Neverend

1749 0 2 24. September 2008
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Titel:Neverend
EAN:3700046242293
System:Windows 98
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:FIP Publishing GmbH
Release:2005-12-01

Drum prüfe wer sich ewig bindet…

Agevaen ist eine Fee die aus bedauerlicherweise unbekannten Gründen leider nicht mehr ihrem Hauptberuf nachgehen kann und sich stattdessen anderweitig durchs Leben schlagen muss. Im Augenblick ist sie Mitglied einer handfesten Räuberbande die einen ihrer größeren Fischzüge mit einem Gelage feiert. Leider erweist sich der erholsame Schlaf nach solch einer Party als folgenschwerer Fehler. Zwei der Mitglieder der Bande nutzen das Dunkel der Nacht um sich mit der Beute und dem höchst wichtigen Amulett der gefallenen Fee aus dem Staub zu machen.
Eine weitere Einführung oder gar ein Tutorial ist dem Spiel leider in den Unruhen der Vorweihnachtszeit abhanden gekommen und befindet sich warscheinlich zusammen mit dem Handbuch im Nirvana oder am Nordpol in der Zwergenwerkstatt.
Aber für ein Rollenspiel reicht die kurze Vorgeschichte auch. Den Rest erarbeitet sich der Spieler im Laufe der Zeit in kleinen und kleinsten Informationsbröckchen. Das Endziel ist leider unbekannt, es soll aber mit dem verlorengegangenen Amulett zusammenhängen.

Wassup ?

Da sich weder eine Anleitung noch Hintergrundstory noch sonstige nützlichen Informationen in der Packung finden lassen, ist der Spieler nach dem Einführungsvideo mit der Räuberszene ganz auf sich allein gestellt. Es gilt also, die Umgebung zu erkunden und erste Gespräche mit den vorhandenen NPCs zu führen. Da ansonsten auch kaum Auswahl bei der Gestaltung des Lebensweges besteht findet man sich zwangsläufig in der Geschichte wieder.
In der Ausführung dieser Geschichte erinnert Neverend mehr an ein Adventure als an ein Rollenspiel, da man die meiste Zeit damit beschäftigt ist, sich den Weg zum nächsten Anhaltspunkt zu suchen und zwischendurch ein paar Gegner zu metzeln bzw. mit vorhandenen NPCs und Gegenständen zu experimentieren. Doch halt, nach dem ersten siegreich gewonnenen Kampf tauchen Gegenstände auf die man dem besiegten Gegner (lustig durch ein Totensymbol dargestellt) abnehmen kann. Diese können auch sofort zur Verbesserung der eigenen Figur eingesetzt werden. Auch enthalten alle Gegenstände Hinweistexte deren Entschlüsselung allerings einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Hat man sich durchgearbeitet, können diese mehr oder weniger sinnvoll eingesetzt oder verkauft werden. In den vorhandenen Städten gibt es Kaufleute die gegen harteWährung alles bieten was der Rollenspieler brauchen oder auch nicht brauchen kann.

Dem Kundigen sei Dank !

Gespielt wird Neverend in zwei verschiedenen Perspektiven. An wichtigen Orten wird eine 3rd Person Ansicht verwendet in der man herumläuft und durch Überfahren mit der Maus versucht wichtige Punkte zu finden. Die Aktionen sind dann meist vorgegeben. Zwischen diesen Punkten wird auf eine Vogelperspektive umgeschaltet in der man sich bewegen muss und meist dabei arg ins Eiern kommt. Wenn Gegner auftauchen, denn Agavaen will ja mächtig und wichtig werden, so schaltet der Bildschirm wieder auf 3rd Person um und die Kämpfe finden rundenbasiert statt. Rundenbasiert heisst in diesem Fall, dass man seine Aktionen auswählt und dann werden diese in der ausgewählten Reihenfolge bei allen beteiligten Akteuren ausgeführt. Der einzige Nachteil bei Neverend ist die Anzahl der Gegner. Diese tauchen bei Durschlaufen der Spieltwelt im Schnitt alle 20 Sekunden auf und beweisen auch leider keine grosse Vielfältigkeit, so dass die Motivation spätestens nach dem zehnten Kampf gegen den gleichen Gegnertyp anfängt lang und weilig zu werden. Die einzige Möglichkeit hierauf Einfluss zu nehmen ist der Schwierigkeitsgrad, denn dieser bestimmt die Frequenz mit der Gegner erscheinen.

Magie und Rollenspiel

Agavaen ist wie nahezu jeder gute Rollenspielcharakter natürlich auch des Zauberns mächtig. Sprüche müssen in Neverend mit Hilfe von Spruchrollen und zu findenden oder kaufenden Runen zusammengebastelt werden. Sodann können sie im Spiel eingesetzt werden. Durch stetige Nutzung eines Waffentyps können die Fertigkeiten an dieser Waffe entscheidend verbessert werden so dass auch stärkere Gegner kein Problem mehr darstellen (ähnlich wie in Dungeon Siege). Zur Nacht bzw. zur Erholung begibt man sich in eins der tragbaren Zelte oder wenn vorhanden in ein Gasthaus.
Die meiste Zeit verbringt man im Spiel mit dem Lösen der Aufgaben und Unteraufgaben die sich immer wieder einstellen wenn man mit allen vorhandenen NPCs fleissig Gerspräche führt. Erfreulich dabei ist, dass es meist mehrere Lösungswege für eine der gestellten Aufgaben gibt so dass nicht alles so eintönig ist wie es aussieht. Die Story selbst bietet nur die Gestaltungsmöglichkeit sie als nette oder fiese Fee zu durchwandern was man durch Auswahl der Dialoge beeinflussen kann. Auch gibt es nur diesen einen Charakter, was für ein RPG ein wenig dünn erscheint.

Hat man schliesslich durch das Lösen der Aufgaben und das Metzeln der Gegnermassen genug Erfahrung für die nächste Stufe gesammelt, so lassen sich die üblichen Verbesserungen am Charakter mit Hilfe der Belohnungspunkte einstellen.

Augen und Ohren

Leider ist Neverend komplett auflösungsfest. Die Darstellung läßt sich in keinster Weise beeinflussen, weder kann man die Kamera drehen oder wenden noch zoomen oder sonstige praktische Veränderungen der Ansicht durchführen. Die Draufsichten sehen alle aus wie “Malen nach Zahlen” und auch die 3rd Person Bilder bestechen nicht gerade durch Detailreichtum oder Atmosphäre. Gerade durch fehlende Extras wie eine Karte oder auch nur ein armseliger Kompass verfällt man nach gewisser Zeit in eine Art Suchmodus.
Der Sound reicht von dünnen Hintergrundgeräuschen (die nur sporadisch auftreten) über eine nicht unangenehme Hintergundmusik bis zu martialischen Kampfeffekten in den Sequenzen wo Gegner vernichtet werden wollen. Die Gespräche mit NPCs sind leider nur teilweise vertont, wenn aber, sind sie natürlich in deutsch und die Sprachausgabe kann absolut überzeugen. Die geschriebenen Dialoge scheinen sich wahllos im Sourcecode zu verbergen, den an manchen Stellen sind immer noch englische Begriffe enthalten.

Fazit

Grusel, schauder... Wer sich von diesem Spiel nicht nach spätestens 2 Stunden abwendet, dem sei wärmestens ein uralter Amiga ans Herz gelegt. Dort lassen sich problemlos Spiele mit besserer Steuerung, schönerer Grafik und wesentlich höherer Motivation finden. Das wenige Erfreuliche an dem Spiel sind der Preis und die sparsame Verpackung da man fehlende Beilagen wenigstens nicht verlieren kann. Wer dennoch seinen Weg ins Spiel findet, der möge sich den Patch von der Hauptseite besorgen, dieser beseitigt wenigstens ein paar der noch reichlich vorhandenen Fehler.
Grafik
41%
Sound
32%
Gameplay
37%
Steuerung
24%

Gesamtwertung

35%

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