American Conquest – Divided Nation

1404 0 1 24. September 2008
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Im 19. Jahrhundert ringen die Nord- und die Südstaaten um die Vorherrschaft in der neuen Welt. Nach der Wahl Abraham Lincolns stürzt Amerika in eine tiefe Krise. Die Spaltung droht und Konföderierte und Nordstaatler stehen sich bis zu den Zähnen bewaffnet gegenüber. Es ist die Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs. Hier spielt CDVs dritter Teil seines Echtzeitstrategie-Epos mit dem Namen “American Conquest – Divided Nation”.

Spiel den Yankee-Doodle!

Das Spiel beinhaltet mehrere Kampagnen, aber keinerlei Tutorial. Altgediente Strategie-Veteranen werden allerdings keine Schwierigkeiten haben sich mit der Steuerung zurechtzufinden. Innerhalb jeder Kampagne kann man an mehreren Feldzügen wie zum Beispiel denen von so namhaften Generälen wie “Stonewall” Jackson, Robert E. Lee oder Ulysses S. Man muss die einzelnen Feldzüge nacheinander spielen, da sie alle nur freischaltbar sind.

Zu Beginn jedes Feldzugs sind die Pioniere die gefragtesten Männer. Als erstes bauen diese nämlich die Zelte für den General auf und konstruieren Feldlazarette, Feldküchen und andere Bauten. Leider macht sich spätestens hier das Fehlen eines Tutorials dann doch bemerkbar, denn während das Erbauen der Gebäude kein Problem darstellt, weiß man eigentlich nicht wofür die einzelnen Bauten überhaupt gut sind und welche Wechselwirkung sie mit den Truppen auf dem Feld haben. So muss man also doch einen Blick in das ziemlich üppige Handbuch werfen, denn ohne geht es nicht. Diese zusätzlichen Infos sind nämlich so spielentscheidend, dass man ohne ein tiefergehendes Studium des Handbuchs vermutlich schnell zu den Verlierern gehört.

Wo sind meine Leute ?

Viele kleine Helferlein im Spiel entpuppen sich mitunter als nutzlos: Im kleinen “Radarfenster” rechts unten hat man ein Überblick über die Position der einzelnen Gefechtsgruppen, aber leider muss man dann im eigentlichen Spielfenster doch jedes Mal nach seinen Truppen suchen. Die Truppen befinden sich irgendwie immer ein Stückchen höher. In diesem Punkt ist die Steuerung nicht besonders gut gelöst, denn man ist doch nur auf der Suche. Hinzukommt ein Fakt, dass die eigenen Truppen weiter schießen können, als man selbst blicken kann. Es gibt nahezu keine Auflösung bei der man wirklich wie ein General den Überblick bewahren könnte. Das mindert den Spielspaß und die Erfolgschancen dann doch spürbar.

Bei den gegnerischen Truppen verhält es sich natürlich genauso, nur diese haben einen Vorteil: Sie bewegen sich nicht. Auch dann nicht, wenn man mit der eigenen Armada anrückt und die Feinde schwer unter Beschuss sind. Irgendwie lebensfremd, oder ? Man hätte von der gegnerischen KI doch erwarten können, dass sich die Truppen aus dem Staub machen oder wenn sie schon so lebensmüde sind, sich dem Spieler entgegenzustellen, dass sie von Zeit zu Zeit ihre eigene Formation ändern. Als Spieler macht man das schließlich ach permanent und versucht sich ständig in eine bessere Ausgangslage zu bringen. Das machen die Gegner nicht und so werden vor allem die Levels knifflig, bei denen man selbst in der Unterzahl ist.

Grafik und Sound

“American Conquest – Divided Nation” basiert auf der zugegebenermaßen etwas veralteten Cossacks-Engine. Grafisch hat das Spiel somit zwar nicht mehr den allerneuesten Anstrich, aber dennoch macht sie eine guten, wenn auch etwas angestaubten Eindruck. Die Gebäude und die Truppeneinheiten sind wie in den Vorgängern sehr detailverliebt in Szene gesetzt worden und auch das Terrain kann noch überzeugen. Dennoch wird es nun wirklich Zeit für eine neue Engine, liebe Entwickler. Wir können verstehen, dass man versucht das Optimum aus einem Produkt herauszuholen, aber mittlerweile sind doch ein paar Jahre vergangen und man sieht es dem neuen Spiel einfach an. Da ist nichts mehr herauszuholen und die Bewertung hinkt den aktuellen Grafikvorbildern im Strategiebereich einfach hinterher…

Der Sound ist wie immer prima. Sowohl Hintergrundmusik wie auch die Ingame-Soundeffekte sind absolut prima und passen zu dem Thema und zu der Atmosphäre des Spiels. Vielleicht hätte es nicht geschadet die Missionsbeschreibungen etwas “lebendiger” in Szene zu setzen, statt dem Spieler einfach im Forum eines scrollbaren Textes alles ein bisschen näher zu bringen, aber das wars auch schon mit den guten Ratschlägen in diesem Zusammenhang. Am Sound ist jedenfalls nicht viel auszusetzen.

Fazit

Nun, für eine Spitzenwertung hat es bei "American Conquest - Divided Nation" leider nichtgereicht, dabei war die Thematik sicherlich prima gewählt und auch wäre Stoff genug für glorreiche Schlachten dagewesen, aber irgendwie machen die Grafikmängel und vor allem die störenden Designfehler bei der Steuerung vieles von einem grundlegend guten Eindruck kaputt. Mit knapp 30 Euro liegt das Spiel zwar nicht an der oberen Preisgrenze, aber das Preis-Leistungsverhälts hat doch irgendwie eine Delle. Jeden, den das Thema aber brennend interessiert sei zum Download der Demo angeraten.
Grafik
71%
Sound
79%
Gameplay
67%
Steuerung
52%

Gesamtwertung

66%

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