Neverending Nightmares (PC)

3819 0 0 30. Oktober 2014
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Euch fehlen Ideen für einen gelungenen Halloweenabend? Alternative zum klassischen Gruselfilm und Fingern aus Würstchen sind Horrorspiele. Die stehen ihren cineastischen Vorbildern in Nichts nach und lassen auch Hartgesottenen Schauer über den Rücken laufen. In ‚Neverending Nightmares“ dürft ihr gleich mehrere Albtraumszenarien durchschleichen, um alle Fäden der Geschichte am Ende zu einem Strang laufen zu lassen. Aber Vorsicht: Dieser Weg ist nichts für Zartbesaitete.

Wieder und Wieder…

Wer denkt, ein Albtraum wäre schlimm, der wird hier eines Besseren belehrt. Denn jedes Mal, wenn der träumende Protagonist Thomas aufwacht, findet er sich direkt in einem noch schlimmeren Szenario wieder. Schritt für Schritt erkundet ihr die Welten eures eigenen Wahnsinns, lässt euch von hungrigen Dämonen verfolgen, spaziert über Friedhöfe oder entdeckt eure eigene Leiche. Im Inceptionstyle versucht ihr, immer tiefer in eure Träume einzudringen. Irgendetwas erwartet euch, wenn ihr aufwacht. Seid ihr sicher, dass ihr die Wahrheit entdecken wollt?

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Geisterbahn für Zuhause

Der Entwickler selbst sagt aus, dass „Neverending Nightmares“ nicht wirklich „spielartig“ ist. Wer beginnt, sich in die Traumwelten zu wagen, erkennt auch warum. Die Interaktion mit eurer Umwelt wird recht gering gehalten. Ihr könnt laufen, ihr könnt farbige Gegenstände erkunden. Faustfliegen findet ihr hier nicht, es gibt keinen festen Gegner, den es zu besiegen gilt. Es geht nicht darum, zu gewinnen oder zu verlieren.
Ohne eine Ahnung zu haben, was überhaupt los ist oder wo ihr hin müsst tapst ihr barfuß durch Räume und Wälder, auf der Suche nach einem kleinen Hinweis der Licht in die Sache bringt. Aber jeder Anhaltspunkt verzerrt die Realität weiter, eure große Schwester lässt euch einfach alleine zurück und irgendwie werdet ihr das Gefühl nicht los, das etwas euch verfolgt. War da etwas am Fenster? Steht da jemand in diesem finsteren Gang? Wäre es nicht eine wunderbare Idee, direkt hinterher zu gehen?
Das Spielprinzip macht sicher keine Höhenflüge. Im Grunde lauft ihr. Und lauft. Und lauft.

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Was macht Horror aus?

Womit ein überzeugendes Horrorspiel steht und fällt ist einfach: Die Atmosphäre, sprich: Wenn ihr vor Schreck in euren Bildschirm boxt weil jemand an eure Tür klopft. Sound, Grafik, Geschichte sind drei einfache Aspekte die das möglich machen. Dabei ist ein guter Mix aus Spannung und Jumpscares keine schlechte Idee.
Letztere fahren in „Neverending Nightmares“ ein wenig vor die Wand. Da man die Schreckmomente nicht umgehen kann, läuft man eigentlich von einem lauten Soundeffekt oder plötzlich auftauchenden Objekt zum Anderen. Die Jumpscares an sich sind recht gut platziert und einigermaßen originell, doch nicht nur einmal werden einige Szenarien dem Spieler bekannt vorkommen.

Interessanter sind die alternativen Enden des Spiels. Denn nur weil ihr das Spiel durchgespielt habt kennt ihr nicht die ganze Geschichte. Es gibt mehrere Enden, die durch unterschiedliche Aktionen in den einzelnen Albträumen erreicht werden können. Die unbekannten Pfade laden zum Erkunden ein und werfen die Frage „Was wäre wenn…?“ auf.

Kein Survivalhorror, dafür aber eine verstörende, immer tiefer führende Geschichte tragen das Spiel. Dem Entwickler gelingt es, eine überzeugende und schaurig-schöne Atmosphäre zu schaffen. Freunde von Visual Novels oder des Traum/Horrorsettings werden hier eindeutig zufrieden, der „Schocker des Jahres“ ist und will „Neverending Nightmares“ nicht sein.

Grafik

Wenn es einen Wow-Faktor in „Neverending Nightmares“ gibt, dann ist es die Grafik. Handgezeichnet, der eigene Stil überzeugt direkt und passt perfekt zum Rest des Spiels. Größtenteils hält sich das Spiel in einem Schwarzweiß Ton, aber der geschickte Einsatz von Farbe hebt wichtige Objekte hervor und gibt Bluteffekten eine besondere, gezielte Wirkung. Der grobe, verstörende und schöne Zeichenstil übernimmt eine große Rolle für die Atmosphäre.

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Sound

Körperloses Kichern, Tiefe Geigen und das Kratzen am Fensterglas. Über den Sound kann man Horrorszenarien den letzten, brillanten Schliff geben. Durch ein speziell für Kopfhörer optimiertes Soundsystem sowie einem professionellen Soundtrack wird hier ohne Zweifel gute Arbeit geleistet, auch die Vertonung der Charakterstimmen ist hochwertig und überzeugend.
Perfekt ist hier aber auch nicht richtig. Das Setting des Spiels lässt viel Potenzial für eine runde Horrorkulisse, tut aber nicht den letzten Schritt um diese zu vervollständigen.

Pro

  • Ein herrlicher Grafikstil, dem man die investierte Mühe ansieht
  • Interessantes Spielkonzept mit verstörenden Schauplätzen
  • Gelungene und fesselnde Atmosphäre

Contra

  • Fehlende Spieltiefe und Interaktion
  • Potenzial nicht vollends ausgeschöpft
  • Aneinandergereihte Schockmomente

Fazit

Wer sich auf die Atmosphäre dieses Spiels einlässt, Kann sich in "Neverending Nightmares" auf schlaflose Nächte freuen.
Grafik
92%
Sound
77%
Gameplay
53%
Steuerung
62%

Gesamtwertung

80%

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