Spieletest: Outlast (PC)

3151 0 1 7. Mai 2014
Gefällt mir!

Tür auf. Dunkel! Tür zu. Kamera an. Nachtsicht an. Tür langsam öffnen!

Was sich zunächst anhört wie die abenteuerliche Reise eines 9-Jährigen vom eigenen Bett zum Schlafzimmer der Eltern nach einem Alptraum, ist tatsächlich das Gefühl eines jeden noch so abgebrühten Mannes beim Spielen von Outlast. Mit diesem Schocker stellt Red Barrels, das kleine Team aus ehemaligen Mitgliedern von Ubisoft und Eidos, Konkurrenten wie Dead Space und Resident Evil weit in den Schatten.

Story des Jahres
Das Mount Massive Asylum
Keine lange Intro, keine ewigen Cutscenes, der Prolog wird kurzerhand in einem Text zusammengefasst. Miles Upshur, Journalist und unser Protagonist, begibt sich aufgrund eines anonymen Tipps zur Mount Massive Nervenanstalt (Mount Massive Asylum), um die Story seines Lebens zu schreiben. Dort angekommen, scheint es, als wäre das Gebäude unbewohnt. Türen verschlossen, fast alle Fenster dunkel, kein Personal in Sicht, aber Millitärfahrzeuge in der Einfahrt!

Für viele wäre das vielleicht ein Zeichen umzukehren, Miles jedoch verschafft sich über ein Gerüst Zugang durch ein offenes Fenster und macht damit den Fehler seines Lebens.

„Ich werde diesen Schrank nie wieder verlassen“

Dieses Gefühl stellt sich beim Spielen von Outlast ständig ein. Als einfacher Journalist fehlen euch natürlich die Fähigkeiten eines Chris Redfields (Resident Evil), somit bleibt euch in einer Gefahrensituation nichts anderes übrig, als sich zu verstecken oder wegzulaufen. Dabei gibt euch das Spiel das Gefühl, wirklich in der Haut von Miles Upshur zu stecken. Hecktisches Atmen des Charakters, Herzklopfen, das Knarzen von Bodendielen sowie die wunderbar animierten Gesten der Spielfigur geben ein unglaubliches Gefühl von Nähe, während ihr versucht die Geschehnisse rund um die Nervenanstalt aufzudecken. Türen lassen sich schnell oder ganz langsam öffnen bzw. schließen, überall tropft Blut, entfernte Schreie, Schritte, verstümmelte Körper, in der Kloschüssel schwimmt ein abgetrennter Arm und – was war das?!

Verstümmelte Körper umd Blut sind überall zu findenDie Nachtsicht verleiht dem Ganzen noch das Paranormal-Activity- Gefühl

Outlast geht dabei keineswegs subtil vor, spielt sich linear und bis auf Dokumente und Batterien gibt es keine nennenswerten Sammelobjekte. Aber auch das passt in das Setting eines klassischen „Nervenanstaltshorror“. Der Nachtsichteffekt der Kamera gibt dem Ganzen zusätzlich noch den Flair eines Paranormal Activity. Einzig schade ist, dass sich manche Situationen wiederholt sehr ähnlich abspielen. Oft findet man sich in der Schalter-drücken-und-Verstecken-Routine, jedoch fällt das in der dichten Atmosphäre kaum auf.

Fazit

Lang vermisster Gruselspaß: Red Barrels macht also mit Outlast beinahe alles richtig und präsentiert uns ein Survival-Horror-Game, dass von Anfang bis Ende für Gänsehaut sorgt. Richtiger Grusel wollte sich in den letzen Ablegern des Survial-Horror-Genres (Resident Evil 6, Dead Space 3) mit Ausnahme von Amnesia, nicht wirklich einstellen. Viele haben die Hoffnung schon beinahe aufgegeben, doch Outlast beschäftigte und schockierte uns für mehrere Stunden für einen lohnenswerten Preis von 20€ und zeigt, dass das Survival-Horror-Genre noch lebt. Kleiner Tipp: Ladet doch mal eure Freunde ein und lasst sie ganz unwissend das Spiel ausprobieren.
Grafik
85%
Sound
98%
Gameplay
95%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

92%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.