City of Villains

1450 0 2 24. September 2008
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Eine Stadt in der es von Schurken nur so wimmelt ? Ein Ort an dem “böse sein” die einzig richtige Alternative ist ? Eine Welt in der die schönste und beste Belohnung die Steigerung der eigenen Verrufenheit ist ?

Sei böse !

Wer bisher dachte, in Rollenspielen, insbesondere in Online- Rollenspielen, geht es immer ums Gleiche, nämlich um die Befreiung eigentlich harmloser Welten von machthungrigen und bösen Besatzern, der wird von “City of Villains”, kurz CoV, eines Besseren belehrt. Zum ersten Mal in der Geschichte der MMPORPGÂ’s geht es den Spielern an den Tastaturen und Mäusen nur um eines: Der Schlechteste, Fieseste, Böseste und am meisten gehasste Charakter zu werden. Im Sequel zu “City of Heroes” das den Spieler in seinen Wunschsuperhelden schlüpfen liess, haben endlich mal die Bösen ein Chance bzw. die Macht auf ihrer Seite.

CoV sieht auf den ersten Blick aus, wie der fiese Bruder von “City of Heroes”. Dunkle, düstere Kammern, pfeifende Wasserrohre und finstere Gestalten, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, an jeder Ecke und in jeder dunklen Gasse, “Geschäfte” abzuwicklen bei denen Schusswaffen, Schlagstöcke und sonstige Instrumente zur Argumentationskette gehören. Dazwischen wandern unbescholtene Bürgerinnen und Bürger durch eine ansehnliche Grossstadtkulisse.

Bad Boys, Bad Boys, what cha gonna do ?

Die Grafik- und Spielanfroderungen an die Hardware sind unerwartet hoch und so manch ein Besitzer eines “älteren” Geräts muss schwer an den abschaltbaren Features feilen um eine schnell laufende Kulisse zu sehen. Dies tut aber dem Spiel selbst keinen Abbruch. Die Grafiken halten sich an altbekannte Science-Fiction Standards und der Sound untermalt auf treffsichere Weise die diversen Aktionen der Spieler wenn sie ihre Schurkenfähigkeiten bzw. ihre eigenen Waffen einsetzen. Dabei dudelt im Hintergrund eine stimmige Hintergrundmusik um die teilweise schon recht düsteren Szenarien noch weiter akustisch zu untermauern. Gesteuert werden die Schurken mit der Maus, der Tastatur oder einer Kombination aus beidem. Erfreulicherweise ist eine reine Maussteuerung ebenso möglich wie eine reine Tastatursteuerung, wobei die meisten Spieler die Kombination aus beiden bevorzugen werden. Gespielt werden darf im First-Person-Modus oder mit Hilfe einer sowohl steuerbaren wie automatischen Kamera aus einer “Schräg-von-Hinten” Perspektive. Die Fortbewegung im Spiel wird allerdings eingeschränkt durch die eher unausgereift wirkende automatische Kamerasteuerung, die immer genau dann eingreift wenn man gerade selber Hand anlegen wollte. Nur eben manchmal auch mitten in einem Kampf bzw. nicht so wie man es selber getan hätte.

Gespielt wird CoV auf einer grossen Inselgruppe. Zu Beginn nimmt man an einem Gefängnisausbruch (wie passend für einen Superschurken in spe) teil um sich den Zugang zur ersten Insel zu erarbeiten. Ein Tutorial führt durch diese erste Herausforderung. Die weiteren Inseln werden dann im Laufe des Spiels freigeschaltet. Jede Insel besitzt passende Herausforderungen für entsprechende Level des Spielers und das Umherreisen ist ohne Schwierigkeiten möglich. Dies geschieht am Anfang noch zu Fuss, unterstützt durch “Sprinten” Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten können aber später im Spiel zu gewaltigen Superhopsern oder gar dem Fliegen ausgebaut werden. Die Inseln selbst sind noch einmal unterteilt in Gebiete die ebenfalls unterschiedliche Herausforderungen bieten. Nun steht es dem Spieler frei einfach in den Gebieten umherzuziehen und seine eigene Verrufenheit durch das Vernichten von Gegnern zu steigern, oder die den Spielverlauf darstellenden Missionen zu erfüllen.

FedEx Taktik

Diese Missionen bestehen zumeist aus der bekannten FedEx Taktik. Also “hol mir dies”, “bring jenes” bzw “töte folgende”. Um eine solche Mission zu erfüllen begibt man sich mit seinem Schurken zu dem auf der Karte markierten Zielpunkt und betritt eine Instanz die aus einem Höhlensystem, dem Inneren einer Lagerhalle, einem Bürogebäude und anderen abgeschlossenen Räumlichkeiten bestehen kann. In dieser Instanz erfüllt man nun die entsprechenden Aufgaben und kann sich nach Lösen der Mission direkt aus der Instanz wieder an den Eingang teleportieren lassen.

Erfreulicherweise gibt es hier mal KEIN Inventar, KEINE “Über-Items” und KEINE Rüstungsteile die gesucht, erworben oder langwierig erspielt werden müssen. Einzig und allein Verbesserungen der Kampfskills und kurzzeitige Steigerungen (Buffs) können gefunden bzw. gekauft werden. Das lästige Sortieren, Handeln und “Farmen” hat also hier sein seliges Ende gefunden. Noch kurz zum Superschurken selbst. Es gibt 5 Grundtypen die jeder mit 5-7 unterschiedlichen Primärskillsets ausgestattet werden. Dazu kommen dann später noch sekundäre Skillsets. Diese Skills können je nach Inhalt zum Kampf oder zur Unterstützung der Gruppe verwendet werden. Allein das Erstellungssystem des eigenen Aussehens läßt bereits vermuten, dass es in diesem Spiel, selbst bei Auslastung der vollen Serverkapazitäten, keinen zweiten Charakter geben wird, der genauso aussieht wie man selbst.

Fazit

City of Villains ist ein mindestens ebenbürtiger Nachfolger bzw. Sequel zu City of Heroes. Die Grafik ist auf einem guten, wenn auch hardwarehungrigen Niveau, der 3D-Sound passt hervorragend und die Hintergrundmusik muss man auch nicht abschalten. Die Steuerung hält sich an die handelsüblichen Features und kann individuell angepasst werden. Einzige Kritikpunkte sind die etwas wenig abwechslungsreichen Missionen, sowie die automatische Kamerasteuerung. Alles in allem ein spielenswerter Onlinetitel, der allerdings bis auf die Hintergrundgeschichte nichts wirklich bemerkenswert Neues bietet. Sowohl das Spiel, wie das Handbuch und die Ingame Texte sind komplett in deutsch, eine Sprachausgabe ist nicht vorhanden.
Grafik
82%
Sound
80%
Gameplay
85%
Steuerung
72%

Gesamtwertung

80%

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