programm. Hier könnt ihr euren Rapkünsten freien Lauf lassen und zu ausgewählten Beats diverser Producer texten, was das Zeug hält.

How’s this stuff workin’?

Die einzelnen Töne werden durch simple Punkte dargestellt. Ein weiterer Punkt hüpft von jeweils einem Punkt zu dem anderen und gibt somit das Timing vor, wie die Töne zu treffen sind. Während man die Töne auf Stufe “leicht” noch ganz gut trifft, ist im Schwierigkeitsgrad “schwer” richtig gutes Timing gefragt, um viele Punkte zu erzielen.

Punkte gibt es dabei nicht nur für das Timing, sondern auch für den Text sowie für die Tonhöhen, denn es gibt auch Lieder, die Passagen beinhalten, die es zu singen und nicht zu rappen gilt.

Ein hilfloses Summen, um die Töne zu treffen, ist hier, zumindest bei den Rapparts, die ja aber geschätzte 99 % des Spiels ausmachen, nicht möglich aber selbstverständlich gibt es auch hier Möglichkeiten, ein wenig zu tricksen, um mehr Töne zu treffen. Wer meint, dies tun zu müssen, um somit den eigentlichen Sinn eines Karaoke-Spiels ad absurdum zu führen, der kann ja verschiedene Methoden ausprobieren. Ich meine: Dann lieber versuchen, mit dem Text und Rhythmus mitzukommen, um so den Song besser beherrschen zu lernen, denn wenn man dies nicht macht, dürfte man gewisse Lieder nie spielen, weil man sich dann immer wieder dieser Tricks bedienen müsste.

Seid ihr textsicher und trefft ordentlich die Töne, kommt ein Multiplikator zum Einsatz, der euch zur Belohnung in den nächsten Abschnitten des Songs ein Vielfaches an Punkten beschert.

Hate it or love it

Das Rappen macht unheimlich Spaß, wenn man die Texte und die Rhythmen kennt. Hat man es dagegen mit einem Lied zu tun, das man nur flüchtig oder gar nicht kennt, ist es richtig schwer, gute Punktzahlen zu erzielen. Meistens kommt man schon gar nicht mehr mit dem Lesen der Texte nach, vor allem wenn diese dann auch noch auf englisch sind und wenn man dabei noch das richtige Timing beachten muss, merkt man selber, wie man etwas vor sich hin stammelt und immer nur irgendwelche Textbrocken von sich gibt. Das soll jetzt aber kein Kritikpunkt sein, denn mit ein bisschen Übung kann man sich auch diese Lyrics aneignen, so dass man mit zunehmenden Versuchen die Lieder auch immer sicherer beherrscht. Außerdem wächst man ja schließlich an seinen Aufgaben.

Schade ist, dass hier nur die clean versions der Songs am Start sind, bei denen die “bösen Wörter” weggeblendet und damit nicht rapbar sind, was im Übrigen noch zusätzlich zu Problemen beim richtigen Timing beiträgt. Umso erstaunter war ich jedoch als ich in einem deutschen Lied plötzlich das F-Wort zu hören bekam. Oder liegt es vielleicht einfach nur daran, dass es nicht für sich allein vorkommt, sondern im Zusammenhang mit der Vorsilbe “ge-“, so dass man es nicht germerkt hat?

Als Entschädigung für die fehlenden “dirty words” gibt es die Originalvideos zu den über 40 Songs, die während eurer Darbietung im Hintergrund laufen sowie zu jedem Lied einige Details über Interpreten, Album, etc.

Share and enjoy

In der Community habt ihr die Möglichkeit, euch Videos von anderen Nachwuchsrappern, sprich anderen Zockern anzusehen und auch selber entsprechende Videos, die allerdings nur maximal 30 Sekunden lang sein können, hochzuladen. Diese können dann auch von den einzelnen Usern bewertet werden. Laut Mitteilung bei der Registrierung in der Community soll es wohl auch die Möglichkeit geben, sich Onlinebattles mit anderen Spielern zu liefern. Bei meinen Besuchen in der Community habe ich davon leider nie was mitbekommen, obwohl dort auch Battles vermerkt sind. Wie diese daher aussehen und von statten gehen sollen, kann leider nicht mitgeteilt werden.

Rapper’s delight

Für alle Wissbegierigen, die jetzt schon Lust auf das Spiel, bei dem Grafik so gut wie keine Rolle spielt, da es auf sie nicht ankommt, haben, hier ein etwas größerer Auszug der Lieder, die bei der deutschen Version dieses Spiels vertreten sind:

2 Pac – I Get Around
50 Cent – I Get Money
Absolute Beginner – Hammerhart
Afrob ft. Ferris MC – Reimemonster
Azad  ft. Adel Tawil – Prison Break Anthem
Curse – Und Was Ist Jetzt?
Das Bo – Türlich Türlich
Deichkind – Bon Voyage
DMX – Ruff Ryder‘s Anthem
Dr. Dre featuring Snoop Dogg – Nuthin‘ But A „G“ Thang
Ja Rule ft. Ashanti – Always On Time
Kanye West – Stronger
Kanye West ft. Jamie Foxx – Gold Digger
Kool Savas – Futurama
Lil‘ Jon – Get Low
Nas ft. Diddy – Hate Me Now
Nelly – Hot in Herre
Notorious B.I.G. – Juicy
Outkast – So Fresh, So Clean
Peter Fox – Schwarz Zu Blau
Redman and Method Man – Da Rockwilder
Run D.M.C. – Run‘s House
Salt-N-Pepa – Push It
Samy Deluxe – Dis wo ich herkomm
Snoop Dogg – Gin and Juice
T.I. featuring Rihanna – Live Your Life

Fazit

Für Fans des Hip Hops natürlich ein absolutes Muss! Anhänger dieses Genres werden damit auf jeden Fall ihren Spaß haben, egal ob allein oder mit ihren Freunden. Damit ist aber auch schon die Zielgruppe definiert. Wer mit dieser Art von Musik nichts anfangen kann, der wird auch an dem Spiel keine Freude haben. Aber der muss sich dieses Spiel auch nicht zulegen und im Übrigen: Es ist sowieso nicht für ihn gedacht.
Grafik
75%
Sound
95%
Gameplay
80%
Steuerung
93%

Gesamtwertung

80%

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