Beyond: Two Souls (PS3)

3094 0 0 18. Oktober 2013
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Titel:Beyond: Two Souls - Standard Edition
EAN:0711719242864
System:PlayStation 3
Label:Sony Computer Entertainment
Release:2013-10-09

„Heavy Rain“ hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Nun folgt das neue Spiel des Designers David Cage, entwickelt von Quantic Dream. Das Spiel hat alles, um ein Hit zu werden. Super Hauptprotagonisten in Form von Jodie, gespielt von der wunderbaren Ellen Page (Juno, Inception) und dem Forscher Nathan Dawkins, dargestellt von einem der coolsten Darsteller nämlich Willem Dafoe (Der blutige Pfad Gottes). Wir spielen aber eigentlich hauptsächlich Jodie. Weiter Hitzutaten: starke Grafik, toller Soundtrack. Hört sich doch wunderbar an, aber leider glänzt das Spiel nicht überall.

Gabe und/oder Fluch

Jodie wäre eigentlich ein ganz normales Mädchen, wenn sie nicht übernatürliche Kräfte hätte. Sie verbindet irgend ein Band zu einer unsichtbaren Macht oder vielleicht besser gesagt zu einem unsichtbaren Geist? Jodie hat die Fähigkeit, ihre Gedanken mit dem Geist, der Aiden heißt, zu koppeln und so mit der Umwelt unsichtbar zu interagieren. Wir begleiten Jodie als Kind, wo sie in einer paranormalen Einrichtung untersucht und trainiert wird, als Jugendliche die auf einer Party von anderen Jugendlichen gemobbt wird bis ins Alter von ca. Ende 20, wo sie in den Krieg zieht.

Dabei wird die Story nicht chronologisch erzählt, sondern episodenhaft. Dieses hin und her Gespringen erfordert eine hohe Aufmerksamkeit, die leider aufgrund einiger Patzer nicht belohnt wird. Aber kommen wir doch erst einmal zu der ausgezeichneten Charakterzeichnung. Als herausragend muss man schon die Leistung von Ellen Page hervorheben. Sie schafft es, auch dank der hervorragenden Mimik, Jodie Emotionen zu verleihen, die sehr glaubwürdig sind. Egal ob Freude, Trauer oder Wut, Ellen Page schafft es, dass Jodie menschlich wirkt. Somit übertrumpft das Spiel in dem Bereich andere Spiele, man könnte vielleicht auch von Referenz sprechen. Gerade die vielen kleinen Momente und Gesten Jodies zeichnen das Spiel aus. Es macht den Charakter für uns greifbar. Sehr stark auch die Leistung von Willem Dafoe, der zum Teil als Vaterfigur dient.

Wir wollen im Test gar nicht zu sehr auf die Story eingehen, denn das Spiel lebt total von dieser. Leider müssen wir darauf hinweisen, dass sich doch eklatante Schwächen eingeschlichen haben, die den Spielspaß doch erheblich schmälern. Das beginnt bei schmalzigen Dialogen, geht über Situationen, die vor Klischees triefen bis zu logischen Fehlern, wo man sich fragt, warum unser paranormaler Freund einen in der einen brenzligen Situation unterstützt und in der anderen uns dem Schicksal überlässt. Das Spiel gibt dazu keine Stellung. Sollte es aber, gerade weil die Story der Hauptpfeiler von „Beyond: Two Souls“ ist und weil es zudem spielerisch nicht überzeugt, schaut man genauer hin. Auf  der anderen Seite: Wer mit den Logiklücken bei „Heavy Rain“ leben konnte, wird auch „Beyond: Two Souls“ viel verzeihen.

Wie spielt man eigentlich?

Jetzt haben wir etwas über die Story gehört, aber wie spielt sich „Beyond: Two Souls“ eigentlich? Nicht sehr komplex ist die Antwort. Wir steuern Jodie auf sehr linearen Faden, womit die Entwickler sicher stellen, dass wir auch nichts verpassen. Gesteuert wird mit dem linken Stick. Weiße Punkte zeigen uns Interaktionsmöglichkeiten an. Wer in die Nähe so eines Punktes kommt, kann mit dem rechten Stick eine Aktion ausführen. Wie auch bei „Heavy Rain“ müssen wir Knöpfe halten oder schnell drücken. Mit Dreieck verlassen wir dann Jodies Körper und schlüpfen in den Geist. Als Geist kann man die Umgebung manipulieren, indem man mit der linken Schultertaste im Zusammenspiel mit den Sticks eine Aktion auslöst. Das funktioniert auch alles prächtig, bis auf Situationen wo es hektisch zugeht. Hektisch wird es vor allem in den Kämpfen, die spektakulär inszeniert sind, aber manchmal weiß man einfach nicht, was machen? Muss man jetzt die Taste hämmern oder in welche Richtung sollen wir den Stick drücken? Falls man stirbt, sind die Rücksetzpunkte fair gesetzt, aber den inneren Schweinehund muss man aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades nicht überwinden.

Technisch sensationell

Grafisch ist den Entwicklern ein Meisterstück gelungen, wenn man mal manch Schauplatz unbeachtet lässt. Die Gesichtsmimik der einzelnen Charaktere ist so lebendig und echt, dass man den Entwicklern mit Lob überschütten möchte. Noch besser ist aber der Soundtrack von Hans Zimmer und Lorne Balfe, dem Co-Komponisten Zimmers. Egal in welcher Situation, die beiden finden immer den richtigen Ton. Gerade in den ruhigen Passagen bereichert die Musik die Erzählung ungemein. Großes Lob auch an die lippensynchrone deutsche Vertonung. Sie verzückt uns mit der deutschen rauchigen Synchronstimme von Willem Dafoe. Wer auf die englische Synchro zugreifen möchte – voilá Sony hat auch diese auf die Blu-ray gepackt. Kurz noch zum Zweispieler-Modus. Zweispieler-Modus? Ja Quantic Dream liefert diesen mit. Steuern können wir Aiden per Gamepad oder Smartphone/Tablet. Aber nicht gleichzeitig mit Jodie, sondern nur nacheinander. Ist eine interessante Lösung, denn so kann man zu zweit das Spiel erleben.

Fazit

Audiovisuell bestechend, stolpert „Beyond: Two Souls“ gerade in dem Bereich wo es nicht stolpern sollte: Die Story! Trotzdem ist dieses interaktive Spiel zu großen Teilen ein Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen darf.
Grafik
88%
Sound
95%
Gameplay
70%
Steuerung
78%

Gesamtwertung

82%

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