Loadout (PC)

4815 0 0 12. Februar 2014
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Gewalt in Videospielen: Kaum ein Thema aus dem Gaming Bereich wurde öfter und heißer diskutiert als die Frage, ob Kinder und Jugendliche mit eine virtuellen AK-47 ihre Freunde in Pixelform über den Haufen schießen dürfen. Zahlreiche Kriege zwischen Eltern und Kindern wurden auf diesem Schlachtfeld ausgetragen, Beschuldigungen wurden ausgesprochen und sogar zu Gericht getragen.

Während manch ein Entwickler deshalb versucht auf Gewalt zu verzichten oder zumindest ernst und bedacht damit um zu gehen, schickt die Spielefirma Edge of Reality mit „Loadout“ kurzer Hand ein Spiel in den Ring, das überhaupt keinen Hehl daraus macht, was es sein will: Ein lustiges, actiongeladenes Spiel, in dem es nur um die Waffen geht und wie man seine Gegner damit in Stücke reißt.

Seit dem 31 Januar 2014 können die Versprechen über vollständig individualisierbare Waffen und einem spaßigen Multiplayer Shooter Erlebnis des Free-To-Play Spiels nun auf die Probe gestellt werden.

Ein feuchter Traum für Waffennarren

Schon zu Beginn macht „Loadout“ klar, dass es das Zusammenstellen und die Individualisierung der Waffen als wichtigstes Feature ernst nimmt. Gleich beim ersten Start des Spiels werdet ihr sofort an die Hand genommen und durch das Craftingsystem geführt:

Hier könnt ihr aus einer Reihe von Bestandteilen und Einstellungen eure eigene Waffe zusammenstellen. Grundsätzlich werden Waffen in 4 sogenannte Fahrwerke unterteilt, die die Art bestimmen, wie die Munition abgeschossen wird: Es gibt das Fahrwerk Gewehr, welches ganz normale Kugeln durch die Luft pfeifen lässt, Raketenwerfer, mit dessen Hilfe Raketen und ähnliche Projektile verschossen werden können, Puls, welches energiegeladene Projektile aus dem Lauf befördert und zu guter Letzt Strahl, welches, wer hätte es gedacht, die Waffe in eine Strahlenkanone verwandelt und Strahlen verschießt.

Die Fahrwerke sind aber nur die Grundlagen der Waffen. Des weiteren darf sich jeder bei der Auswahl der Munitionsarten noch weiter seiner Bastelliebe hingeben. Ob man dabei mit normalen oder elektrischen Geschossen um sich schießt oder Brandmunition verwendet – hier sollte für jeden etwas dabei sein. Aber es muss ja nicht jeder Schuss dafür gedacht sein, den Kopf eines Feindes mit einem kleinen oder auch größeren Loch zu verzieren. Wer gerne seinen Teammitgliedern hilft kann auch eine von zwei unterstützenden Munitionsarten verwenden, die die Kollegen heilen, schneller machen oder auf andere Art verstärken.

Neben verschiedenen Visieren, von normalen über Laser-, bis hin zu Bio-Scanner Aufsätzen, lassen sich noch einige andere Modifikationen wie verschiedene Magazinarten oder die Auswahl zwischen Voll-, Halbautomatik oder anderen Feuerraten an der Waffen vornehmen.

Durch Levelaufstiege schaltet ihr neue Optionen und Erweiterungen frei und verdient euch „Blutes“ mit dem ihr neue Bestandteile einer Waffe kaufen könnt. Die insgesamt mehr als 44 Milliarden Kombinationsmöglichkeiten könnten jeden Menschen auf der Welt mit jeweils 6 individuellen Waffen ausstatten, alle Bedenken, dass irgendwer hier nicht auf seine Kosten kommen könnte, sollten sich mit einer solch irrwitzigen Zahl von möglichen Waffen wohl problemlos über den Haufen schießen lassen.

Auch die Charaktere könnt ihr mit Tattoos, anderen Kleidungsstücken oder Accessoires euren persönlichen Wünschen anpassen, aber im Vergleich zu dem Waffen Craftingsystem sind die Möglichkeiten hier letztendlich nicht mehr als nette Extras.

Aber mit oder ohne individuell gestaltetem Charakter, erstellt ihr euch als letztes noch einen Loadout mit einer Primär- und einer Sekundärwaffe und dann geht es los in den Kampf.

Gut geklaut ist halb gewonnen – Wenige aber spaßige Spielmodi

Nachdem die etwas zu lange Wartezeit, als einer von 8 Spielern, in der Lobby verstrichen ist, könnt ihr endlich eurem Jucken im Abzugfinger nachgeben und euer Bedürfnis die neu zusammengeschraubten Waffen auszuprobieren befriedigen. Vielleicht sogar schon früher als erhofft, denn jede Runde startet nicht wie üblich mit den Spielern über die ganze Map verteilt, sondern in einem Kreis, in dem die zufällig positionierten Spieler gleich am Anfang den Lauf der Waffe des Feindes unter der Nase haben. Ihr und eure Teamkollegen habt allerdings ebenfalls schon eure Kanonen im Anschlag und so lässt das Spiel keine 3 Sekunden verstreichen, bevor die Luft von Blei, Raketen, Strom und was sich erfinderische Bastler sonst noch so an ihre Waffen geklebt haben, erfüllt ist.

Je nachdem welchen Spielmodus ihr spielt, ist das Ziel der Runde ein anderes. Ausgewählt werden kann in „Loadout“ einer der Modi Blitz, Jackhammer, Extraction oder Death Snatch. So interessant und neu deren Namen auch klingen, verstecken sich dahinter eigentlich nur die bekannten klassische Spielmodi, bei denen man Stützpunkte einnehmen, die gegnerische Flagge klauen, eine bestimmte Anzahl von Objekten sammeln oder einfach nur möglichst viele Gegner erledigen muss.

Bei vielen Multiplayer Shootern werden diese Spielmodi kopiert und dann auch noch schlecht umgesetzt, „Loadout“ macht aber zum Glück nicht den Fehler sich in die Menge dieser Spiele einzureihen und schafft es stattdessen zwar nichts komplett Neues zu schaffen, aber die alt bewährten Modi sehr gut um zu setzen und sogar noch mit einer kleinen Prise eigener Ideen zu würzen.

Allerdings sind die vier Spielmodi leider genauso wie die insgesamt nur vier Maps etwas zu wenig um auf Dauer genug Abwechslung zu bieten.

Hüpfen, rollen und schießen … Oder alles gleichzeitig

Mit der 3rd Person Steuerung, lauft, springt und schießt ihr euch sehr einfach und flüssigen über die Map. Allerdings können eure Gegner das Gleiche und so ist es vor lauter durch die Gegend Gehüpfe, oftmals nicht ganz einfach dafür zu sorgen, dass eure Schüsse auch das Ziel treffen.

Wer nach so einem Kampf verletzt ist, kann entweder von anderen Spielern mit entsprechenden Waffen geheilt werden oder sammelt eins der Medipacks ein, die über die ganze Map verteilt sind. Im Eifer des Gefechts kann es auch vorkommen, dass die Munition eurer Waffe knapp wird. Falls ihr sie noch nicht verbracht habt, könnt ihr dann eure zwei Granaten zücken, um die Gegner mit gut platzierten Würfen zu pulverisieren oder ihr sucht ein Munitionslager, an dem ihr eure Vorräte auffüllen könnt.

„Loadout“ ist eines dieser „easy to learn – hard to master“ Spiele. Neulinge finden leicht den Einstieg und sind nach kurzer Zeit gut genug um viel Spaß zu haben, aber dank den Möglichkeiten, die die sehr gute Steuerung bietet, wie das Schießen während eines Sprung oder Flugrollen, gibt es Einiges, das man bis zur Perfektion üben kann und was selbst für erfahrene Shooter Spieler eine Herausforderung sein dürfte.

Hoffnung auf Comic Grafik für Kinder liegt ohne Arme am Boden

Bei soviel Action bleibt in “Loadout” kein Stein auf dem anderen und kein Bein am Körper. Und nein … Das ist keine Metapher. Edge of Reality hat es sich nämlich nicht nehmen lassen die Wirkung der Waffen auch grafisch angemessen umzusetzen. Der Comic Stil ist sehr charmant, verliert aber in dem Moment alles Kindgerechte, in dem eurem Charakter das Bein von Körper gesprengt wird und eine Blutfontäne über den Bildschrim spritzt, während vom Kopf nicht mehr übrig geblieben ist, als ein einsames Augenpaar, das aus dem Hals ragt. Das ist aber alles so unglaublich überzeichnet und oft richtig lustig, dass „Loadout“ in Deutschland sogar ungeschnitten erschienen ist. Das Spiel ist von der USK nicht gewertet und ob man Kinder trotz offensichtlicher Übertreibung vor den PC setzten und ihnen blutende Comic Figuren ohne Beine zeigen sollte, bleibt unser Meinung nach fragwürdig, aber abgesehen davon ist die Grafik durchweg sehr gelungen und teilweise sogar mit sehr stumpfen aber lustigen Animationen versehen.

Als wäre es dadurch noch nicht offensichtlich genug, haut uns Edge of Reality – um auch wirklich allen klar zu machen, was für ein Spiel sie da zusammengebastelt haben – gleich im Hauptmenü schon einen rockigen E-Gitarren Soundtrack um die Ohren. Dieser Track ist wirklich sehr gut und da jedes Match ohne musikalische Untermalung auskommen muss, würde man ihn auch eigentlich vermissen, wäre der basslastige Sound der Explosionen und das Rattern der Maschienengewehre nicht eine so gute Vertretung.

Die größte Waffe heißt „Spielspaß“

„Loadout“ hat den Spielspaß als klares Ziel und verdammt nochmal es macht auch Spaß! Mit wenigen Mausklicks ist eine Waffe erstellt und sich über die Map zu rollen und den Typen vor uns im Sprung mit dem selbst gebastelten Strom-Raketenwerfer zu zerlegen, ist ein unglaublich befriedigendes Gefühl. Und bei aller Fragwürdigkeit von visualisierter Gewalt in Videospielen, macht die so unglaublich überspitzt blutige Comic Grafik auch einen großen Teil des Spielspaßes aus. Einzig und allein der relativ kleine Umfang der Spielmodi und Maps ist noch ausbaufähig, aber da Edge of Reality schon Updates diesbezüglich angekündigt hat, könnte „Loadout“ schon bald zu einem Mitglied der oberen Shooter Gemeinde aufsteigen.

Wer Lust hat sich eigene Waffen zu basteln und sie auf dem Schlachtfeld auszuprobieren, wird mit diesem Free-To-Play Titel aber auch jetzt schon eine Menge Spaß haben.

Fazit

Wenn man “Loadout“ spielt, hält man sich automatisch schon nach kurzer Zeit für den coolsten Typen der Welt. Während man hüpfend und Purzelbäume schlagend mit selbst gebauten Waffen Gegner in mundgerechte Häppchen zerteilt, sieht das ganze dank der charmanten Comic Grafik erstens sehr gut und zweitens sehr sehr blutig und vor allem lustig aus. Mit ein paar Spielmodi und Maps mehr dürfte Loadout bald etablierter Teil der Multiplayer Shooter Riege werden.
Grafik
85%
Sound
80%
Gameplay
80%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

85%

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