Daemon Vector

1458 0 1 24. September 2008
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Titel:Daemon Vector
EAN:3700046242323
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:FIP Publishing GmbH
Release:2005-12-08

Eine spannende Hintergrundgeschichte hat schon so manches Spiel gerettet. In “Daemon Vector” gerät der Spieler in eine Art Gruselfilm, der im 14. Jahrhundert spielt. Die Menschheit wird von der heimtückischten aller Krankheiten, der Pest, und einer fast noch schlimmeren Bedrohung dezimiert, die alle erkrankten Menschen in blutrünstige Untote und diabolische Monster verwandelt. Dem entgegenzutreten ist natürlich erste Heldenpflicht, und so macht sich denn die wackere Spielerin bzw. der heldenhafte Recke auf um dem Problem Herr zu werden.

Die Qual der Wahl

Zu Beginn steht wie bei einem guten Spiel die Qual der Wahl. Welchen Charakter wähle ich, der mich und meine Art zu spielen am besten widerspiegelt ? In Daemon Vector fällt die Wahl leicht, denn beide Auswahlmöglichkeiten spielen sich identisch. Der einzige erwähnenswerte Unterschied der beiden ist das Geschlecht, also männlich oder weiblich.
Doch dann gehtÂ’s erstmal los. Was war das doch gleich ? Ein Action-Rollenspiel ? Nunja, mal schauen was da auf uns zukommt.
Wir ziehen also los, in einer schräg-von-oben Perspektive um den Unholden den Garaus zu machen. Ein leicht marodes Dorf ist unser Tutorial um die Hauptbewegungen und das Kampfsystem zu erlernen. Das Ganze ist rasend schnell erledigt und wir stürzen uns in unseren ewigen Kampf gegen die dunklen Mächte.

Die ersten Gegner trudeln ein und los gehtÂ’s. Sagte ich, los gehtÂ’s ? Der Kampf besteht in Daemon Vector aus dem wilden Geklicke mit der linken Maustaste. Punkt. Ja, das wars schon. Da ein moderner PC nur selten über mehr als 3 Tasten verfügt und diese nicht mal Standard sind, sind die Designer von actionreichen Kampfspielen leider auf diese angewiesen. Es wird also etwas schwierig komplizierte Bewegungsmodes, Kombos oder Specialmoves mit dieser mageren Ausstattung zu bewerkstelligen, daher lässt man es einfach sein. Wir malträtieren also unsere Maustaste und schwupp liegt der erst auch schon im Staub. Wer will probiert auch gleich Angriff Nummer zwei (zweite Maustaste) oder Angriff Nummer drei (dritte Maustaste) aus und stellt zu seinem oder ihrem Erstaunen fest, dass sich dadurch weder die Ich-hau-euch-alle-um Geschwindigkeit erhöht noch der Motivationsfaktor steigt. Einzig die Hinauszögerung der Verkrampfung des Zeigefingers läßt sich erreichen. Wer die drei Tasten kombiniert wird mit einer leicht überschaubaren Anzahl von Komboattacken belohnt die aber ob der erbärmlichen Intelligenz der Gegner eher überflüssig sind. Kaum angefangen, liegen die Horden des Bösen auch schon in dem Staub aus dem sie kamen.

Der Rollenspielanteil

Zu jedem guten oder halbwegs guten Rollenspiel gehört zwingenderweise eine Art Inventar. Irgendwo muss man schliesslich die hart erkämpften und mühevoll errungenen Gegenstände verstauen die so ein Sieg über einen oder mehrere Gegner mit sich bringen. Auch Daemon Vector bildet hier keine Ausnahme. Die Massen der niedergemetzelten Zombies bringen uns nach jedem Sieg sogenannte “Orbs”, die am Ende der Level in einem Shop gegen diverse Tränke oder neue Specialmoves eingetauscht werden können.

Hat man den ersten Gegner weggeklickt und den nächsten und den nächsten und den nächsten und den nächsten……. trifft man irgendwann auf einen der ein bischen anders aussieht und doch glatt bei seinem Übergang vom denkenden Menschen zum hirnlosen Monster so etwas wie Intelligenz bewahrt zu haben scheint. Das muss einfach ein Bossmonster/Endgegner oder so etwas in der Art sein. Und recht haben wir, es ist eins ! Also auf in den Kampf und zum ersten Mal brauchen wir tatsächlich mal den Block da dieser Gegner es schafft auch mal gegen unsere Klickorgie anzuhauen. Man könnte das Ganze fast eine Herausforderung nennen. Ist sie gemeistert, warten eklatant wichtige Belohnungen auf uns. Schwerter, Ringe, Rüstungsteile etc.

Köpfchen ist gefragt

Bei soviel Belohnung weiss man gar nicht was man zuerst wegschmeissen soll, und Daemon Vector greift auch hier hilfreich ein. Dem Spieler bleibt die Wahl zwei der Gegenstände mitzunehmen auf die nächste Metzeltour. Da kann man dann also z.B. seine Lebensenergie erhöhen, oder seinen Schutzmechanismen verbessern oder besondere Abwehr gegen Feuer aufbauen. Ist auch dies erledigt, gönnt man den Fingern eine kurze Ruhepause und auf gehtÂ’s zur nächsten Hatz im nächsten Level. Leider ist diese inhaltlich eine exakte Kopie der ersten. Oder wars eine Kopie der zweiten oder doch der dritten ? Egal, das Ganze kann man entweder genussvoll spielen indem man sich zum einen gleichzeitgi ein gutes Buch gönnt und seinen Rollenspielteil mitdenkt oder aber einfach durch stupiedes “durcharbeiten”. Wie auch immer, nach spätestens ein paar wenigen Stunden winken selbst dem blutigsten Anfänger End-Endgegner und Abschlusssequenz.
Doch halt, was ist das ? Die Aufgabe lautet einen Schlüssel zu besorgen um eine Tür aufzuschliessen, und folgerichtig stürmen mehrere Gegner auf uns los. Was läge da näher als sie allesamt zu narkotisieren und dann aus den zerklüfteten Überresten den Schlüssel zu klauben. Und richtig, da ist er auch schon. Schön schön, wir haben soeben eins der “meisterlichen” Rätsel gelöst deretwegen das Ganze sich ja Rollenspiel nennen durfte. Die Schwierigkeit der anderen Aufgaben ist ähnlich hoch angesetzt und würde selbst einem Kleinkind gerecht werden wenn da nicht der doch eklatant gewaltätige Inhalt dem einen Riegel vorschieben würde.

Technische Klasse

Kommen wir also nach der bemitleidenswerten Typierung des Inhalts zur technischen Umsetzung. Die Grafik wäre, wenn sie zwischen 1990 und 1995 erschienen wäre, revolutionär. Zwischen 1995 und 2000 wäre sie mitrelprächtig bis durchschnittlich, aber leider erschien das Spiel erst Ende 2005, da kann man dann nur noch von grottig oder bemitleidenswert sprechen. Wer noch eine alte Zweitmöhre irgendwo in der Ecke verstauben hat sollte sich ernsthaft überlegen damit zu spielen, denn dann läuft man nicht Gefahr dass die nagelneue hochmoderne Grafikkarte vor lauter Langweile den Dienst verweigert.

Die Auflösung ist auf 800×600 Pixel festgelegt und lässt sich weder durch gutes Zureden noch durch brachiale Gewalt zu mehr bewegen. Dazu kommt eine zwar sauber funktionierende aber irgendwie doch nicht wirklich gute Kameraführung. In den zwischensequenzen des “Rollenspiels” erwarten uns gerenderte Videos die zwar kaum Story enthalten aber dafür wenigstens auch nicht lange dauern.

Wer nun glaubt das liesse sich kaum noch steigern der sei an den Sound erinnert. Die Hintergundmusik war wohl doch etwas teurer zu komponieren als es das schmale Budget zuliess, da musste sie halt gekürzt werden. Also wiederholen wir doch einfach ewig die gleichen 10-20 Sekunden und schon ist die Sache erledigt. Dafür muss dann aber die Kampfkulisse exzellent ausfallen was sie auch tut. Jeder der insgesamt 3 Gegnertypen bringt sagenumwobene 2 Sounds mit, da kommt doch richtig Freude auf. Die Samples selbst lassen wenigstens den Mundwinkel wieder steigen da sie eine unfreiwillige Komik mitbringen.

Fazit

Dass Daemon Vector eine Umsetzung eines Konsolentitels ist, läßt sich selbst bei hartnäckigstem Verschweigen der Mankos nicht leugnen. Man sieht es dem Spiel einfach nach Sekunden bereits an. In Taiwan erschien dieser simple Titel bereits Mitte 2004 für die populäre X-Box und die Umsetzung für PC konnte einfach nicht anders als darunter leiden. Wie bereits erwähnt birgt die Kombination von actionreichen Kämpfen plus Kombinationsangriffen mit müder Hintergrundstory einfach nur ein gewisses Potenzial für Freunde von knopfreichen Gamepads. Wer also einfach gestrickte Klickorgien mit einsäuselnder Hintergundstory und anspruchslosen Rätseln mag wird sich in Daemon Vector sicherlich einige Stunden lang amüsieren können. Allerdings nur dann, wenn es nicht die eigene Geldbörse war, die da beansprucht wurde.
Grafik
30%
Sound
30%
Gameplay
37%
Steuerung
45%

Gesamtwertung

40%

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