Need for Speed ProStreet

2282 1 2 24. September 2008
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Titel:Need for Speed - Pro Street (DVD-ROM)
EAN:5030932059345
System:Windows XP
USK:Freigegeben ab 6 Jahren
Label:Electronic Arts GmbH

Was haben wir uns schon im Vorfeld auf “Need for Speed Pro Street” gefreut. Schon die ersten Screenshots waren gelinde gesagt “geil” und auch die ersten Trailer und animierten Bilder konnten diesen Eindruck noch verstärken. Aber es liegt was in der Luft. Nein, nicht nur das Benzin, verschmortes Gummi oder der süße Duft von Lachgas. Es ist etwas anderes. Es ist der sprichwörtliche “frische Wind”. Vorbei sind die Zeiten von wilden Verfolgungsjagden mit der Polizei, bei denen derjenige die meisten Punkte bekam, der den größtmöglichen Schaden anrichten konnte. Auch gehts nicht mehr darum die fetteste Karre in der Stadt zu haben. Electronic Arts hat sich neu orientiert – ob es ein guter Schachzug war…?

Winds of Change

Okay, wenn es jetzt nicht mehr um wilde Rasereien durch Innenstädte geht – Worum geht es dann? Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen, aufmüpfigen Ryan Cooper. Er ist ein aufstrebender und pfeilschneller Hobby-Rennfahrer, der sich in legalen (!!!) Straßenrennen bereits einen Namen machen konnte. Wo viel Licht ist, ist auch Schatten und so haben auch einige der renommierten Fahrer der Szene mitbekommen, welcher junge Star hier aufzutrumpfen versucht. An der Spitze dieser Gruppe steht Ryo Watanabe, dem sogenannten “Showdown King”. Er ist ganz klar derjenige den es zu schlagen gilt, um sich selbst an die Spitze zu setzen. Neben ihm gibt es aber noch eine Reihe anderer Fahrer, die vom Thron gestützt werden müssen. Ray Krieger, der “Grip King”, Aki Kimura, der “Drift King” – insgesamt 5 “Bosse” müssen besiegt werden.

Wie man sieht steht an der Spitze jeder Disziplin ein Fahrer. An diese kommt man heran, in dem man möglichst gute Fahrleistungen in den diversen Rennen zeigt. Die Renntage an denen mal teilnimmt unterteilen sich in verschiedene Disziplinen, die da wären: Grip-Rennen (ganz normale Rennen auf Rundkursen, wer als erster die Zielflagge sieht hat gewonnen), Zeitfahren (schnelleste Runde zählt), Sector-Shootout (es gewinnt der Fahrer mit den meisten schnellsten Sektorenzeiten) und die selbsterklärenden Driftrennen. Für den reinen Geschwindigkeitsrausch sorgen zusätzlich die Dragsterrennen. Hier geht es einerseits um Reaktion, wenn die Ampel auf grün schaltet und zum anderen muss man seinen Boliden perfekt beherrschen. Dazu gehören das perfekte Timing für den Schaltvorgang, der gekonnte Einsatz der Nitroladung und natürlich auch das fachgerechte Aufwärmen der Reifen mit Burnouts. Besonders diesen letzten Punkt sollte man auf keinen Fall unterschätzen und es bedarf ein klein wenig Übung, um die Reifen auf die richtige Betriebstemperatur zu bringen, aber dafür macht es vom ersten Augenblick an richtig Laune. Ich würde sogar soweit gehen, dass die Dragsterrennen eines der besten Features des ganzen Spiels ist.

Die Wahrheit liegt auf der Straße

Im Karrieremodus arbeitet man sich so von Renntag zu Renntag und versucht diese Events nicht nur zu gewinnen, sondern zu dominieren, denn je mehr man seine Mitstreiter überflügeln konnte umso größer fällt die Belohnung aus. Diese reicht von Tuningteilen für die eigenen Boliden bis hin zu Gutscheinen für neue Fahrzeuge oder einfach “Cash” auf die Hand. Man braucht auch so einiges an Blech, denn jede Disziplin erfordert ein eigenes Fahrzeug. Davon bietet “Need for Speed Pro Street” allerdings eine massiv große Auswahl. Beim Autohändler finden sich da so tunerfreundliche Modelle wie der Acura RSX, Honda Civic, Mazda RX8, diverse Nissans, Fords und auch Audis. Aber natürlich fehlen auch die Stars der automobilen Fortbewegung nicht: Laborghini Murcielago, Pagani Zonda, Porsche oder eine Corvette findet man natürlich auch im Angebot, diese wollen aber natürlich zunächst freigespielt werden. Also ab auf die Piste…

Was uns im Test sehr gut gefallen hat war die realistische Simulation der Fahrzeugphysik. Drifts und das Ausbrechen der Hinterräder spürt man förmlich im heimischen Wohnzimmer und man gibt sein bestes, um dagegenzuhalten. Die Steuerung ist dabei durchaus anspruchsvoll, denn so ein Nissan Z350 ist ein richtiges Biest und beschleunigt nicht ohne durchdrehende Räder aus den Kurven, was nicht selten zu einem unliebsamen Kontakt mit der Fahrbahnbegrenzung führt. Dies hat Folgen: Zum einen ist jeder Schaden Gift für den Geldbeutel, denn man braucht ein intaktes Fahrzeug, um an den Renntagen teilnehmen zu können. Zwar kann man die Boliden sowohl in der Garage wie auch im Laufe eines Events reparieren, aber das kostet alles Geld, was einem beim Tuning wieder fehlt. Zum anderen sollte das Wörtchen “Begrenzungsmauer” dem Leser etwas anderes signalieren: Freies Umherfahren in der Stafdt auf der Suche nach dem nächsten Rennen gehört der Vergangenheit an. Einerseits fanden wir es ja auch lustig immer durch Carbon-City zu cruisen, aber um ehrlich zu sein hat man dann doch oft genug den direkten Weg zum Event gewählt. Von daher ist diese Neuerung nicht unbedingt negativ anzurechnen.

Das Tuning ist natürlich auch ein elementarer Part von “Need for Speed Pro Street” und wurde ebenfalls sehr gut gelöst. Wie immer kann man jede Schraube am Wagen drehen und so kann der Spieler mithilfe von Blaupausen, also verschiedenen Vorlagen für dasselbe Fahrzeug alles tunen: Motor, Bremsen, Fahrwerk, Optik, Räder, einfach alles. Schnell Upgrades helfen bei der fixen Anschaffung neuer Teile.

Grafik und Sound

Die Rennen finden nun wie beschrieben auf abgesteckten Rundkursen statt, die von der Anlage her sehr schön gemacht sind. Ein Lob an die Streckendesigner, was die Streckenführung angeht. Leider enttäuscht die Umgebungsgrafik ein bisschen, einfach weil die Umgebung recht karg und öde ist, so dass echte Hingucker zumeist fehlen. Dahingegen sind die Autos sehr gut in Szene gesetzt. Der schimmernde Perleffect-Lack meines Mustangs glänzt unter der Wüstensonne von Nevada und bei einem leichten Abkürzen der Kurve wird mächtig Staub aufgewirbelt – genial gemacht. Trotzdem bewegt sich “Need for Speed Pro Street” nicht ganz auf der Höhe der Möglichkeiten – wir sind uns sicher: Die PS3 kann mehr. Das Spiel schöpft es nicht ganz aus.

Soundtechnisch hingegen kann man nicht viel bemängeln. Die Sounds der Motoren sind sensationell eingefangen und das Quietschen der Reifen haben die Sounddesigner sicher in aufwendigen Prozeduren an diversen Rennstrecken aufgenommen. Während das Spiel vom Design her etwas an “Skate” erinnert gibt es hier im Gegensatz dazu auch die heissgeliebten “EA Tracks” wieder, mit denen man die Hits des Games wie in einer Jukebox zusammenstellen kann. Die Songauswahl ist ziemlich von Electronic Pop/House geprägt und passt wie wir finden sehr gut zum Spiel. Ohren auf – Daumen hoch!

Fazit

"Need for Speed Pro Street" ist anders - aber geil. Vorbei sind die Zeiten von wilden Verfolgungsjagden mit der Polizei durch die Innenstadt. Jetzt wird NfS legal und wir bewegen uns auf abgesteckten Rennkursen. Der Rennaction wiederum hat dies keinen Abbruch getan. Massig schnelle Schlitten warten auf Fahrer, Staub will aufgewirbelt werden und die Krone der Prostreet Fahrer wartet - auf Dich!
Grafik
83%
Sound
90%
Gameplay
95%
Steuerung
91%

Gesamtwertung

90%

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