Train Simulator 2014 (PC)

3142 0 0 18. Oktober 2013
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Titel:Train Simulator 2014
EAN:4015918505437
System:Windows 7
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Aerosoft
Release:2013-09-26

Bereits seit der ersten Fahrt eines Zuges interessieren sich einige Menschen sehr stark für dieses Gefährt: Früher waren zum Beispiel Modellzüge in der Szene enorm beliebt, heutzutage sind mit dem Aufkommen von Videospielen immer mehr Hobbyzugfahrer auf den Computer umgestiegen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Genre der Zugfahrtsimulationen zwar eher ein Nischenprodukt ist, welches von vielen Core-Gamern eher belächelnd wahrgenommen wird, doch tatsächlich gibt es sehr viele Spieler, die sich auf eben jenes Nischenprodukt spezialisiert haben und so einfach und umfassend ihrem Hobby nachgehen können. Mit „Train Simulator 2014“ erscheint nun der bereits vierte Teil dieser Serie und erweitert das Spielerlebnis um einige Aspekte. Wir haben für euch getestet, ob der neueste Titel aus dem Hause Aerosoft an die alten Spielerlebnisse anknüpfen kann und den Hobby-Schaffnern dieser Welt viele Stunden Spielspaß bereiten wird.

„Alles einsteigen, bitte!“

Bereits seit dem Jahr 2006 ist die Videospielserie „Train Simulator“ auf dem Markt zu finden und hat sich seit dem ersten Teil ordentlich weiterentwickelt: Immer mehr Züge, Strecken und höhere Höchstgeschwindigkeiten sorgen für immer neuen Spielspaß. Allerdings hat es einen Grund, warum viele Videospieler absolut nicht mit dem Genre der Zug-Simulationsspiele klar kommen: Es gibt keine Action, keine Highscores, keine Rekorde, es gibt kein Gewinnen. Es gibt nicht mal links oder rechts, denn grundsätzlich kann ein Zug beschleunigen und abbremsen und genau das ist im Prinzip auch eure Aufgabe im Karrieremodus: Ihr übernehmt das Zughäuschen von diversen Eisenbahnen und fahrt die unterschiedlichsten Strecken ab, bei denen ihr mal Menschen, mal andere Waren transportiert. Wie ein richtiger Schaffner müsst ihr hierbei auf die Besonderheiten der Strecken achten, wodurch sich Train Simulator 2014 auch ganz klar von Rennspielen für Autos, Motorrädern oder sonstigen Rennsimulationen unterscheidet. Denn schließlich könnt ihr nicht erst anfangen zu bremsen, sobald ihr schon halb im Bahnhof drin seid, so funktioniert das bei einem Gesamtgewicht von etlichen tausend Tonnen nicht. Stattdessen müsst ihr im Blickfeld haben, wann genau eine Haltestation oder eine Tempodrosslung ansteht und rechtzeitig reagieren – wobei rechtzeitig etliche hunderte Meter vor der eigentlichen Haltestelle ist.

Der Teufel liegt im Detail

Natürlich könnt ihr noch mehr Funktionen des Zuges nutzen, als lediglich die Beschleunigung und die Bremse: Glocke, Lichter, Pfeiffe und ähnliche Kleinigkeiten sind zwar die meiste Zeit nicht wichtig, doch runden sie einfach das Erlebnis „Zug fahren“ ab. Genau diese Details sorgen dafür, dass Spieler, die diesem Genre verfallen sind, ihrem Hobby genussvoll nachgehen können. Apropos Details: Die Grafik ist eine (Achtung, Wortspiel!) zweigleisige Angelegenheit, denn die Züge an sich sehen einfach extrem gut aus, zweifelsohne. Es gibt außerdem verschiedenste Kameraperspektiven, aus denen ihr von oben, hinten, vorne, von der Seite oder von überall sonst euren aktuellen fahrbaren Untersatz betrachten könnt. Das ist gerade für fanatische Fans von bestimmten Zügen sehr nett und dürfte diese besonders freuen. Die andere Seite liegt jedoch in den viele anderen grafischen Elementen, die teilweise bestenfalls als durchschnittlich bezeichnet werden können: Das Innenleben eines Zuges ist sehr grobkörnig gezeichnet, Bäume sehen zwar wie Bäume aus, doch wirken sie teilweise verschwommen und unfertig. Selbiges gilt für die Bahnsteige, sowie für die Menschen, die an eben jenen Bahnsteigen warten: Sie sind zwar sehr unterschiedlich und tragen sogar Kleidung, die zum jeweiligen Wetter passt, doch irgendwie wirken sie manchmal unscharf oder grob.

Züge, Züge und noch mehr Züge

Ein weiterer Punkt, der definitiv angesprochen werden muss, ist die Spieldauer von Train Simulator 2014, denn diese variiert zwischen zwölf Stunden und nahezu unendlich. Das Basisspiel bietet einige Missionen, einige Strecken und einige Züge, was für einige Spielstunden reicht. Jedoch sind einige Stunden eben nicht viele und schon gar nicht unendlich, was jedoch auf dreierlei Arten erhöht werden kann: Zunächst gibt es offizielle DLCs, die ihr gegen Geld kaufen könnt und die euren Fuhrpark mit einem bestimmten Zug erweitern oder ein paar neue Strecken bringen. Diese hätte man zwar auch in das Spiel integrieren können, doch hätte das wahrscheinlich weniger Geld gebracht – denn es gibt wirklich sehr viele DLCs, die eben immer nur aus ein oder zwei Zügen bestehen und so wahrscheinlich nur für Liebhaber von ganz speziellen Eisenbahnen geeignet sind.

Die zweite Methode besteht in dem mitgelieferten Editor, der euch erlaubt, eigene Strecken zu kreieren, selbst Missionen zu erstellen und diese dann abzufahren. Und daran schließt sich dann auch die dritte Möglichkeit zur Erweiterung des Titels an: Das Herunterladen von fremden Inhalten. Denn vor euch haben schon hunderte Zug-Fans mit dem Editor gearbeitet, selbst Strecken erstellt und diese im Internet hochgeladen, wo sie euch vollkommen kostenlos zur Verfügung stehen. So könnt ihr also theoretisch euren Spielspaß unendlich lange ausdehnen, denn es kommen jeden Tage neue Inhalte hinzu und ihr könnt gar nicht so schnell fahren, wie diese Strecken erscheinen. Wenn ihr jedoch möchtet, dann müsst ihr auch niemals irgendetwas herunterladen und könnt einfach die bereits enthaltenen Missionen erfüllen, selbst ein paar Strecken bauen und einfach mal die Landschaft genießen.

 

Fazit

Für alle, denen es bisher nicht klar war: Train Simulator 2014 ist ein Simulationsspiel. Für Züge. Es gibt keine Action, kein Highscore, manchmal gibt es nicht einmal ein richtiges Ziel. Stattdessen gibt es sehr schön gezeichnete Eisenbahnen, interessante Strecken und das Gefühl, einmal selbst als Zugführer zu arbeiten. Manchen Spielern gefällt das nicht, andere wiederum mögen das Prinzip. Wenn ihr zur ersten Gruppe gehört, dann lasst die Finger davon und widmet euch eurem Lieblingsgenre. Wenn ihr jedoch auf Züge steht, Simulationen mögt und gerne beides verknüpfen möchtet, dann nur zu: Train Simulator 2014 ist ein wirklich gutes Spiel, dass zwar grafisch besser sein könnte, doch alles in allem genau das erfüllt, was es verspricht.
Grafik
77%
Sound
95%
Gameplay
84%
Steuerung
95%

Gesamtwertung

82%

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