Spieletest: Schiff-Simulator: Die Seenotretter (PC)

4774 1 0 29. Juli 2014
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Titel:Schiff-Simulator: Die Seenotretter
EAN:4032222441848
System:Windows 7
Label:rondomedia
Release:2014-05-21

Euer momentaner Job ist euch zu langweilig? Euch steht der Sinn nach salziger Seeluft, aber der nächste Urlaub schwebt noch in weiter Ferne? Ihr wollt Menschenleben auf hoher See retten, Feuer löschen und havarierte Yachten abschleppen, auf dem größten Rettungsschiff der Welt? Dann zieht die Schwimmflügel an,macht euch einen Tee, denn beim „Schiff-Simulator:Die Seenotretter” geht es mächtig zur Sache. Langeweile geht bei den nautischen Rettungsaktionen unter.

Das Leben schreibt die besten Geschichten

Das hat man sich auch vermutlich bei der Entwicklung dieses Simulators gedacht, denn gleich zu Beginn werdet ihr darauf hingewiesen, dass die Einsätze in diesem Spiel auf wahren Geschehnissen basieren. Wenn das schon Horrorgeschichten spannender gemacht hat, warum dann nicht auch die Hochseerettung? Bevor ihr euch aber in die Fluten stürzt, solltet ihr das Tutorial spielen: Dort werden alle wichtigen Mechaniken schnell und klar erklärt, nebenbei erzählt es von eurer Einführung ins Seenotretter-Business. An einem stürmischen Abend besucht ihr mal wieder einen alten Freund, einen erfahrenen Seenotretter, auf dem Schlachtschiff unter dem Rettungsbooten: der „Herman Marwede“. Plötzlich kommt ein Funkspruch rein, Ein Privatboot ist gekentert und will gerettet werden.

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Kurzerhand werdet ihr auf den Rettungstrip mitgenommen. Gekonnt steuert ihr das Boot von Helgoland aus ins Unwetter. Per Funk kriegt ihr euer Suchgebiet mitgeteilt, das kurzerhand grob auf eurer Karte markiert wird. Nun heißt es suchen, denn das Meer ist groß und euer Suchbereich kann daher nur ungefähr eingegrenzt werden. Sucht die Ränder ab, bis ihr in den Wellen die treibende Nussschale entdeckt. Rettung naht! Schnell erkennt ihr die Personen, die im Umwasser um ihr Leben paddeln; Die werden flott mit dem Tochterschiff aufgelesen und mit heißem Tee versorgt. Vorbei ist die Arbeit damit aber noch lange nicht. Das gekenterte Boot brennt! Schnell die Marwede umpositioniert und den Brandherd gelöscht. Sobald ihr dann noch eine Leine aufs Boot geworfen habt, um dieses in den Hafen zu schleppen, steht eines fest: Ihr seid zum Lebensretter geboren. Und schon bald seit ihr mit eurer kleinen Crew der Held von Helgoland.

Nord- oder Ostsee?

In zwei separaten Kampagnen dürft ihr euer Können auf die Probe stellen, denn in beiden deutschen Meeren gibt es eine große Menge zu erledigen. Die Kampagnen sind dabei in Einsätze unterteilt, die mehrere spannende, aus dem Leben gegriffene Aufträge beinhalten. Dabei wird dann auch immer direkt angegeben, was eure Hauptaufgaben sein werden. Diese sind zahlreich, denn als Seenotretter gleicht kein Tag dem anderen, jeder Einsatz verlangt 110% von euch, wenn von euch (virtuelles) Menschenleben abhängt!

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Die beiden Gewässer wollen gelernt werden und stellen euch stets neuen Aufgaben und Witterungen, denen es sich zu stellen gibt, denn natürlich fahrt ihr nicht immer nur bei Sonnenschein und Sommertemperaturen los. Besonders zwischen den Sturmböen ist euer Können gefragt.

Simulation oder PC-Spiel?

Das Problem mit dem viele Simulationen kämpfen, ist das ausgeglichene Einbringen von Simulations- und Spielelementen. Geht der Titel nicht tief genug in die Materie ein und tonnenschwere Maschinen lassen sich wie Speedboats steuern, ist das für die breite Masse toll, eingefleischte Fans wenden sich jedoch aufgrund der fehlenden Realitätsnähe enttäuscht ab. Nimmt das Spiel sich zu ernst und für das simple Vorwärtsfahren müssen bereits 12 Tastenkombinationen gedrückt werden, mag das zwar für Genre-Fans ein wahres Fest sein, für Neulinge bleibt der Titel jedoch unzugänglich. Beide Fronten gleichermaßen zufrieden zu stellen, ist äußerst schwierig. Wie es richtig gemacht wird, zeigt der Schiff-Simulator.
Die Steuerung ist einfach zu lernen, benötigt werden zwangsläufig nur Bewegungstasten und die Maus. In den Einsätzen bleibt die Spielmechanik trotzdem abwechslungsreich. Mithilfe mehrerer Kamerawinkel dürft ihr entweder euer stolzes Schiff durch die Fluten manövrieren, mit dem Löschmonitor Brandherde ausmerzen oder mit dem Tochterschiff „Verena“ über das Wasser flitzen, um Schiffbrüchige aus dem kalten Meer zu ziehen. Ihr dürft sogar in Ego-Perspektive über die „Hermann Marwede“ laufen und jeden Winkel des Seenotkreuzers erkunden. Leider gestaltet sich besonders präzise Steuerung manchmal etwas schwierig. Es kommt schnell vor, dass ihr 3 mal wenden müsst, bis ihr Schiffbrüchige aus dem Wasser ziehen könnt.

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Auch scheinen diese hart im Nehmen zu sein, denn selbst wenn ihr mit dem Bug eures tonnenschweren Schlachtschiffs vor die Stirn der Treibenden setzt, bleiben diese unversehrt. Allgemein wäre eine stärkere Physikanfälligkeit zu wünschen gewesen, Gefühl für die Schiffphysik bekommt ihr nur durch die Geschwindigkeit.
Doch auch Simulationsveteranen kommen nicht zu kurz. Wem die Steuerung über vier Tasten zu simpel ist, der darf direkt über den Bildschirm realistischere Steuerelemente wie ein Steuerrad bedienen. Auch die Maßstäbe sind realistisch gehalten. Wenn ihr im Hafen ablegt, seid ihr mit einem tonnenschweren Schiff natürlich nicht sofort am Einsatzort, müsst deswegen erst mal eine ganze Zeit zu eurem Einsatzort steuern. Natürlich kommt die Verwendung von Fachtermini auch nicht zu kurz, schnell fühlt ihr euch mitten im tatsächlichen Geschehen.

Wie siehts aus?

Die Grafik ist bei diesem Titel eine angenehme Überraschung. Man sieht direkt im Startbildschirm, dass sich bei der grafischen Umsetzung des Retterlebens keine Mühe gescheut wurde. Der Ozean ist schön umgesetzt und nimmt Lichtverhältnisse perfekt an. Auch die Schiffe wurden mit Liebe zum Detail in die Welt gesetzt, Leider wirken Darstellungen von Inseln teils etwas schwammig, auch im Wasser treibende Schiffbrüchige sehen aus, als wären sie aus dem Publikum eines Sportspiels gezogen worden und sind oft gleich.

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Bei dem dominantesten Elementen des Spiels, den Schiffen und dem großen Nass wurde aber auf eine wertvolle grafische Umsetzung geachtet und springt positiv ins Auge.

Beim Sound ist zu erwähnen, dass sämtliche Dialoge vertont sind. Gut vertont noch dazu, man hört den Rettern gerne bei der Kommunikation zu. Aus Ambientsound wie Wind oder Regen und Donnerschläge klingen kristallklar und schaffen eine überzeugende Atmosphäre. Untermalt werden spannende Situationen von schönen Orchestertracks, die vielseitig klingen und qualitativ hochwertig sind.
All das verhilft „Schiff-Simulation: Die Seenotretter“ zu einem allgemein schönen, abgerundeten Erscheinungsbild, der vollständig wirkt und technisch sowie spielerisch kaum Mängel aufweist.

Pro

  • Abwechslungsreiches Gameplay, Einsatzziele sind verschieden
  • Gleichzeitig ordentliche Simulation und unterhaltsames Computerspiel
  • Für einen Simulator einwandfreie Grafik und überzeugende Vertonung

Contra

  • Für Gelegenheitsspieler könnten Fahrten zum Einsatzort langweilig wirken
  • Grafische Darstellung von Inseln und Opfern unter dem Niveau der anderen Elemente
  • Präzise Manöver könnten durch teilweise ungenaue Steuerung frusten

Fazit

Schiff-Simulator: Die Seenotretter ist ein gelungener Trip zur tückischen Nord- und Ostsee, an dem Neulinge als auch Simulationsveteranen ihren Spaß haben werden.
Grafik
75%
Sound
86%
Gameplay
87%
Steuerung
65%

Gesamtwertung

80%

1 comments

  1. Ostsee, Wettlauf mit feuer; für mich nicht zu lösen, gibt es einen trick?

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