Spieletest: Brigade 7.62 mm

1939 0 0 17. Mai 2009
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“Jagged Alliance 2 ist zwar schon 10 Jahre her, dennoch kann man festhalten, dass das Spiel im Strategiesektor seine Fussstapfen hinterlassen hat. Grafik, Gameplay und Langzeitmotivation waren für seine Zeit weltbewegend und so verwundert es nicht, dass das Spiel zu einem echten Goldesel wurde. Zahlreiche Erweiterungen und Nachfolger sollten dem Spiel nacheifern und nun, eine Dekade später, schickt man sich doch tatsächlich nochmals an einen offiziellen Nachfolger ins Rennen zu schicken: “Brigade 7.62 mm” (hierzulande auch “Brigade High Calibre”) soll den Charme des Vorläufers einfangen und das Ganze in zeitgemäßer Aufmachung präsentieren.

Wie aufgewärmter Kaffee…?

Natürlich schlüpfen wir auch bei “Brigade 7.62 mm” in die Haut eines muskelbepackten Söldners, der den Auftrag erhält den russischen “Geschäftsmann” Oppolit Bashirov im Dschungel aufzuspüren und festzunehmen. Irgendwo in Algueira, einem fiktiven Kleinstaat in Südamerika, soll er sich aufhalten. Die politischen Machtverhältnisse dort sind weitestgehend in der Schwebe, Rebellen und Militär liefern sich immer wieder erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft im Staat. Nach der Auswahl eines Schwierigkeitsgrades, bei dem man auch noch nach Bedarf einiges feinjustieren kann, geht man zunächst allein auf die Mission bevor man sich seinen ersten Mitkämpfer aussucht. Nach und nach werden es immer mehr, bis man sich seinen Trupp aus bis zu 6 Kämpfern zusammengestellt hat. Jeder der Söldner hat individuelle Fähigkeiten, die mit zunehmener Spieldauer immer besser werden. Rollenspieltypisch…

Das Gameplay als solches ist schnell erklärt: Stück für Stück dringen wir mit unseren Mannen tiefer in das Land vor und befrieden dort kleinere Territorien. Gespielt wird das Spiel in der Regel in Echtzeit, erst wenn es zu Kämpfen kommt, kommt noch eine rundenbasierte Komponente hinzu. An dieser Stelle überlegt man sich zunächst seinen nächsten Schachzug, während der Gegner das gleiche tut und dann kommt es zum Aufeinandertreffen. Die Steuerung ist intuitiv und sehr einfach gehalten, so daß man auch keine größeren Tutorials braucht um damit klarzukommen. Ohnehin läuft vieles im Spiel nach dem “Try & Error”-Prinzip, was bei der Steuerung kein Problem darstellt, in anderen Bereichen des Spiels aber störend sein kann.

Bis dahin klingt ja alles noch ganz positiv, leider hat das Spiel noch einige verborgene Schattenseiten: Es ist schlecht ausbalanciert. Die Gegner sind allesamt Mitglied im Scharfschützenclub wie es scheint, denn deren Trefferquote ist unmenschlich hoch. Zudem scheint die Weltwirtschaftskrise auch Algueira erfasst zu haben, denn die Preise für Waffen und Munition sind schon unverschämt hoch. Wenn man im Kampf getroffen wird färbt sich der Bildschirm rot – zunächst ein bisschen, dann immer mehr. Und wenn das passiert ist man praktisch schon überm Jordan, auch wenn die Gesundheitsleiste etwas anderes sagt. Man stirbt zu schnell, erholt sich nicht von Treffern – Frust pur!

Grafik und Sound

Die Grafik hat zwar im Vergleich vom Vorgänger Quantensprünge gemacht, aber so ganz in der Neuzeit ist man noch nicht angekommen. Die Umgebungen wirken grobkörnig, die Landschaften und Szenerien detailarm. Außerdem sind die Kameraperspektiven immer wieder ein Problem, wenn wichtige Einheiten verdeckt werden und das Drehen der Perspektive zur Hauptaufgabe wird. Schade, denn an sich ist die Spielidee noch immer für einige Spielstunden gut, aber bei der Optik werden sich eingefleischte Zocker eher anderweitig orie

Fazit

"Brigade 7.62 mm" kann nicht in die großen Fussstapfen seines Vorgängers treten. Das Gameplay ist zwar noch immer nicht außer Mode und an sich für unterhaltsame Spielstunden gut, aber leider gibt es zu viele Defizite: Optik, Sound, Steuerung, Kamera, Balance, KI - das alles birgt zu viel Frustpotential.
Grafik
64%
Sound
70%
Gameplay
67%
Steuerung
55%

Gesamtwertung

63%

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