Spieletest: The Talos Principle (PC)

3615 0 2 6. März 2015
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Wann habt ihr das letzte Mal an einem Spiel richtig rumgeknobelt? Euch den Kopf zerbrochen? Wem das fehlt, der kann aufatmen: Mit „The Talos Principle“ bringt Entwickler „Croteam“ frischen Wind in die Rätselszene. Mit über 100 Rätseln, einer wunderschönen Grafik, philosophischen Inhalten und ordentlich Arbeit für die grauen Zellen bleibt kaum etwas zu wünschen übrig. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Die Story

Die Atmosphäre in „Portal“ war euch zu stickig? In „The Talos Principle gibt es die harte Gegenkur.
Ihr wacht als einsamer, humanoider Roboter in einem gigantischen Garten auf, ohne Erinnerungen, ohne Ziel. Das Einzige was euch vorerst leitet ist die donnernde Echostimme eures namenlosen Schöpfers. Bald schon findet ihr euch in Labyrinthen wieder, die Aufgabe lautet stets gleich: durchquert das Labyrinth und findet die farbigen Schlüsselsteine und schreitet voran. Hier ist jedoch der Weg das Ziel: während eurer Reise durch die Tricks und Tücken der Welt stellt ihr euch wichtige Fragen. Neben der verschwindenden Linie zwischen Mensch und Maschine oder den Eigenschaften der Seele geht es auch noch um die Frage des Seins an sich. Schritt für Schritt entdeckt ihr durch Sprachaufnahmen und Computerterminals, was der Sinn von alledem ist. Ob es Sinn macht, Sinn zu suchen. Dabei werden offene Fragen nie geklärt, sondern sollen interpretiert werden. Dazu tragen auch mehrere mögliche Spielenden bei.

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Das Gameplay

Zu Beginn des Artikels wurde eine Parallele zu „Portal“ gezogen und das liegt bei „The Talos Principle“ auch nahe. Abgesehen von der deutlich ernsteren und melancholischeren Stimmung ist das Spielprinzip recht ähnlich. Grundidee ist das Sammeln von farbigen Schlüsselsteinen, die weitere Bereiche zugänglich machen und in Labyrinthen zu finden sind. Das klingt leichter als es getan ist, denn die einzelnen Labyrinthe haben es (ähnlich den Testkammern in „Portal“) in sich.  Mithilfe technischer Gerätschaften und Mechanismen manipuliert ihr Laser, Gegner und Hologrammbarrieren, lenkt farbige Laser in entsprechende Empfänger etc. Das mag zu Anfang noch leicht wirken, die Level werden jedoch im Spielverlauf zunehmend komplex und können Ungeübte überfordern. Da hilft auch nicht das kryptische Hilfesystem weiter.
Habt ihr genug Schlüsselsteine gesammelt, dürft ihr sie in Tetris-manier zu einem Ganzen zusammensetzen. Zu Erkunden gibt es jedoch nicht viel, abgesehen von den mehreren Enden und Bonussternen, der Umfang des Spiels sorgt dennoch für langen Spielspaß.

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Grafik und Sound

Grafisch ist das Spiel eine echte Augenweide und das ist unter anderem auch der verwendeten Serious Engine 4 zu verdanken. Besonders in den offenen, natürlichen Arealen des Spiels kommen die hochauflösenden Texturen und Lichteffekte sehr zur Geltung. Trotz aller Natur seid ihr recht allein… eure Umgebung wirkt starr, Tiere sind nicht vorhanden.
Neben den verschiedenen Synchronstimmen, die gekonnt und überzeugend die Spielgeschichte vorantreiben, untermalt noch ein sehr Harfenlastiger Soundtrack euer Rumgeirre durch die Welt. Trifft zwar den griechischen Flair des Spiels, wirkt aber auf Dauer recht eintönig.

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Pro

Komplexe und schwere Rätsel

Wunderschöne Grafik

Zum Nachdenken Anregende Themen und Story

Contra

Für Einsteiger recht schwer

Kurzer Soundtrack

Fazit

Wer auf Freilufträtselei und Philosophie steht, kann heir getrost zuschlagen.
Grafik
92%
Sound
84%
Gameplay
87%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

89%

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