Abschleppwagen-Simulator 2010

5360 1 0 2. Dezember 2009
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Titel:Abschleppwagen-Simulator 2010
EAN:4041417312191
System:Windows Vista
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:astragon

Die Spieleschmiede Astragon hat sich in Spielerkreisen ja bereits einen Namen als Simulationswerkstatt gemacht. Vom Fahrsimulator bis hin zum Landwirtschaftssimulator hat der Verlag mit Sitz in Mönchengladbach so ziemlich alles auf den Markt gebracht, was für eine Simulation herhalten könnte. “Bus-Simulator 2009”, “Müllabfuhr-Simulator 2008”, “Kran-Simulator 2008” und der “Schwimmbad-Tycoon” sind nur einige der Produkte der letzten Jahre. Bevor uns nun im Februar der Feuerwehr Simulator 2010″ erwartet werfen wir nun zusammen einen Blick auf den “Abschleppwagen-Simulator 2010”.

Ich schlepp dich ab, Baby!

Überall wird wild geparkt, Unfallstellen müssen schnellstmöglich geräumt werden und liegengebliebene Autos behindern den Verkehr. So ein Abschleppunternehmer hat alle Hände voll zu tun und so beginnt das Spiel auch direkt in der Fahrerkabine des gelben Abschlepptrucks. Im Laufe des Spiels kann man diesen dann auch gegen andere Modelle austauschen, vorausgesetzt man hat genügend Kleingeld, um sich den Schlitten zu kaufen. Und Geld erwirtschaftet man, wer hätte es gedacht, durch das Abschleppen von Fahrzeugen.

Der Auftrag erscheint im oberen Bildschirmbereich, danach zeigt einem ein grüner Pfeil die Richtung an, in die man sich bewegen muss. Leider beginnen hier schon die Probleme, denn es gibt weder ein Tutorial, welches die grundlegenden Steuerungsmethoden erklärt, noch ein gedrucktes Handbuch. Immerhin findet sich auf dem Silberling ein PDF mit den Erläuterungen zum Spiel. So weiss man dann auch wie man die Perspektive wechselt (C) oder den Rückwärtsgang einlegt (A). Leider ist das Spiel in dieser Hinsicht etwas störrisch. Warum muss ich denn “A” drücken um den Rückwärtsgang einzulegen und dann 2 x “Q”, um wieder vorwärts zu fahren. Wenn man schon ein Automatik-Getriebe hat, wäre es doch logischer gewesen, den Rückwärtsgang einfach auf die Pfeil-nach-unten-Taste zu legen, so wie es auch in Hunderten anderer Spiele der Fall ist. So muss man zumindest zu Beginn gängige Funktionen nachschlagen, weil es sonst nirgends erklärt wird und manches durch Probieren auch nicht herauszufinden ist.

Hat man sich im Selbststudium etwas mit der Steuerung angefreundet kommt man also an den Einsatzort, parkt seinen Abschlepper neben dem Fahrzeug und bedient den Kran (mit “V” aktivieren). Mit den Pfeiltasten kann man ihn nun schwenken, mit weiteren Tasten drehen und ausfahren. Man muss nun nur noch die Gürtel in die Nähe der Reifen bringen und alles arretieren (Y). Klingt easy, bedarf aber doch ein wenig Übung. Zum Glück gibt es eine Reihe an Kameraperspektiven, die das Rangieren etwas erleichtern.

Im Prinzip ist das das Spielprinzip in wenigen Worten und auch wenn es trivial klingt, macht es doch Spass. Die Mankos sind aber leider immernoch die selben, wie auch bei den anderen Simulatoren davor: Die Fahrzeugphysik ist nicht unbedingt überzeugend, sowohl Schlepper wie auch das Fahrzeug auf der Ladefläche reagieren unglaublich fantasievoll auf Bordsteinkanten oder Beschleunigungen (siehe dazu auch untenstehendes Video). Die frei befahrbare Spielewelt strotzt nicht gerade vor Details und wirkt eher “steril”. Keine Menschen, kaum Verkehr, wenig Atmosphäre.

Grafik und Sound

Auch optisch hat sich im Vergleich zu den Simulationen wenig getan. Die Texturen sind oberflächlich, wirken wenig authentisch. Weder Häuser noch Fahrzeuge kommen wirklich überzeugend daher und der virtuellen Stadt fehlt es einfach an Leben. Da sind keine Menschen, keine Vögel, kein Schmutz, nichts von alledem was letztlich “Leben auf der Strasse” ausmacht kann man in der virtuellen Stadt des “Abschleppwagen-Simulator 2010” wiederfinden. Das wäre vor 10 Jahren kein Problem gewesen, denn damals waren alle Spiele so, aber mit den heutigen technischen Möglichkeiten und dem Wissen, dass man es in anderen Spielen auch schon besser gesehen hat, wird es schwer mehr als nur eine mittelmässige Wertung zu vergeben.

Auch soundtechnisch gibt es eine Reihe an Defiziten. Die Musik ist wie immer Geschmackssache, also gehen wir am besten gar nicht erst drauf ein. Aber die Soundeffekte sind nur wirklich unstrittig schlecht. Besonders der Abschlepper klingt wie ein kaputter Rasierer, keine Spur von kraftvollen 600 PS. Traurig!

Fazit

Abgeschleppt werden macht nie Spass. Aber auch Abschleppen haben wir uns anders vorgestellt. Der "Abschleppwagen-Simulator 2010" gibt sich Mühe das Gewerbe hinter den Knöllchen interessant zu gestalten, aber es fehlt dann doch noch an Athmosphäre, einer besseren Steuerung und etwas mehr "roter Faden" um das Spiel in höhere Punkteregionen zu befördern.
Grafik
62%
Sound
30%
Gameplay
60%
Steuerung
50%

Gesamtwertung

41%

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