The Tower (PC, Preview)

3047 0 0 9. August 2014
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Wer neue Spielelemente gekonnt einbringt, dem ist ein gewisser Erfolg meistens sicher. Sei es ein neuer Grafikstil, eine intuitive Steuerung oder ein faszinierendes Gameplay, die Community zeigt sich interessiert an frischen Ideen. Wie das geht, zeigt „The Tower“. Denn hier kommt es nicht auf einen scharfen Blick, auf Schnelligkeit oder Intelligenz an. In „The Tower“ ist euer bester Freund ein scharfes Gehör.

Wo bin ich?

Ohne Erinnerung daran, wie ihr hier hingekommen seid oder was ihr getan habt, werdet ihr gleich zu Beginn des Spiels In die Tiefen des „Towers“ gezerrt. Ein Gefängnisturm, dessen Verliese sich, abgeschnitten vom Sonnenlicht, tief in die kalte Erde bohren. Seit Jahren könnt ihr die grobe Steinzelle, in der ihr an die Wand gekettet seid, euer Zuhause nennen.  Eine einzelne Fackel erleuchtet euch den Raum, die Peripherie verschluckt sich in tiefer Dunkelheit. Jahrelang wurdet ihr von den Wachen misshandelt und heruntergehungert. Doch eines Tages begeht ihnen ein fataler, für euch eher glücklicher Fehler und ihr könnt euch in Abwesenheit der Wachen tatsächlich aus euren Ketten befreien. Ihr tapst zu der offen gelassenen Zellentür, tretet aus dem Licht der Fackel…
Ihr steht in eurem ersten Korridor Zum ersten Mal steht ihr vor der wahrhaftigen Dunkelheit des Turms, durch die es sich zu schlagen gilt, auf dem Weg zur Freiheit und der Wiederentdeckung eures Schicksals.

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 Wo ist der Lichtschalter?

Die Verliese des Turms liegen weit unter der Oberfläche und Licht ist ein kostbares Gut, das nur von den wenigen Fackeln verteilt wird.  Bei der Orientierung durch die engen Gänge werden eure Augen jedoch keine Hilfe sein; Ihr seht absolut Nichts. Ihr merkt nicht, in welche Richtung ihr lauft. Ihr seht nicht, wenn ihr euch dreht. Ihr merkt nicht, wenn ihr bereits seit 5 Minuten gegen eine Wand lauft.

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Doch ihr werdet nicht völlig alleingelassen. Denn so wenig wie es in den Korridoren zu sehen gibt, umso mehr gibt es zu hören: Wassertropfen, Wachen und das leichte Brennen einer Fackel. Und das sind eure wichtigsten Hinweise. An dieser Stelle sei empfohlen, das Spiel mit Kopfhörern zu spielen. Denn um zur nächsten Fackel und damit zur nächsten Ruhezone zu gelangen, gilt es, die Richtung der Geräusche ein zu schätzen und diesen zu folgen. Was erst einmal langweilig oder schwierig klingt, wird schnell zu einem einzigartigen Erlebnis. Sich zu verlaufen ist einfach, und wenn ihr euch wirklich völlig verirrt habt, werdet ihr merken, was wirkliche Hilfslosigkeit bedeutet. So sehr die meisten Spiele auf ihre Grafik bauen, so gut kommt „The Tower“ auch ohne diese aus.

Natürlich müsst ihr im Turm nicht nur durch die Gegend tapsen. Um euren geistigen Zustand zu bewahren, muss regelmäßig getrunken und gegessen werden. Tut ihr das nicht, verschlechtert sich eure Sicht, euer Gehör und ihr seid schnell hoffnungslos verloren; Essen und Trinken gibt es auch nicht an jeder Ecke, also teilt euch die Wegzehrung gut ein. Noch nicht eingebaut, jedoch geplant ist ebenfalls ein Craftingsystem, mit dem ihr in Ruhezonen wertvolle Hilfen aus gefundenen Gegenständen basteln könnt.

Und als ob das reichen würde. Durch die finsteren Gänge schleichen sich dazu etliche Wachen, mit denen sich natürlich recht schwer verhandeln lässt. Was bleibt, ist der Kampf. Selbstverständlich wärt ihr in einem offenen Kampf hoffnungslos unterlegen, bei deren Bewaffnung würden die schwer bewaffneten Söldner euch in Sekunden zu Shish Kebap verarbeiten. Eure effektivste Waffe ist die Dunkelheit. Blast Kerzen aus, damit das Überwältigen von Waffen ein Kinderspiel wird. Habt ihr die überforderten Wachen in völliger Dunkelheit zurückgelassen, spielt der Vorteil keine Rolle mehr. Mit ein paar Tasten liegen die bedrohlichen Gegner schnell am Boden.

Auch für den Storyfan bietet das Spiel einiges. Die Geschichte eures Charakters wird dabei in Monologen eurer Figur und Rückblenden episodenweise erzählt.

Die Vor- und Nachteile einer Preview

Obwohl bereits spielbar, ist „The Tower“ noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, mit allen Vorzügen und Problemen, die das mit sich bringt. Soviel sei gesagt: Es macht bereits jetzt Spaß, sich durch die düsteren Passagen zu rätseln und der einzigartigen Kulisse zu lauschen, auch die Story ist in schönen Ansätzen vorhanden. Das Grundprinzip des Spiels ist nachvollziehbar und die Atmosphäre schafft es, bereits jetzt zu packen.

Allerdings währt die Spielfreude nicht lange, denn von der in Kapitel gegliederten Geschichte ist vorerst nur der erste Teil spielbar, der zumindest eine grobe Übersicht über alles bietet. Die restlichen Kapitel werden mit der Zeit noch ergänzt.

Des Weiteren kämpft der Titel mit einer Vielzahl an Bugs. Ihr werdet oft auf unsichtbare Barrieren und Wände stoßen, die teilweise sogar eure Missionsziele unmöglich machen könnten und eine reibungslose Steuerung erschweren. Auch mit  der Darstellung von aufgenommenen Objekten gibt es noch Schwierigkeiten, viele werden teilweise verzerrt angezeigt. Jedoch befinden sich die Spielfehler in ständiger Bearbeitung und viele der Fehler sind bereits berichtigt worden.

Teilweise Grafik

Bei einem Spiel, in dem man zu 50 Prozent seiner Zeit durch völlige Finsternis tappt, denkt man, Grafik sei nicht wirklich der durchschlagendste Aspekt. Das stimmt auch, doch die Grafik der Lichtdurchfluteten Passagen weis zu überzeugen. Dabei ist sie weder ausnahmslos gut oder schlecht, aber schön und für das Spiel mehr als ausreichend.

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Kleine Tropfen, Kalte Pfützen, Feuerprasseln

Kommen wir daher zum Sound, der euch bei euren Nachtspaziergängen begleitet. In diesem Fall steht und fällt das Spielprinzip mit den Geräuschen und diese sind in „The Tower“ einfach brillant. Die Isolation und Einsamkeit in den kalten, dunklen Gängen bringt jedes einzelne Wassertröpfchen voll zur Geltung. Da kann selbst das unerwartete Treten in eine Wasserpfütze euch aufschrecken lassen und das wohlige Prasseln der nächsten Fackel bringt wohlige Zuversicht, die Rettung aus der Dunkelheit. Auch räumlich sind die Sounds so arrangiert, dass sie, bei genauer Konzentration, das Tapsen zur nächsten Ruhezone ermöglichen. Jeder einzelne Tropfen hallt durch die simulierte Akustik und gibt das Feeling einer tatsächlichen Höhlenwanderung. Die Atmosphäre, die „The Tower“ mit seiner Geräuschkulisse erschafft, ist genial.

Pro

 

  • Faszinierendes, spannendes Gameplay, indem ihr nur euren Ohren trauen könnt.


  • Eine herrliche Soundkulisse, die authentisch eure Reise durch die kalten Steingewölbe begleitet.

 

  • Spannendes Storytelling auf Romanniveau


Contra

 

  • Noch in früher Entwicklung, viele Spielfehler erschweren das Vorankommen


  • In den Höhlenpassagen verirrt man sich blitzschnell völlig hoffnungslos.

 

  • So dunkel. Wer Angst hat, wenn er nichts sieht, wird bei diesem Spiel apathisch

Fazit

"The Tower" bringt ein völlig neues Spielgefühl mit. Trotz frühem Stadium lohnt es sich schnell zuzugreifen und zu unterstützen!
Grafik
75%
Sound
98%
Gameplay
98%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

90%

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