Call of Duty Black Ops (Xbox 360)

2457 0 4 12. Dezember 2010
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Titel:Call of Duty: Black Ops
EAN:5030917085857
System:Xbox 360
USK:Freigegeben ab 18 Jahren
Label:Activision Blizzard Deutschland
Release:2010-11-09

Bäumchen wechsle dich heißt das Spielchen wenn Activision ein neues Call of Duty herausbringt. Die Qual der Wahl fiel auf Treyarch, ob der neueste Spross der CoD Familie auf Bewunderung stößt erfahrt ihr hier.

Von Havanna bis Loas

Eigentlich sollte man Helden eine Parade geben, einen Orden, Anerkennung oder sonstige Annehmlichkeiten. Alex Mason hat leider nicht so viel Glück, vollgepumpt mit Drogen, was nicht unüblich in den 60ziger Jahren war, muss sich der Veteran vielen unangenehmen Fragen stellen. Speziell über seinen Verbleib, was er so gemacht hat und was denn der Zahlencode bedeutet den Mason die ganze Zeit im Verhör ausgesetzt ist. Im Drogenrausch der an “Fear and Loathing in Las Vegas” erinnert, erzählt Mason seine Geschichte. Hier startet auch das Spiel, wir durchleben in Masons Erinnerungen seine Einsätze und spielen die Geschichte nach, die zu Hochzeiten des kalten Krieges spielt. Wie es sich gehört wird der gefährlichste Part der Zeit, die Kubakrise, als Startschuss genommen. Mason erhält den Auftrag Fidel Castro auszuschalten. Mit ein paar kubanischen Rebellen und Amerikanischen Mitstreitern geht man den Auftrag an, scheitert aber und fällt in russische Gefangenschaft. Ein Geschenk des kubanischen Diktators an die Sowjet Union. Als Kriegsgefangener sperrt man Mason im Bergbauwerk / Gefängnis Vorkuta ein, wo er Victor Reznov kennenlernt, russischer Kriegsheld des zweiten Weltkrieges, stolz, tapfer und von Mütterchen Russland verraten sinnt er auf Rache. Brüder im Geiste, mehr als man denkt, haben beide dasselbe Ziel die unter dem Mantel der Täuschung liegende Verschwörung von General Dragovich, dem Deutschen Überläufer Steiner und Dragovichs rechte Hand Charchenko. Steiner der zu Zeiten des zweiten Weltkriegs an einer Massenvernichtungswaffe geforscht hat, mit dem Namen NOVA6, forschte nach dem Krieg für Mütterchen Russland weiter. Das Nervengas NOVA 6 lässt Menschen auf Qualvolle weise sterben, wie wir trotz der stark zensierten deutschen Fassung, mit ansehen müssen.

In der Gefangenschaft verbünden sich Reznov und Mason und es gelingt ihnen aus Vorkuta auszubrechen. Mason schafft es zurück in die Staaten und wird dem SOG Team zugeteilt, welches Sabotage Einsätze in Russland begeht und in Vietnam nach Einmischung der Sowjet Union untersucht. Ab der Mitte des Spiels schlüpfen wir ebenfalls in die Rolle des CIA Agenten Hudson und auch in die Rolle von Victor Reznov, als er Mason von NOVA 6 erzählt, wie sie NOVA6 am Polarkreis fanden und wie verheerend die Auswirkungen des Nervengases sind.

Hier wird aber nicht an Inszenierung gespart und eine Schippe drauf gepackt. Damit das Vorrücken und Schießen aufgelockert wird haben sich die Entwickler ein paar nette Ideen einfallen lassen, um die manchmal etwas trist wirkenden Levels mit Spielelementen aufzulockern. So flüchten wir auf Motorrädern vor der russischen Armee, steuern ein amerikanisches Patrouillenboot einen Fluss entlang, haben die Chance Arcade Helikopter Action zu erleben. Leider sind die Parts relativ kurz und gerade wenn man richtig Spaß hat muss man schon wieder aussteigen. Genau so ist es bei den Schleich- Passagen, oder die Koordination eines Bodenteams von einer SR-71 Blackbird aus, wo die Ansicht zum Bodenteam wechselt bei Feindkontakt oder wenn es etwas zum Einnehmen gibt. Gerade diese Konzepte hätte man mehr im Spiel einstellen können.

Hart am Limit

Hier beginnt die Action und hier läuft das Kerngeschäft von “Call of Duty Black Ops”. Kompromisslose Action, gepaart mit spannenden und fordernden Script- Passagen fördern die Atmosphäre und ziehen den Spieler in den Bann der Geschehnisse. Überall kracht es, pfeifen Kugeln durch die Luft und man wird vorangetrieben, vorwärts immer – rückwärts nimmer. Gerade das Wortspiel sagt viel aus, da nach wie vor bei Stillstand die Gegnerhorden über den Spieler hereinbrechen bis ein bestimmter Punkt überschritten wurde. Diese Script-Events kennen wir bereits aus vorherigen Titeln der „CoD“ Reihe, ob dieser noch sinnvoll und zeitgemäß ist sei dahingestellt. Gerade wenn es um das Thema Zensur und speziell um die Einschnitte in „Black Ops“ ging im Vorfeld, kann man sagen, es spritzt zwar moderat das Blut, aber die Härte ist auch in der Deutschen Version auf einem Maßstab der seines gleichen sucht. So werden wir überwältigt von einem NVA Soldaten und können uns nur befreien den Stift seiner Granate zu ziehen, während diese an seinem Gürtel hängt und der Kollege vor uns in kleine Fetzen gerissen wird. Oder in einer der wenigen Schleich- Passagen einen anderen NVA Kämpfer beim Kehle durchschneiden fast den ganzen Kopf abtrennen, Sweeny Todd lässt grüßen. Auch das unter Wasser erwürgen eines Gegners mit stetigen Druck auf die Tasten (RS) und (LS) machen klar das „Call of Duty Black Ops“ nichts für schwache Nerven ist. Gerade die NVA Soldaten kommen hier schlecht weg, da sie als Massenkanonenfutter herhalten, weniger Treffer aushalten und KI mäßig sehr viel weniger drauf haben als ihre anderen KI Kollegen, wie zum Beispiel die russische Elitesoldaten Spetsnaz die uns in Hong Kong kräftig einheizen in den Hausdächern und engen Gängen der Großstadt.

Ein paar Kritikpunkte haben wir aber in der Redaktion gefunden. Speziell die Soundkulisse war beim Spielen sehr Suspekt, so haben wir glasklaren und wummernden Gewehrsound, im Hintergrund gehen aber Anweisungen und Kommandos der KI Kollegen unter. Auch in Zwischensequenzen ist der Sound sehr leise dann wieder laut. Grafisch gibt es da weniger Beanstandungen, ein paar Clipping-Fehler hier und da, ein paar Texturen die etwas länger brauchen bis diese aufgebaut sind, nichts aber was bei einem normalen Tempo gleich auffällt. Es sieht sehr rund aus und zeigt stimmungsvoll die Orte wo die Action passiert. Der Dschungel ist dicht und bietet schöne Versteckmöglichkeiten oder Untertage in Vorkuta merkt man die Beklemmungen der Tiefe. Was wirklich sehr nervenaufreibend ist, sind diverse Script-Passagen und das Verhalten der KI-Kameraden. Oft rennen diese einem vor dem Lauf oder stehen so das man nicht an ihnen vorbei kommt und daraufhin meistens erschossen wird. Auch die KI Gegner sind sehr unausgeglichen und schießen entweder wie Amateure oder treffen mit einer Uzi so gut wie mit einem Scharfschützengewehr. Die Verhältnismäßigkeit passt nicht so ganz zusammen. Dafür aber das Waffenarsenal, dass wieder prall gefüllt ist mit einer großen Auswahl von allem was BUMM macht.

Multiplayer – oder nicht viel neues

Wie schon bei den letzten Abkömmlingen der Serie setzt “Black Ops” ebenfalls wieder auf das Bewährte, Punkte / Währungssystem / Rangsystem um an bessere Bewaffnung, Gimmicks und Perks (Spielerverbesserung) zu kommen um sein persönliches Setup zu erweitern und sich seinem Bedürfnissen und Spielweise seinen alter Ego anzupassen. Hier kämpfen wir Online auf den 14 Maps die das Spiel mitbringt in den gewohnten Multiplayer Modi wie, Capture the Flag oder Team Deathmatch. Ebenfalls ist der Hardcore Modus geblieben, wo zum Beispiel uns das Zielkreuz fehlt und wir nur mit dem vorhandenen Kimme und Korn, Diopter oder Zielfernrohr auf der Waffe sauber schießen können. Nach wie vor ein solider Multiplayer, was anderes ist nicht Call of Duty!

Abschließend möchte man sagen: „Abfahrt!“ Activision hat mit Treyarch dieses Mal ein sauberes Ergebnis abgeliefert das die Thematik glaubhaft wieder spiegelt. Die Atmosphäre des kalten Krieges wird gut vermittelt und die Story wird kinoreif präsentiert, die Charakter wirken zwar etwas Steif aber die Synchronstimmen passen gut auf die Charaktere auch wenn diese sich manchmal etwas von der Steifheit anstecken lassen. Wirklich ein gelungenes Spiel das den Shooter- Markt bereichert!

Fazit

"Call of Duty Black Ops" aus dem Hause Activision / Treyarch, hat dieses mal ein Knaller-Actionspiel herausgebracht, nach dem sich Shooter-Fans die Hände lecken! Zwar ist der Single- Player sehr kurz aber knackig, praktisch ein Quickie, aber dafür ist der Multiplayer dann der Longi mit Vorspiel und allem was man sich wünschen kann. Zwar hackt die KI an ein paar Stellen, es gibt hier und da ein paar Soundprobleme , aber diesen tun nicht weh bei diesem gelungenen Titel!
Grafik
84%
Sound
82%
Gameplay
89%
Steuerung
87%

Gesamtwertung

86%

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