Battlefield Hardline (PS3)

4082 0 2 26. Mai 2015
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Titel:Battlefield Hardline - [PlayStation 3]
EAN:5035225112417
System:PlayStation 3
Label:Electronic Arts

Battlefield Hardline ist der neueste Teil der Battlefield-Serie, stellt innerhalb dieser jedoch die Art Stilbruch dar, die nur mit dem Erscheinen im frisch gebügelten Frack zum FKK-Strand vergleichen werden kann. Statt in staubigen Wüstenregionen auf überwiegend mittelöstliche Gegner zu schießen, ist es diesmal die Aufgabe des Spielers, als unorthodoxer aber erfolgreicher Cop einer breiten Auswahl an Bösewichten das Handwerk zu legen.

Statt Knöllchen werden natürlich noch immer eher Kugeln in First-Person-Perspektive ausgeteilt, wobei auf ein recht breites Waffenarsenal zugegriffen werden kann, welches in den einigermaßen abwechslungsreichen Maps unterschiedlich nützlich ist. Erstaunlicherweise (zumindest für moderne Shooter) scheinen sich die Entwickler in Hardline mehr Mühe für den Singleplayer gegeben zu haben, als das absolute Minimum, was einige als erfrischend, andere als verzweifelt ansehen mögen, vor allem angesichts des harten Konkurrenzkampfes in dieser Sparte des Marktes. Leider lag der Fokus hier eher darauf, die Szenerie und Charaktermodelle möglichst hübsch und glänzend zu präsentieren, damit sie hoffentlich über die von Klischee behaftete Storyline, den langweiligen Charakteren und vor allem von den ebenfalls blassen und wenig innovativen nicht umgehbaren Stealthteilen des Spiels ablenken können.

Tatsächlich ist zumindest der Singleplayer, sowie auch Teile des Multiplayers, grafisch sehr beeindruckend, ebenso wirkt der Sound realistisch und mitreißend. Während dies bei der zweifellos wichtigen Demografie der über zu viel Taschengeld verfügenden 13-Jährigen funktionieren mag, muss selbst dem weniger zynischen Spieler die Sinnlosigkeit der Arrest-Funktion auffallen, wenn man, wie in vergangenen Teilen, das Problem ebenso einfach aus der Ferne mit Blei anstelle des Auskunftsverweigerungsrechts lösen könnte. Die doch recht gravierenden Änderungen am Spiel wirken sich in der Steuerung selbst eher wenig aus, noch immer läuft man mit limitierter Tragekapazität umher und kann, oder eher muss, sich in Fällen heftiger Gefechte hinter Mauern und anderen Deckungen verstecken. Wenig innovativ, aber funktionsfähig. Insgesamt wirkt der Singleplayer also noch immer eher aus Zwang angeheftete Kampagne, die eine Menge am Ende redundante Elemente sehr forciert einbringt. Doch Battlefield überzeugt natürlich, wenn überhaupt, eher im Multiplayer.

Was also bietet dieser?

Zunächst ein beinahe komplett anderes Spiel, da die menschlichen Gegner, anders als die übrigens sehr leicht auszutricksende KI, sich nicht freiwillig unter Arrest stellen lassen, so dass diese Funktion wie Stealth-Aspekte auch, flach fallen. Davon abgesehen ist der Multiplayer beinahe nicht differenzierbar von anderen modernen Shootern eben auch; hier und da gibt es eine gute Map, die sofort durch eine schlechte wieder ausgeglichen wird. Auch sehr leicht zu merken ist, dass einige der Arenen weniger flüssig wirken und nicht dieselbe Detailtreue in Sachen Grafik aufweisen.

Schlussendlich ist Hardline der Inbegriff der Stagnation, in der sich moderne Militärshooter befinden: im Singleplayer kaum ansprechend und am Ende auf unpassende “neue” Elemente im Gameplay setzend, welche im Hauptmodus, nämlich dem Multiplayer keine Anwendung finden, insofern man das Spiel dort gewinnen will. Der Multiplayer dagegen frisst wie immer den Hauptteil der Zeit und der Anstrengungen von Entwicklern als auch Spielern, ohne dabei tatsächlich Akzente setzen zu können: Er ist da, er wird erwartet, er wird gespielt. Vielleicht sollten die nächsten modernen Shooter von Robotern handeln, denn die Spiele bis zu diesem Punkt fühlen sich definitiv so an, als hätte man bestimmte Begriffe populärer Spiele und anderer Medien in eine große Maschine geworfen, um mit mathematischer Sicherheit das perfekte Spiel zu erhalten. Leider scheint dieser Prozess noch nicht sonderlich ausgereift.

Fazit

Ein Stilbruch in der Reihe, der nicht jedem gefallen wird.

Gesamtwertung

57%

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