Ryse: Son of Rome (PC)

2721 0 0 8. November 2014
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Titel:Ryse: Son of Rome (PC)
EAN:4020628866969
System:Windows XP
Label:Koch Media GmbH
Release:2014-10-17

Es ist nicht leicht, Erster zu sein: Grade Xbox One Besitzern werden „Ryse“ kennen, denn das antike Actionspektakel zählte zu den Launchtiteln der Xbox One. Damit lasteten schwindelerregend hohe Erwartungen auf dem Flaggschiff der Next-Gen. Die Grafik sollte bahnbrechend sein, die Steuerung intuitiv wie nie zuvor. Kurzum: „Ryse“ wurde als Meisterwerk erwartet. Das ist jetzt fast ein Jahr her.
Seit Oktober darf auch auf dem PC zum Gladius gegriffen werden. Das Action-Abenteuer wurde für den Heimcomputer optimiert seit kurzem im Handel. Da kann schnell Skepsis aufkommen, der Begriff „Port“ lässt vielen einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Was für eine Figur „Ryse“ auf dem PC macht, haben wir für euch getestet.

Willkommen in der Next-Gen

Wenn Entwickler Crytek Hand anlegt, zittern Gamern die Hände. Das deutsche Studio hat mit der “Crysis”– und “Far Cry”– Franchise bereits Meilensteine der Branche zusammenschrauben können. Besonders bekannt sind die Spiele für ihre hardwareintensive Aufmachung, auch bei „Ryse“ ist es nicht anders.
Um den Blockbuster zocken zu können braucht ihr einen leistungsstarken Rechner und mit 25 Gigabyte auch etwas freien Speicherplatz auf eurer Festplatte. Es lohnt sich: „Ryse: Son of Rome“ ist ein lupenreiner AAA-Titel, der seine Hochwertigkeit auch auf dem PC wahren kann.

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Crash Boom Bang

Bei einem Actionspiel wird vorallem eins erwartet: Es muss scheppern. Ordentlich. Schwertkämpfe, Explosionen, zusammenstürzende Gebäude und das bitte nicht zu knapp. Enttäuscht werdet ihr hier nicht, egal ob ihr in Rom seid oder vor der Küste Englands, irgendwo fliegt immer irgendwas in die Luft. Meistens ist das eure Schuld, denn euer Charakter Marius Titus bahnt sich seinen Weg durch die Antike nicht grade zimperlich. Tatsächlich spielt sich der Titel wie das legionenstrotzende Äquivalent zu „300“.
Hauptaspekt des Spiels sind die Nahkämpfe mit dem Schwert gegen mehrere Gegner. Spielern von „Darksiders“ oder „Assassin’s Creed“ ist der Lauf der Dinge schon bekannt. Ihr habt einen Knopf zum Angreifen, gedrückt halten für schwere Angriffe, einen zum Blocken, einen zum Ausweichen. Ihr könnt durch die „Fokus“-Fähigkeit die Zeit verlangsamen, Ihr könnt Speere werfen, jeder Treffer baut eine Combo auf. Habt ihr eurem Gegner so richtig auf die Mütze gegeben, könnt ihr durch einen Quick-Time-Event Finisher den Kampf zügig beenden. Der Gegner leuchtet dabei in der Farbe des Knopfes auf, auf den ihr wild drücken müsst.
Natürlich schlachtet ihr euch nicht wild durch irgendwelche Horden auffällig ähnlich aussehender Gegner. Die Kämpfe müssen gut abgepasst sein und wirken durch Forcefeedback sowie sehr genaue Steuerung (falls ihr mit dem Controller spielt) intensiv. Mit jedem Kampf gibt es natürlich Punkte, die ihr für Upgrades und neue Finisher ausgeben könnt.
Um Abwechslung in die Sache zu bringen, werden euch aber auch Abschnitte beschert, in denen ihr eure Truppen befehligen könnt, euch ans Steuer einer Balliste setzt, hinter Schilden vor ankommenden Pfeilen versteckt und so weiter.
Trotz dieser Passagen bleiben die Kämpfe sehr dominant und machen den Spielaufbau teilweise recht linear, die Levelziele sind oft sehr ähnlich und richtige Spieltiefe wird selten erreicht.

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Wie alles begann

Was an Gameplay verloren geht, wird durch die hochkarätige Inszenierung der Geschichte wieder wett gemacht.
Aufblende, Apocalypse: Rom wird angegriffen. Überall kracht es, Katapulte feuern fröhlich auf hilflose Bauwerke und alle haben einen Mordsspaß. Das sieht der Herrscher Nero jedoch anders: Der rennt verängstigt durch seinen Palast, auf der Suche nach Schutz vor „ihm“. Vor dem Palast versuchen grade Marius Titus und die anderen Legionäre verzweifelt, den Wellen der Eindringlinge standzuhalten. Das gelingt auch mehr oder weniger, da werdet ihr schon von dem panischen Nero in Anspruch genommen. Spontan zur persönlichen Leibwache befördert, dürft ihr die ankommenden Feinde auf dem Weg zum sicheren Verlies beseitigen. Ihr verbarrikadiert euch mit Nero und beginnt gleich damit dem entnervten Anführer eure Lebensgeschichte zu erzählen.
Im Laufe des Spiels entfaltet sich diese Geschichte immer mehr und entpuppt sich als spannender und interessant aufgemachter Plot, der einem Spiel dieses Kalibers deutlich würdig ist.

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Mann gegen Mann

Wer die Story durchgespielt hat, muss das Spiel aber nicht direkt verkaufen.
Neben der Kampagne liefert „Ryse“ auch noch einen Multiplayer, indem ihr mit einem weiteren Freund die Schwerter kreuzen könnt. Jeder kann sich hierbei seinen eigenen Charakter mit speziellen Gegenständen und Kostümen ausrüsten, egal ob ihr als Marius, Damocles oder im Nanosuit kämpfen wollt.

Das hätte nicht passieren sollen…

Was haben „Ryse“ und Warner Bros. Gemeinsam? Bugs.
Über kleinere Spielfehler kann man hinwegsehen, erst recht wenn es um so umfangreiche Spiele geht wie in diesem Fall.
Ärgerlich wird es, wenn Spielfehler einen am Weiterkommen hindern und man vom letzten Checkpoint anfangen muss. Dabei kann es zum Beispiel vorkommen, dass man beim Heruntersteigen von Kisten tiefer fällt als man eigentlich geplant hatte. Rom von unten ist kein schöner Anblick.
Dass sich solche Fehler bei einem Vollpreistitel einschleichen können ist schade und mögen an der ein oder anderen Stelle frustrieren. Da das Spiel aber regelmäßig zwischenspeichert, muss in der Regel kein großer Weg gemacht werden.

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Es raucht die Grafikkarte

Wem es gelingt, das Spiel flüssig auf voller Grafikstufe zu spielen, der kann sich auf etwas gefasst machen. Die Erwartungen an den Launchtitel einer neuen Konsolengeneration waren hoch und das merkt man. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut um „Ryse“ zu einem Grafikfeuerwerk zu machen. Dabei überzeugen sowohl die Mimik der Charaktere, beeindruckende Panoramas und hervorragend animierte Kämpfe. Alles wirkt gestochen scharf und trotz Konsolenport keineswegs gedrosselt.
Für jüngere Augen ist „Ryse“ aber nicht gedacht. Die Gewaltdarstellung ist sehr grafisch, besonders bei den Finishern könnten zartbesaitete Rot sehen. Und abgeschnittene Arme.

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Tell me more

Auch die Vertonung lässt nicht zu wünschen übrig. Neben einem hochwertigen Soundtrack und realistischer, wenn auch ziemlich lauter Geräuschkulisse begeistert besonders die Synchronisierung. Die Stimmen sind professionell und glaubhaft, die Dialoge und Reden gut geschrieben. Und auch wenn diese teilweise leicht in die Richtung des Klischees abdriften, macht es dennoch Spaß, den einzelnen Charakteren zuzuhören.

Pro

  • Hochwertiger Actiontitel mit genauer Steuerung und spannenden Kämpfen
  • Aufwändige und schöne Grafik
  • Professionelle Tonarbeit

Negativ

  • Stellenweise recht eintönig
  • Schwere Bugs
  • Hoher Gewaltgrad

Fazit

"Ryse" ist durch und durch ein Blockbuster. Harte Action und brillante Grafik bilden hier Unterhaltung pur.
Grafik
97%
Sound
97%
Gameplay
90%
Steuerung
97%

Gesamtwertung

95%

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