Spieletest: Ocean Dive

1693 0 0 24. September 2008
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Titel:Ocean Dive
EAN:3700046241951
System:Windows Me
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:FIP Publishing GmbH
Release:2005-11-29

Tauchen ist ja für viele ein heimlicher Traum. Einfach mal an andere Ende der Welt fliegen, seine Taucherausrüstung auspacken und dann ab ins kühle Nass. In den Tiefen der Meere gibt es schließlich nicht nur eine atemberaubende Tier- und Pflanzenwelt zu sehen, die noch nicht mal gänzlich erforscht ist, sondern auch gesunkene Schiffe, abgestürzte Flugzeuge und sonstige Wracks zu entdecken. Für viele bleibt dies alles ein Wunschtraum, denn neben einer notwendigen Ausbildung und einer Menge Training muss man auch in der Brieftasche in gewisser Weise “flüssig” sein. Glücklicherweise haben nun alle PC-Spieler die Chance mit “Ocean Dive” eine Tauchreise zu machen und wir erzählen, was Dich dabei erwartet.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Als ich gehört habe, dass es sich bei “Ocean Dive” um eine Art “interaktiver Bildschirmschoner” handelt mußte ich unwillkürlich an das offene Feuer im Kamin denken, welches auf dem einen oder anderen Sender vor einer Weile zum festen Bestandteil des Nachtprogramms zählte. Voller Schaudern schüttelte ich aber diesen Gedanken schnell wieder ab und installierte die Software binnen weniger Minuten auf dem PC. Nach dem Start switched der Bildschirm tatsächlich zu dem besagten Screensaver um, der aber zugegebenerweise ein echter Hingucker ist.

Neben den toll animierten Fischen, ist es vor allem die Unterwasserlandschaft, die zu begeistern weiß. Die Sonnenreflexionen an den nicht so tiefen Stellen im Meer geben einem schnell das Gefühl tatsächlich im Geschehen zu sein und wenn der erste Hai im Bild auftaucht wird einem schon etwas mulmig. Aber noch hat man ja nicht aktiv ins Spiel eingegriffen. Über die Enter-Taste gelangt man dann zum interaktiven Teil. In diesem Part des Spiels kann man dann auf eigene Faust die Unterwasserwelt erforschen und herum schwimmen. Die Steuerung ist sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus einfach gehalten, wobei letztere schneller zu überzeugen weiß.

Damit man nicht völlig sinnfrei herum schwimmt bekommt man zu Beginn des Tauchgangs auch eine Mission: Finde die Münzen, die überall verstreut sind um weitere Kameras (für den Screensaver) und weitere Gebiete (für Tauchgänge) freizuschalten. Gesagt, getan. Auf der Suche entdeckt man schnell ein havariertes U-Boot und später auch noch die Ruinen einer versunkenen Stadt. Alles in allem sehr schön anzusehen…

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Leider stellt sich schon bald Ernüchterung ein. Sobald man alle Münzen (etwa 10) gefunden hat, was nicht mehr als ein oder zwei Stunden in Anspruch nimmt, ist der Missionsteil beendet. Da heißt es kurz und knapp: “Sie haben alle Münzen gefunden. Genießen Sie das Tauchen”. In dieser Hinsicht fällt das “Spiel” deutlich zu kurz aus. Einige extra Missionen, auch anderer Art, hätten da schon geholfen, aber leider wars das schon mit dem interaktiven Teil. Apropos “interaktiv”: Schade auch, dass die Fische keinerlei Kontaktscheu haben, wo sie doch als besonders scheue Tiere bekannt sind. Ganz im Gegenteil: Der Spieler kann durch alle Fische “hinduchgehen”, als wäre sie nicht da. Irgendwie geht da dann doch etwas von dem tollen Taucherlebnis verloren, wenn die zahlreich vorhandenen Meeresbewohner so rein gar nicht auf den Spieler reagieren.

Während die Grafik bemerkenswert gut ist und der Bildschirmschoner echt Laune macht, fehlt es neben dem angesprochenen Verhalten der Fische im interaktiven Teil noch an anderer Stelle an Realitätsnähe. Sauerstoffflaschen sind kein Thema, man kann beliebig lange unter Wasser bleiben. Wie solls auch anders sein, denn auftauchen und einen Blick übers Meer werfen kann man gar nicht. In Bodennähe wird kein Staub oder Schmutz aufgewirbelt, auch wenn ein Fisch dem Grund zu Nahe gekommen ist. Und nachdem die Fische einen eh nicht wahrnehmen, muss man vor den Haien auch keine Angst haben, schließlich ist man in einem niemals endenden God-Mode, also unsterblich.

Lerneffekt!

Über die obigen Punkte kann man sich sicherlich streiten. Braucht ein Bildschirmschoner solche Features ? Nein, bestimmt nicht. Dass der interaktive Part dabei ist, ist ja schon aller Ehren wert. Und man könnte bestimmt auch über alles hinwegsehen, wenn da nur nicht eine Sache wäre, die mich persönlich ganz besonders gestört hat.

Jetzt schwimm ich da in den Weltmeeren herum und sehe einen Hai, eine Riesenschildkröte und irgendwann auch einen schönen Fisch, dessen Name ich nicht kenne. Leider, und das ist meiner Ansicht nach die größte Schwachstelle von “Ocean Dive”, bietet das Game keinerlei Hinweise auf die Fische. Keine Namen, keine Gattung, gar nichts. Was für ein Jammer ! Was hätte dies für ein tolles Abenteuer werden können, wenn man zumindest in den Optionen hätte einstellen können, dass die Namen der Fische angezeigt werden. Der Lerneffekt, insbesondere auch für Kinder, wäre enorm gewesen und man hätte spielerisch eine ganze Menge über die Unterwasserwelt erfahren können.

Fazit

Wirklich schade. "Ocean Dive" hätte sich eine deutlich bessere Wertung wahrlich verdient, aber irgendwie fehlt dem Spiel bzw. Screensaver einfach das gewisse Etwas. Die Missionslänge ist lächerlich kurz und die zu erforschenden Gebiete sind zu klein. Realitätsnähe kann man auch nicht gerade hervorheben und die verpaßte Chance ein kleines Lernprogramm unterzubringen tut wirklich weh. So bleibt unter dem Strich ein schön anzusehender Bildschirmschoner. Ob das allein den Kaufpreis rechtfertigt, sollte jeder für sich entscheiden. Ich warte derweil auf eine Fortsetzung. Ideen hierfür hätten wir genug...
Grafik
81%
Sound
74%
Gameplay
10%
Steuerung
95%

Gesamtwertung

53%

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