City Life Deluxe

1216 0 0 24. September 2008
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Normalerweise glänzen Deluxe Versionen in die Jahre gekommer Spiele damit, dass eine Lösung im PDF-Format beiligt, einige Wallpapers mit auf den Silberling gepackt wurden und sonstiges unveröffentlichtes Material ohne direkten, spielerischen Mehrwert beiliegt. Deep Silver und Koch Media gehen bei “City Life Deluxe” da eigene Wege und zeigen, wie man aus einer Bronze-Wertung für das urspüngliche City Life einen Cookie in Silber zaubert. Wie das geht? Lest selbst!

Höher schneller weiter

Während sich am Grundprinzip von “City Life” nichts verändert hat, glänzt die Deluxe Ausgabe mit zahlreichen neuen Features. So stehen beispielsweise 100 neue Haustypen zur Auswahl, was die Gesamtanzahl an Gebäuden auf 300 unterschiedliche Bauten anhebt. Dazu gesellen sich auch noch 15 weltbekannte Bauten wie die Freiheitsstatue, der Big Ben, der Kreml und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Zur Perfektion hätte nur die einheitliche Übersetzung in den Menüs gefehlt, so muss man mit einem Mix aus Englisch und Deutsch leben, was aber verschmerzbar ist.

Auch neu hinzugekommen ist der Gebäudeeditor. Wem also die 300 Gebäude nicht genügen, der kann sich jetzt daran machen eigene neue Gebäude zu stricken. Auf diese Weise wird wohl dank der Internetcommunity die Anzahl der Gebäude auf unglaubliche Zahlen anwachsen. Über 3000 Elemente stehen zur Verfügung aus denen man die neuen Bauten schmieden kann.

Unverändert

Am Spielprinzip selbst hat sich freilich nichts geändert. Als frisch gekürter Bürgermeister deiner Stadt übernimmst du die Kontrolle über alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Insgesamt stehen dem Spieler hier 27 Karten aus 5 Klimazonen zur Auswahl, wobei man das erste Grundstück praktisch geschenkt bekommt, nachfolgend aber neues Territorium zukaufen muss. Hat man sich für die Grundsteinlegung entschieden baut man zunächst das Rathaus, welches das Zentrum der Stadt darstellt. Nachdem sich die Stadt über Steuern finanziert ist es ratsam möglichst bald mit dem Bau von Wohnvierteln zu beginnen, damit neue Leute in die Stadt ziehen können. Natürlich wollen die Bürger Deiner Stadt auch eine Arbeit, darum muss man peinlich genau darauf achten, dass neben genügend Wohnraum, auch genügend kommerzielle Flächen, also Läden und Fabriken vorhanden sind, wo Deine Bürger eine Stelle antreten können. Im weiteren Spielverlauf werden dann natürlich auch allgemeine Gebäude wie Krankenhäuser, Apotheken, Polizeistation und ähnliche Einrichtungen immer wichtiger und gerade diese sind in der Regel recht kostenintensive Posten auf der Ausgabenseite. Parks und Grünflächen sorgen für Zufriedenheit im Wohnviertel, besonders wenn industrielle Anlagen in der Nähe sind und die Verschmutzung im Viertel deswegen zugenommen hat.

City Life lebt!

Das klingt alles noch ganz einfach, allerdings gibt es einige Besonderheiten, die es zu beachten gibt: Im Spiel existieren nämlich sechs spezifische Bevölkerungsgruppen, z.B. Arbeiter, Hippies, etc. Manch eine Bevölkerungsgruppe kann aber nicht mit einer anderen und so stellen sich dem Städtebaumeister schnell komplexe Aufgaben: Wo platziere ich ein Wohnviertel für die Arbeiter und wie locke ich diese in die nahe liegende Fabrik? Wie kann ich verhindern, dass sich rivalisierende Bevölkerungsgruppen zu nahe kommen? Man sieht, das wird mitunter ganz schön knifflig, denn nur über ein gelungenes Miteinander der Bürger meiner Stadt kann ich auch genügend Steuereinnahmen erwirtschaften und das wiederum sichert den Fortbestand der Stadt.

Wenn man den Dreh erstmal raus hat stellt sich das Spiel nicht mehr ganz so schwer dar, aber gerade am Anfang hat man doch ein paar Schwierigkeiten. Platziert man beispielsweise ein Arbeiterwohnviertel direkt neben eine Arbeiter-Fabrik kann es sein, dass sich dennoch andere Bevölkerungsgruppen dort niederlassen, wenn die Grundausrichtung der Stadt bisher eine andere war. Schnell kann es in solchen Ecken dann zu starken Konflikten kommen.

Grafik und Sound

Die Grafik des Spiels kann durchweg überzeugen. Angefangen bei den schlüssigen und übersichtlichen Spielmenüs bis hin zu den frei schwenkbaren Kameras und grossangelegten Zoomfaktoren präsentiert sich “City Life” in Höchstform. Besonders bemerkenswert ist der Zoom, mit dem man sich bis auf die Strasse zoomen kann und die Stadt so aus den Augen seiner Bewohner betrachten kann. Bewohner, Häuser und Fahrzeuge sind hierbei in jeder Einstellung sehr detailverliebt in Szene gesetzt worden und der Wechsel von Tag und Nacht sowie der dynamische Wechsel der 4 Jahreszeiten bringen zusätzliche Stimmung ins Spiel.

Etwas vermissen hingegen wird man eine Sprachausgabe, denn weder das Tutorial noch sonst an einer Stelle im Spiel hilft einem eine Stimme weiter. Die Musik ist zwar gelungen und bettet sich ganz gut ins Spielgeschehen ein, allerdings dürfte diese eine Geschmacksfrage sein. Die Stadtgeräusche sind vorhanden, allerdings erklingt hier wenig Innovatives durch die Lautsprecher.

Fazit

"City Life Deluxe" hat sich durch die neuen Gebäude und den Gebäudeeditor deutlich verbessert, auch wenn sich vor allem an der Langzeitmotivation nichts verändert hat. Leider leidet der Spielspaß schon nach kurzer Spieldauer und weicht einer gewissen Monotonie, weil man eigentlich keine größeren Herausforderungen erwarten muss, wenn man erstmal weiß wie der Hase läuft...
Grafik
82%
Sound
71%
Gameplay
74%
Steuerung
87%

Gesamtwertung

80%

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