Kritik an Politiker-LAN – Entwickler äußert sich

709 0 3 1. März 2011
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Am 23. Februar veranstaltete der Bundestag in Berlin die sogenannte Politiker-LAN: Abgeordnete erhielten dort Computerspiel-Nachhilfe durch Vertreter der Branche. Ziel war es, Vorurteile gegen das Medium abzubauen und einen Einblick in die Genrevielfalt zu ermöglichen. Auch die Firma Reality Twist war mit ihrem Adventure-Projekt „Generation Zero“, das für iPad, PC und Mac erscheint, im Reichstagsgebäude vertreten.

Von der Veranstaltung fern blieb die Fraktion der Partei DIE GRÜNEN. Die medienpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ als Begründung: „Dort wird weder etwas Neues diskutiert, noch wären mir die vorgeführten Spiele neu.“ Zusätzlich, so der Spiegel weiter, würde hinter der Veranstaltung reine PR vermutet. Stattdessen sei eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema wünschenswert.

Hierzu hat die Reality Twist GmbH nun folgende Stellungnahme abgeben:

  • Zumindest der von uns präsentierte Titel „Generation Zero“ wäre für die Grünen-Fraktion neu gewesen. Tatsächlich hat Reality Twist den Titel erst auf der Politiker-LAN zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Inhaltlich geht „Generation Zero“ ebenfalls neue Wege, die wir gerne auch mit den grünen Abgeordneten diskutiert hätten. Unser Titel spielt in einem völlig unverbrauchten Setting, erzählt eine bis dato in Computerspielen nicht behandelte Geschichte und verfolgt mit seinen kulturhistorischen und interkulturellen Ansätzen ein Spielerlebnis, das wir durchaus als einzigartig in der Spielelandschaft betrachten. Gerade auch für Deutschland sehen wir „Generation Zero“ als einen wichtigen Schritt an, der die sonst so einseitige Außendarstellung in Spielen aufbricht und den Nutzern eine andere Perspektive auf dieses Land ermöglicht. Die Innovationskraft wurde zudem auch durch die Nominierung für den Serious Games Award bestätigt.
  • Den Vorwürfen der reinen PR hat Reality Twist Rechnung getragen, indem alle Logos –selbst die Logos auf dem Equipment– abgeklebt wurden. Auch der Titel des Spiels wurde unkenntlich gemacht. In unseren Gesprächen haben wir uns rein auf die inhaltlichen Aspekte unserer Arbeit beschränkt.
  • Auch wir halten eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema für angebracht. So hat unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung den Abgeordneten ein begleitendes Programm zu medienpädagogischen Aspekten von Computerspielen angeboten. Auch dort wurde „Generation Zero“ behandelt und die konkreten pädagogischen Absichten bei der Wissensvermittlung und Aufarbeitung deutscher Geschichte gewürdigt. Eine Diskussion mit unseren eigenen Medienpädagogen, die das medienpädagogische Konzept des Spiels ausgearbeitet haben, wäre ebenfalls möglich gewesen.

Falls Abgeordnete der Grünen doch Interesse haben, den Titel und seine Ansprüche näher kennen zu lernen, lädt der Entwickler sie jederzeit gerne zu einem Präsentationstermin in das Münchner Studio ein. Dabei wurden sogar frische, selbst-gebackene Brezen versprochen.

Weitere Informationen über den Titel hält auch die Webseite zu Generation Zero bereit.


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