Boxsport Manager

1186 0 0 24. September 2008
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Was sagte Michael Moorer, IBF-Weltmeister, vor Holyfields K.o.-Sieg: “Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?”. Als Manager im Boxen hat man nun die Möglichkeit mal aktiv ins Geschehen einzugreifen. Im “Boxsport Manager” aus dem Hause dtp übernimmt der Spieler die Rolle des Weltklasse-Promoter, versucht eigene Talente im Boxstall bis an die Spitze der diversen Verbände zu bringen und das Box-Business mit grandiosen Kämpfen zu bereichern…

Immer auf die Fresse

Nach dem obligatorischen Anlegen eines Benutzerprofils führt der erste Weg vom Büro aus in die Trainingshalle, wo man sich erstmal ein Nachwuchstalent schnappen muß, um dieses langfristig zu trainieren und aufzubauen. Für das Training eignet sich am ehesten ein guter Trainer, statt dem standardgemäß voreingestellten ehrenamtlichen Trainer, also muss man in der Personalabteilung in seinem Büro einen passenden Mitarbeiter finden. Neben Haupt- und Nachwuchstrainern lassen sich daneben auch Eventmanager und Cutmen engagieren, die man am Anfang jedoch nicht unbedingt braucht und auf Dauer wohl auch kaum bezahlen kann.

Traut man seinem Schützling nach zahlreichen Trainingsstunden den ersten Kampf zu tritt man in Verhandlungen mit Veranstaltern fremder Events, um sich seine ersten Taler zu verdienen. Das Startgehalt von rund 40.000 bis 100.000 Euro (je nach Schwierigkeitsgrad) ist in der Regel nämlich sehr schnell vergriffen und muss dringend aufgebessert werden. Hat man sich über ein Gehalt für den nächsten Kampf geeinigt und einen passenden Gegner gefunden gehts in den Ring…

Are you ready to Knock-Out?

Man hat vor dem Kampf die Wahl, ob man den Kampf live verfolgen will oder ob der Computer alles berechnen soll und im Nachhinein das Ergebnis präsentieren soll. Im Endeffekt bleibt einem guten Promoter jedoch nichts anderes übrig, als den Kampf per Liveschalte zu verfolgen, denn die KI berechnet die Kämpfe ziemlich nachteilig, so daß auch gute Boxer den Kampf verlieren können, was im Livemodus durch geschickte taktische Anweisungen für die nächste Runde in der Regel nicht passiert.

Im weiteren Spielverlauf wird man sich auf dem Transfermarkt umsehen, um neue, erfahrenere Boxer in seinem Boxstall unter Vertrag zu nehmen. Hat man einige Boxer verpflichtet kann es sich schnell lohnen auch mal selbst einen Event zu veranstalten. Dazu muss man lediglich eine Halle passender Größe anmieten, die Boxkämpfe planen und anschließend noch mi diversen Medien wie Zeitung, Internet oder Fernsehen etwas Werbung für das Event machen. Wenn alles glatt läuft, klingelt es in der Kasse und das Ziel ist wieder einen Schritt näher: Weltmeister in allen drei Klassen zu werden.

Licht und Schatten

Davon gibt es im Boxring wahrlich genug und der “Boxsport Manager” hat auch einige gute und schlechte Eigenschaften. Die Menüs sind beispielsweise recht übersichtlich gestaltet und auch ohne Studium des beiliegenden Handbuchs findet man sich recht schnell zurecht. Einige Details, wie das Umschalten der Boxer in der Einzelansicht ist dann wiederum etwas versteckt, aber im Großen und Granzen kann man die Menüführung durchaus als gelungen bezeichnen.

Leider fehlt dem Spiel irgendwie die Atmosphäre, keine Spur von schwitzenden Boxern, dunklen Boxerhallen á la “Rocky” oder etwas in der Art. Alles wirkt außerordentlich glatt und befolgt keinerlei Klischee, was in diesem Falle aber außerordentlich schade ist. Zudem sind die 3D-Livekämpfe alles andere als ein Augenschmaus und bringen praktisch gar keine Spannung ins Wohnzimmer. Die Boxer bewegen sich unmenschlich und die vorgegebene Taktik wird zu oft nicht befolgt. Dies ist allerdings nicht vorhersehbar anhand Eigenschaften, die der Boxer hätte, womit wir dies negativ bewerten müssen.

Grafik und Sound

Und schon wieder Licht und Schatten, diesmal in der grafischen Abteilung. Gut gelungen sind sämtliche Menüs und Hintergründe, die technisch prima umgesetzt wurden. Wie oben bereits erwähnt hat uns persönlich jedoch die Atmosphäre gefehlt, da wäre deutlich mehr drin gewesen. Regelrecht langweilig fanden wir die Boxkämpfe, die man getrost überspringen könnte, wenn sie taktisch intelligent berechnet würden. Ein Teufelskreis…

Der Soundtrack hingegen paßt ziemlich gut zum Spiel. Eine Hintergrundmusik, die nicht nervt und sich prima ins Geschehen auf dem Schirm einbettet vedient eine lobenswerte Erwähnung. Leider konnten uns die Soundeffekte der Punches und sonstigen Treffer im Spiel jedoch nicht so ganz überzeugen. Schade…

Fazit

Der "Boxsport Manager" ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, was in uns die Hoffnung schürt, dass man sich zu einem zweiten Teil motivieren kann. Leider schafft es die vorliegende Version jedoch nicht ganz die 70er Marke zu knacken. Dies liegt vor allem an dem unbefriedigendem 3D-Livemodus und der schlechten KI bei der automatischen Berechnung der Kämpfe. Gut gefallen hat uns die Menüführung und der Soundtrack. Wir hoffen auf den nächsten "Boxsport Manager", vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung...
Grafik
62%
Sound
81%
Gameplay
69%
Steuerung
81%

Gesamtwertung

69%

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