Profi Doppelkopf (PC)

1875 0 4 24. September 2008
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Titel:Profi Doppelkopf
EAN:9783938702079
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Purple Hills

Profi Doppelkopf verspricht dem emsigen Spieler vor allem Eines. Nämlich den vollwertigen Ersatz fehlender Mitspieler. Oder, wie es der Start verspricht “… eine spielstarke Umsetzung … für ernsthafte Spieler”. Was erwarten wir also von dieser Umsetzung? Wir erwarten eine gelungene Umsetzung eines absoluten Wirtshausklassikers mit entsprechender optischer und akustischer Untermalung und entsprechend den Sitten und Gebräuchen des Benutzers einstellbaren Regeln, Spielstärken und sonstigen Features guter Computerspiele.

Der Anfang…

Am Anfang ist alles gut. So kann direkt nach dem Einlegen der CD und dem Erscheinen des Startfensters entweder das Spiel komplett auf die Platte installiert werden (ca. 25 MB) oder direkt von der CD gestartet werden, dabei werden allerdings einige Ordner auf der Festplatte erzeugt, die für Spielstände, Protokolle und dergleichen benötigt werden. Also wählen wir Schnellstart von CD und los geht?s. Es erscheint der anscheinend unvermeidbare grüne Tisch mit “Willkommen bei Profi-Doppelkopf”. Das wars. Keine Akustik, keine Animationen, keine Frage ob wir spielen oder evtl. die Regeln verändern oder sonstetwas möchten, sondern der schlichte Überblick über alle Karten und das Menu am oberen Bildschirmrand. Anfänger vermissen evtl. eine Intro oder gar einen Doppelkopf Kurs, Profis mögen sich eher über das greusliche Grün aufregen das aber auch so gar keine Veränderungen erlaubt. Einzig die Bildschirmgröße ist einstellbar, dazu muss man allerdings das Menu eine Weile nach dem entsprechenden Einstellungspunkt durchforsten. Sei’s drum, wir wählen “Neues Spiel beginnen” und los geht’s.

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

Die Frage ob wir lokal oder per Absprache (??) spielen wollen übergehen wir diskret und legen los, schliesslich soll das Ganze in erster Linie dazu dienen ohne Mitspieler auszukommen. Die Karten werden blitzschnell verteilt, unsere liegen am unteren Rand deutlich sichtbar vor uns und 3 Mitspieler mit leichtem süddeutschen Einschlag erzählen uns etwas von “gesund”. Wer von Doppelkopf keine Ahnung hat ist hier erstmal aufgeschmissen, denn wie erwähnt, gibt es weder einen Kurs noch eine Intro oder anderes. Man sollte also mit den Regeln vertraut sein wenn man loslegt. Die im Programm enthaltene Hilfe ist hier keine grosse Unterstützung denn sie enthält nur knapp die Grundregeln. Sonderregeln werden ebenfalls kurz angerissen, man ist hier aber ganz klar bei einem Spiel für erfahrene Spieler gelandet die wissen sollten was sie tun.

Da gleich eine Runde gestartet wurde, lassen sich die eingestellten Regeln mittendrin nur anschauen, aber nicht ändern. Dies geht nur vor bzw. nach einer Runde. Die Regeln und ihre Einstellmöglichkeiten bieten dann aber so ziemlich alles, was sich der Spieler nur wünschen kann. Hier kann einerseits nach offiziellen Turnierregelen oder nach eigenen Sätzen gespielt werden. Diese Sätze sind abspeicher- und dann je nach Bedarf aufrufbar. Da es unzählige lokale, regionale oder spielergemeinschaftenabhängige Sonderregeln gibt, glänzt Profi Doppelkopf hier ganz besonders. Es ist wirklich nahezu alles einstellbar. Von 9ern oder nicht, über 2. Dulle schlägt erste, Fuchspielen, Solozwang bis hin zu “Schmeissregeln”. Wer hier nicht seine Lieblingsvariante findet ist selbst schuld. Leider lassen sich keine Spielstärken der Mitspieler einstellen. Genug geschaltet, flugs die eigene Lieblingsspielart eingestellt und ab ins neue Spiel.

Das eigentliche Spiel

Im Spiel selbst ist dann leider nicht mehr alles so schön wie es noch zu Regeleinstellzeiten aussah. Die PC gesteuerten Mitspieler erweisen sich als wenig risikofreudig, spielen Soli nur bei absolutem Topblatt (man kann sozusagen nach der Ansage fast schmeissen) bzw. leiern ihr Programm runter. Geblufft wird eigentlich garnicht, unkonventionelle Spielzüge verbieten sich anscheinend von der Programmierung her und wenn man dann dachte, jetzt muss doch die Karte x kommen, wird man ein ums andere Mal enttäuscht. Natürlich fehlt dem Spiel das Flair einer eingespielten Runde bei der nach vielen vielen Abenden jeder die macken und Vorlieben der anderen kennt und entsprechend angepasst spielt. Die Mitspieler hier machen sich gut als neutrale PC-Spieler, nur der bayrische Dialekt der Sprachausgabe nervt ganz gewaltig, aber den kann man ja abschalten zum Glück.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Eine Unart nahezu jedes PC-Kartenspiels tritt auch hier wieder zu Tage. Die PC Spieler kennen die Karten der anderen, nutzen dieses Wissen aber nur in bestimmten Situationen. So kann man beispielsweise davon ausgehen, dass nur ein Wahnsinniger ein Damensolo mit nur 3 Damen (1 Kreuz, 2 Pik) spielen würde, ausser natürlich man weiss wie die Damen bei den anderen verteilt sind (1 Kreuz, 2 Herz, 2 Karo). Das leider genau solche Spiel immer wieder auftauchen verleidet etwas den guten Eindruck den man ansonsten haben könnte. Auch die Nichteinstellbarkeit der Kartengröße ist ein deutliches Manko, denn diese wirken allesamt etwas verwaschen und in jeder Auflösung die man wählt zu klein. Schön hingegen sind die Auswertemöglichkeiten und kleinen Hilfen im Spiel und nach dem Spiel. So können Spiele nachgespielt werden, Karten verändert und dann erneut gespielt werden, die einzelnen Hände aufgerufen und angesehen werden etc. Einzelne Spiele können abgespeichert und später wieder aufgerufen werden.


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