Death Jr. 2 – Root of Evil

1232 0 1 24. September 2008
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Der Sensenmann möchte sich in seiner Pause die Zeit in einem Fast-Food-Laden vertreiben. Kaum hat er seine Bestellung aufgegeben, erscheint plötzlich das grüne Pflanzenmonster Furi und tötet einige der flanierenden Besucher. Das Gefällt dem genervten Sensenmann nicht, schließlich pfuscht hier jemand in sein Handwerk – nur er hat die Befugnis, Menschen ins Jenseits zu befördern. Nach einem kurzen Kampf findet sich der Tod in einer Falle wieder. In der Unterwelt ist die Hölle los! Was geht da vor? Death Junior, auch DJ genannt, ist im Rahmen von Konamis gruseliger Serie schon zum zweiten Mal unterwegs. Mit seiner Gothik-Freundin Pandora fand er einen Kokon an einem Baum. Von ihrem Interesse verführt, befreiten Sie die teuflische Kreatur Furi, die mit ihren Untertanen nun auf der Welt ihr Unwesen treibt und sogar den Sensenmann zur Weißglut brint. Pandora lässt das Böse frei – wer sich in der griechischen Mythologie auskennt, weiß, dass die Geschichte von Death Jr. nicht gerade originell ist. Sie genügt aber, um ein weiteres Action-Spektakel für die PSP einzuläuten.

Schöne neue Unterwelt

Als spielbare Charaktere stehen uns DJ oder Pandora zur Verfügung. Wir starten in einem dunklen Wald, in dem uns die Steuerung erklärt wird. Mit seiner Allzweck-Sense kann DJ Gegner massakrieren, an Hängen hochklettern und sogar im ein wenig fliegen, wenn er sie wie einen Propeller schwingen lässt. Die Spielfiguren unterscheiden sich spielerisch nicht sehr stark voneinander. Pandoras Kette beherrscht diese Fähigkeiten nämlich auch.

Die Umgebung ist, wie sollte es anders sein, hauptsächlich düster und modrig gehalten. Dicke Äste ragen in die kurvigen Wege, am Rand stehen Häuser, deren beste Zeiten vorüber sind. Das Spiel verlangt hin und wieder Jump `n´ Run-Einlagen. Interessant sind Baumstämme, die über einem Abgrund entlang laufen. Hier hält DJ seine Sense waagerecht zum Balancieren und wir müssen sein Gleichgewicht mit dem Analogstick halten. An anderer Stelle müssen wir von Ast zu Ast schwingen und am Ende ein Seil herunterrutschen, alles mit Hilfe der Sense. Zu weiteren Waffen kommt der Spieler ziemlich schnell. Die automatische Zielsuche soll das Schießen erleichtern, macht es aber umso komplizierter, denn allzu oft werden zerstörbare Gegenstände in der Landschaft angepeilt und nicht der Zombie-Teddy, der gerade DJs Lebensbalken verkürzt. Dies führt dazu, dass es an vielen Stellen einfacher ist, bis zum nächsten Checkpoint durch Gegnerhorden zu rennen und Kämpfe zu vermeiden, anstatt die Höllenbrut restlos auszurotten. Die Bewegung der Spielfiguren selbst funktioniert wirklich gut, nur die Kamera scheint kaum ein Entwicklerteam so richtig zu beherrschen. Sie kann man bestenfalls akzeptabel nennen, ums Nachjustieren kommt man aber nicht herum. Glücklicherweise kann sie ganz einfach mit den Schultertasten um die Protagonisten herumgeführt werden.

Ein höllisches Vergnügen

So geschickt unser Held auch ist, seine hauptamtliche Tätigkeit ist das Schwingen der Sense. Obwohl viele Händler den Titel bei Jump ´n´ Run einordnen, ist das Hüpfen auf Plattformen der kleinere Teil des Abenteuers. Bessere wäre das Spiel bei Hack `n` Slay aufgehoben. Von überall kommen die Gegner in Form von wandelnden Bäumen, aggressiven Spielzeugen, riesigen Spinnen oder verrückt gewordenen Haushaltswaren daher. Selbst aus der Entfernung erreichen uns Geschosse und andere Gemeinheiten. Die Checkpoints sind freizügig gesetzt und Munition ist auch reichlich verteilt. Das Spiel trotz dieser Tatsachen als leicht zu bezeichnen, wäre falsch. Die Levels bewegen sich entlang eines Hauptweges. Sie wirken durch große Objekte in der Szenerie oft größer als sie sind. Es ist immer klar, wohin es als nächstes gehen muss. In Nebengängen findet man Teile für neue Waffen und Geld, welches ebenfalls für Waffen eingetauscht werden kann. Die größeren Plätze, auf denen sich der Spieler ins Kampfgetümmel stürzen kann, werden durch Jump `n` Run-Passagen miteinander verbunden. Diese Levelgestaltung erinnert an die von Sonys Ratchet & Clank. Riesig große Endgegner stellen sich am Ende jedes Levels zwischen Endportal und Spieler. Wer jemanden mit einer weiteren Kopie des Spiels kennt, kann die Levels auch im Kooperationsmodus durchspielen.

Geschichten aus der Gruft

Lustig und gruselig zugleich sind die Level von Death Jr. 2. Ähnlich wie bei den Filmen “Nightmare Before Christmas” oder “Corpse Bride” von Tim Burton ist das Düstere im Spiel unverkennbar, enthält aber immer heitere und kreative Elemente. Der makabere Humor wird gleich im Anfangsvideo deutlich, in dem die Themen Tod, Fast Food und Streit um die Lizenz zum Töten aufeinander prallen. Die Geschichte wird anhand sauber animierter Sequenzen erzählt, die immer etwas Komisches, Skurriles oder Merkwürdiges auf Lager haben. Die technische Umsetzung der Grafik im Spiel ist ebenfalls gut gelungen. Vermutlich könnte die PSP noch mehr leisten, aber wenn die Funken und Strahlen im Gefecht mit den vielen Gegnern über den Bildschirm flimmern, kann man durchaus von gut gemachter Arbeit sprechen. Die Framerate bleibt selbst bei vielen Leuchteffekten und etlichen Gegnern in der virtuellen Umgebung stabil. Wirklich schade ist die Wahl der Musik. Der Soundtrack klingt elektronisch und groovy. Leider besitzt er viel zu wenig Verrücktes und Gruseliges. Die Lieder laufen fast unmerklich im Hintergrund, die schöne Atmosphäre wird musikalisch nicht angemessen unterstützt.

Fazit

Death Jr. 2 bietet solide Action im gruseligen Umfeld. Gedankenloses Cartoon-Gemetzel und etwas Jump `n` Run bieten ausreichend Unterhaltung für Actionfans. Death Jr. 2 kommt nicht an Titel wie Daxter heran, doch wer den ersten Teil mochte, wird nicht enttäuscht sein.
Grafik
79%
Sound
65%
Gameplay
70%
Steuerung
68%

Gesamtwertung

71%

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