NBA Live 07

1728 0 0 24. September 2008
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Titel:NBA Live 07
EAN:5030932050991
System:Windows 2000
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Electronic Arts GmbH

Habt ihr gewußt, dass Basketball bereits im Jahre 1891 vom kanadischen Trainer Dr. James Naismith erfunden wurde. Besonders in den USA ist daraus seither eine der beliebtesten Sportarten überhaupt geworden und auch in Deutschland gewinnt der Noppenball immer mehr Fans hinzu. Das mag nicht zuletzt auch am deutschen Aushängeschild in dieser Sportart Dirk Novitzki liegen, der auch gleichzeitig das Cover von EA neuer Basketballsimulation “NBA Live 07” schmückt. Ob das Spiel selbst auch so ein Wunderkind ist, zeigt unser Spieletest…

Ein aktueller Basketball ist etwa 600 – 650 g schwer…

Wie immer setzt EA vor allem auf seine Lizenz und reizt diese bis zum Maximum aus: 30 voll lizenzierte Teams und bis ins Detail animierte Spieler dürften jeden Spiel von Anfang an in den Bann ziehen, der sich ein wenig in der amerikasnichen Profiliga NBA etwas auskennt. Am Anfang steht jedoch zunächst die Auswahl eines der zur Verfügung stehenden Spielmodi: Quick Game, One versus One, Season, All-Star-Weekend, Training, Playoffs und der Dynasty-Modus. Der Letztere stellt sozusagen das Herzstück des Spiels dar, eine Art Manager-Modus, bei dem man nicht nur selbst als Spieler seines Teams gefragt ist, sondern auch als Manager und Teamleiter sein Können unter Beweis stellen muss. Dies umfaßt Vertragsverhandlungen mit dem Personal, Beobachtung der eigenen Talente im Nachwuchskader und vieles mehr. Spieler, die sich auch mit “NHL 07” oder “Fifa 07” vertraut gemacht haben, dürften sich im Manager-Modus schnell zu Hause fühlen.

Die Wahrheit liegt jedoch wie immer auf dem Platz und hier überzeugt NBA 07 mit spektakulären Slum-Dunks und jeder Menge Spannung im Gameplay. So kann ein Fastbreak einem schnell den Herzschlag höhertreiben und die nachfolgende Zeitlupe läßt dann die Brust vor Stolz anschwellen. Dem Computergegner hingegen dürften einige Unzulänglichkeiten peinlich sein, denn von Zeit zu Zeit scheint es die K.I. einfach nicht mehr zu blicken und begeht einige schlimme Defensivfehler, was einerseits durchaus realistisch erscheint, andererseits einen Tick zu häufig vorkommt. Im Großen und Ganzen agieren die Computergegner aber ordentlich.

Die erste offizielle Basketballliga im Jahr 1937 gegründet.

Bei der Steuerung hat EA versucht etwas mehr Realismus ins Spiel zu bringen, ohne den Fokus auf die Action zu verlieren. Mit der “Total Freestyle Control” kann man, wie der Name schon sagt, sehr frei agieren und besonders spektakuläre Moves vollziehen. So kann man auch die besonderen Fähigkeiten von Einzelspielern ganz ausschöpfen und den spielentscheidenden Dunk zur richtigen Zeit abrufen. Alles in allem wirkt die Steuerung jedoch irgendwie behäbig und man muss seine Spieler auf dem Feld schon regelrecht zu ihrem Erfolg zwingen, statt dass das Ganze flüssig abläuft. Irgendwie will das Spiel auf dem Feld nicht ins Wohnzimmer überschwappen. Dem Spiel fehlt es deutlich an Spieldynamik, was verschiedene Ursachen hat: Die angesprochenen Mängel bei der behäbigen Steuerung, die Ballphysik und nicht zuletzt die Grafik…

Was die Ballphysik angeht merkt man zwar im Vergleich zum Vorgänger eine leichte Verbesserung, aber noch immer springt der Ball scheinbar losgelöst von physikalischen Gesetzt umher und auch die Spieler bewegen sich auf ihre Weise unrealistisch. Zwar sieht alles nicht schlecht aus, aber so ganz überzeugen können die Akteure dann auch nicht. Auch die Spielgeschwindikeit hilft nicht weiter. Zwar ist diese einstellbar, aber uns ist es nicht gelunden eine optimale Einstellung zu finden, die wir euch weitergeben könnten.

Grafik und Sound

Fangen wir mal mit den Kommentatoren an. Wie immer erledigen sie ihren Job ganz gut, leider wiederholen sich die verwandten Textpassagen irgendwann und man muss zu der Option greifen die beiden Experten abzustellen. Bis dieser Punkt erreicht ist jedoch, liefern die beiden ein vergleichsweise gutes Ergebnis ab, denn mit einer gekonnten Mischung aus professionellem Wissen und flapsigen Bemerkungen vermögen sie es dem Spiel tatsächlich etwas mehr Spannung zu verleihen, was man in ähnlichen Spielen oft gar nicht findet. Deutlicher Pluspunkt hierfür. Desweiteren kann man des Sounddesignern keinen Vorwurf machen, denn angefangen bei der Hintergrundmusik bis hin zu den atemberaubenden Massen jubelnder Fans in den Arenen, hat man sich keine Fehler erlaubt und ist somit über jeden Zweifel (und Punktabzüge) erhaben.

Abschließend noch einige Wort zur grafischen Umsetzung. Besonders gut gefallen hat uns die Darstellung aller Akteure und der tollen Hintergründe. Auch die Fernsehübertragungen sind sehr gut in Szene gesetzt worden und runden damit einen insgesamt guten grafischen Eindruck ab, wäre da nicht die Sache mit dem fehlenden Spielfluss. Die Animationen der Spieler wirken stellenweise einfach zu abgehakt, zu störrisch, zu unlebendig, als das man eine Wertung jenseits der 85 Punkte hätte rechtfertigen können. Das ist sehr schade, denn während insbesondere der Detailgrad zu überzeugen wußte, hapert es genau an dieser Stelle, die doch so wichtig ist für einen tollen Basketballabend…

Fazit

"NBA Live 07" überzeugt durch eine tolle Atmosphäre und spassige Unterhaltung, sowohl für ambitionierte Dauergamer, wie auch für das kurze Spiel zwischendurch. Technisch gibt es an dem Titel kaum etwas auszusetzen, wären da nicht die angesprochenen Mängel im Spielfluss. Ballphysik, Spielgescheindigkeit und die Spieleranimationen sollten besser sein, um sich die Krone im Genre aufsetzen zu können. So bleibt es unterm Strich eine Kaufempfehlung unter Vorbehalt. Klasse für Genreneulinge und Hardcore-Basketballer.
Grafik
81%
Sound
89%
Gameplay
76%
Steuerung
78%

Gesamtwertung

79%

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